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Integration von Zuwanderern: OECD-Indikatoren 2012

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In dieser Publikation wird untersucht, wie sich Zuwanderer und ihre Kinder in die Gesellschaft der OECD-Länder integrieren, was anhand ihrer Fortschritte bei einer Reihe wichtiger Indikatoren gemessen wird. Dabei werden verschiedene Bereiche betrachtet (materielle Lebensbedingungen, Gesundheit, Bildung, Arbeitsmarkt, zivilgesellschaftliches Engagement), da die Integration ein mehrdimensionales Thema ist. Messgrößen der Ergebnisse sowie der in den letzten zehn Jahren erzielten Fortschritte werden entsprechenden Messgrößen für eine Vergleichsgruppe – die im Wohnsitzland geborene Bevölkerung – gegenübergestellt. Es werden drei Gruppen von Fragen behandelt: 1. Inwieweit unterscheiden sich die durchschnittlichen Ergebnisse der Zuwanderer von denen der im Inland Geborenen; 2. Lassen sich diese Unterschiede durch strukturelle Effekte erklären (unterschiedliche Bevölkerungszusammensetzung nach Alter, Bildungsniveau usw.)? 3. Wie haben sich die Integrationsergebnisse im Lauf der letzten zehn Jahre entwickelt?

Ein einleitendes Kapitel liefert eine detaillierte Beschreibung der untersuchten Bevölkerungsgruppen (im Ausland Geborene und Haushalte von im Ausland Geborenen sowie im Inland geborene Kinder von Zuwanderern). Das letzte Kapitel gibt einen Überblick über die Frage der Diskriminierung, da diese ein möglicher Grund für fortbestehende Nachteile für Zuwanderer und ihre Kinder ist.  

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Wohnungssituation

Die sozioökonomischen Merkmale der zum Unterhalt des Haushalts beitragenden Personen (insbesondere die dem Haushalt zur Verfügung stehenden Finanzmittel) sowie die Haushaltsgröße und -zusammensetzung gehören zu den wichtigsten Bestimmungsfaktoren der Wohnbedingungen. Die Haushaltspräferenzen (insbesondere in Bezug auf den geografi schen Standort und die Absicht, sich im Bestimmungsland niederzulassen) spielen ebenfalls eine entscheidende Rolle. Selbst wenn sich die Familien eine angemessene Unterkunft leisten können, ist es möglich, dass sie anderen Aspekten ihres Lebens eine höhere Priorität einräumen (Ausbildung der Kinder, Nähe zu kulturellen Einrichtungen usw.). Dies gilt insbesondere für Zuwanderer, die eine Rückkehr in ihr Herkunftsland erwägen, und in noch größerem Umfang für diejenigen, die beabsichtigen, dort Wohneigentum zu erwerben. Die Wohnbedingungen dürften sich je nach Einreisezweck des Migranten unterscheiden. Die Familienzusammenführung ist normalerweise vom Einkommen abhängig, und meistens, wenn nicht sogar immer, bestehen Mindestaufl agen in Bezug auf die Wohnfl äche und/oder die Zahl der zur Verfügung stehenden Räume oder die sanitären Bedingungen. Bei Neuzuwanderern, insbesondere denjenigen, die unter extremen Bedingungen in ein Land kommen, oder denjenigen, die in ihrer neuen Umgebung keine Familie oder sozialen Netzwerke haben, ist die Wahrscheinlichkeit, in minderwertigen Wohnverhältnissen leben zu müssen, größer. Das Wohnungsangebot und die Wohnungspreise sind für die Wohnbedingungen ebenfalls von entscheidender Bedeutung. Die Inanspruchnahme einer Sozialwohnung oder von Wohnbeihilfen kann erheblich dazu beitragen, die Wohnkosten zu reduzieren oder die Wohnung besser an die Haushaltsgröße anzupassen. Zu den Kriterien, die für den Zugang zu einer Sozialwohnung und zu Wohnbeihilfen erfüllt werden müssen, gehören normalerweise die Haushaltsgröße und das verfügbare Einkommen. Die Anträge werden normalerweise in der Reihenfolge der Einreichung bearbeitet, und deshalb haben Neuzuwanderer im Allgemeinen eine niedrige Priorität. Darüber hinaus gehören der Mangel an Informationen über das Mietsystem, die Diskriminierung der Zuwanderfamilien durch Vermieter sowie ungleicher Zugang zu Krediten zu den Gründen, aus denen Zuwanderer häufi ger mit unzureichenden Wohnbedingungen konfrontiert sind als die übrige Bevölkerung. In diesem Kapitel werden drei Indikatoren vorgestellt: die Besitzverhältnisse (Indikator 3.1), die physische Beschreibung der Wohnung (Indikator 3.2) und die Wohnkosten (Indikator 3.3). Eine Erörterung dieser Indikatoren fi ndet sich im Abschnitt „Messung“ am Ende dieses Kapitels

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