1887

Gleichstellung der Geschlechter

Zeit zu handeln

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Geschlechtsspezifische Ungleichheiten machen sich in allen Bereichen des Wirtschaftslebens bemerkbar und bedeuten sowohl für die betroffenen Personen als auch für die Volkswirtschaft insgesamt hohe Verluste in Form von entgangener Produktivität und niedrigeren Lebensstandards. Dieser neue OECD-Bericht befasst sich mit Lösungsansätzen zur Beseitigung dieser geschlechtsspezifischen Ungleichheiten unter folgenden thematischen Gesichtspunkten: Geschlechtergleichstellung, soziale Normen und öffentliche Politik sowie Geschlechtergleichstellung in Bildung, Berufsleben und Unternehmertum.

Die Kernaussagen lauten:

? Die Verbesserung der Geschlechtergleichheit beim Bildungsniveau hat einen stark positiven Effekt auf das Wirtschaftswachstum.

? Geschlechterstereotypen muss schon im jungen Alter bei den Bildungsentscheidungen in der Schule entgegengewirkt werden. So sollten beispielsweise Unterrichtsmethoden und -materialien angepasst werden, um Jungen stärker für das Lesen und Mädchen stärker für Mathematik und Naturwissenschaften zu begeistern; Mädchen sollten ermutigt werden, verstärkt naturwissenschaftliche, ingenieurwissenschaftliche und mathematische Studienfächer zu wählen und eine Berufstätigkeit in diesen Bereichen anzustreben.

? Gute und bezahlbare Kinderbetreuung ist ein ausschlaggebender Faktor für die Verbesserung der Geschlechtergleichstellung im Berufsleben. Veränderungen sind jedoch auch im familiären Kontext notwendig, da der überwiegende Teil der Hausarbeit und Kindererziehung in vielen Ländern immer noch von den Frauen geleistet wird. Diese Veränderungen können von der Politik unterstützt werden, beispielsweise durch Elternurlaubsregelungen, die Väter explizit einschließen.

? Fördermaßnahmen für Unternehmen in Frauenbesitz müssen auf alle Unternehmen, nicht nur auf Neugründungen und Kleinbetriebe, ausgerichtet werden. Es muss ein gleichberechtigter Zugang zu Finanzierungsmitteln für männliche und weibliche Unternehmer gewährleistet werden.

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Gleichstellung der Geschlechter: Ökonomische Argumente, soziale Normen und öffentliche Politik

Eine stärkere Gleichstellung von Mann und Frau und ein effizienterer Einsatz von Kompetenzen sind für die Förderung eines starken und nachhaltigen Wachstums unerlässlich. In diesem Abschnitt wird untersucht, welchen Beitrag die Geschlechtergleichstellung in der Bildung und am Arbeitsmarkt zum Wirtschaftswachstum leistet. Ferner befasst er sich mit den diskriminierenden sozialen Normen, die die Rolle der Mädchen und Frauen in Wirtschaft und Gesellschaft einschränken, sowie mit der Frage, wie die staatliche Politik auf diese Normen und Praktiken einwirken kann. Schließlich wird näher beleuchtet, wie öffentliche Institutionen die Politik der Geschlechtergleichstellung verfolgen und welche institutionellen Mechanismen die Entwicklung effizienter Maßnahmen flankieren.

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