1887

OECD Multilingual Summaries

OECD Regions at a Glance 2013

Summary in German

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OECD‑Regionen auf einen Blick 2013

Zusammenfassung in Deutsch

Bei den Bemühungen der Staaten, das Wirtschaftswachstum zu stimulieren, das Wohlergehen der Bevölkerung zu verbessern und Ungleichheiten anzugehen, stehen die Regionen an vorderster Stelle. Dennoch vergrößerte sich durch die Wirtschaftskrise in der Hälfte der OECD‑Länder der Abstand zwischen führenden und rückständigen Regionen beim Pro‑Kopf‑BIP. Am stärksten wuchs der Abstand zwischen den leistungsstärksten 10% und den leistungsschwächsten 10% der Regionen mit mehr als 8 Prozentpunkten in Dänemark, Irland und der Slowakischen Republik. In Fällen, in denen die regionalen Disparitäten verringert werden konnten, war dies, mit Ausnahme Chinas und Indiens, eher einem Abfallen der reichsten Regionen als einem Aufholen der ärmsten Regionen zuzuschreiben. In drei Viertel der untersuchten Länder ging das Pro‑Kopf‑BIP in den leistungsstärksten 10% der Regionen zwischen 2008 und 2010 zurück, wobei der beobachtete Rückgang in Kanada und Estland am stärksten ausfiel (12%).

2012 entfielen im OECD‑Raum 40% der öffentlichen Ausgaben auf regionale, kommunale und andere subnationale Regierungs‑ bzw. Verwaltungsebenen, die Zahlen zu den verschiedenen Ländern fallen allerdings je nach Ausprägung des Föderalismus, der regionalen Dezentralisierung und der finanziellen Autonomie sehr unterschiedlich aus. 72% der direkten öffentlichen Investitionen im OECD‑Raum gehen auf subnationale Regierungs‑ bzw. Verwaltungsebenen zurück und in Ländern mit föderaler Struktur (Belgien, Kanada, Deutschland, die Schweiz und die Vereinigten Staaten), in denen die Investitionen der Bundesstaaten bzw. ‑länder und jene der lokalen Regierungs‑ bzw. Verwaltungsebenen zusammen erfasst werden, fällt dieser Anteil häufig höher aus.

Städte jeder Größe und insbesondere Großstädte tragen maßgeblich zur nationalen Leistung bei. Im Zeitraum 2000‑2010 belief sich der Beitrag der 275 Metropolregionen in den OECD‑Ländern auf mehr als die Hälfte des BIP des OECD‑Raums. Die Wirtschaftskrise hatte jedoch auch in diesen großstädtischen Ballungsräumen erhebliche Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt. Infolgedessen war die Arbeitslosenquote 2012 in 45% der Metropolräume des OECD‑Raums höher als im jeweiligen nationalen Durchschnitt.

Metropolräume sind wichtige Größen in der Politik, ihre wirtschaftlichen und sozialen Grenzen decken sich aber in der Regel nicht mit den administrativen. In den meisten Fällen sind in ein und derselben Stadt zahlreiche lokale und regionale Gebietskörperschaften an der Politikgestaltung beteiligt, was eine gute Abstimmung der Ziele der verschiedenen Institutionen erforderlich macht.

Obwohl das Wirtschaftswachstum und andere Erfolgsmaße von Region zu Region, und selbst innerhalb eines Landes, erheblich variieren, können leistungsschwache Regionen, wie Forschungsarbeiten der OECD zeigen, wettbewerbsfähig werden, wenn die richtige Kombination von Poilitikmaßnahmen gefunden wird und die Bemühungen auf allen Regierungs‑ und Verwaltungsebenen koordiniert werden.

Wichtigste Ergebnisse

Regionen tragen zum Wirtschaftswachstum und zum Wohlergehen der Bevölkerung bei

  • Im letzten Jahrzehnt entfielen im Schnitt 39% des gesamten Beschäftigungswachstums und 42% des BIP‑Wachstums in den OECD‑Ländern auf nur 10% der Regionen.
  • Die Wirtschaftskrise führte seit 2008 in den meisten Regionen zu einem Rückgang des Pro‑Kopf‑BIP. Dieser fiel im Schnitt in ländlichen Regionen geringer aus als in städtischen, obwohl Erstere offenbar größere Schwierigkeiten haben, während eines Konjunkturabschwungs Arbeitsplätze zu schaffen.
  • OECD‑Regionen mit hohen Beschäftigungsquoten weisen auch einen höheren Teilzeitbeschäftigungsanteil auf und die Teilzeitarbeitsquoten sind in den letzten Jahren gestiegen. Die Frage, wer teilzeitbeschäftigt ist, hängt nicht nur von regionalen demografischen Faktoren, sondern auch von geltenden Bestimmungen und vom Zugang zu gewissen familienspezifischen Dienstleistungen, wie Kinderbetreuungseinrichtungen, ab.
  • In etwa 26% der OECD‑Regionen waren 2011 weniger als 50% der Frauen beschäftigt. In Israel, Italien, der Slowakischen Republik, Spanien, der Türkei und den Vereinigten Staaten sind die regionalen Diskrepanzen bei der Frauenerwerbstätigkeit am stärksten ausgeprägt.
  • Die Jugendarbeitslosigkeit stellt in Griechenland, Italien, Mexiko, Polen, Portugal, der Slowakischen Republik und Spanien, wo manche Regionen eine Jugendarbeitslosenquote von mehr als 40% aufweisen, ein besonders großes Problem dar. Eine Auseinandersetzung mit den spezifischen Arbeitsmarktbedingungen dieser Regionen und die Umsetzung von auf die jeweilige lokale Situation zugeschnittenen Maßnahmen könnten erheblich zu einer Erholung auf nationaler Ebene beitragen.
  • Im Lauf der letzten 30 Jahre ist in allen OECD‑Ländern die Lebenserwartung gestiegen und die Säuglingssterblichkeit gesunken. In Spanien, Australien, Mexiko, den Vereinigten Staaten und Portugal gibt es in diesen beiden Bereichen jedoch nach wie vor erhebliche regionale Unterschiede und in Kanada und der Slowakischen Republik regionale Unterschiede bei der Säuglingssterblichkeit.
  • Die CO2‑Emissionen pro Kopf sanken zwischen 2005 und 2008 in den meisten OECD‑Ländern, das gilt insbesondere für Kanada, und bei den Nicht‑OECD‑Ländern, für Brasilien.

Es gilt, zusammenzuarbeiten und mit weniger mehr zu erreichen

  • 2012 machten die Ausgaben subnationaler Regierungs‑ bzw. Verwaltungsebenen im OECD‑Raum 17% des BIP, 40% aller öffentlichen Ausgaben und 72% der direkten öffentlichen Investitionen aus.
  • Im Schnitt entfallen 45% der Einnahmen subnationaler Regierungs‑ und Verwaltungsebenen im OECD‑Raum auf Steuereinnahmen, während Transferzahlungen zentralstaatlicher und supranationaler Ebenen etwa 38% der Einnahmen ausmachen.
  • Ende 2012 betrug die gesamtstaatliche Bruttoverschuldung im OECD‑Raum (30 Länder) 113% des BIP, während die Bruttoverschuldung subnationaler Regierungs‑ bzw. Verwaltungsebenen bei 22% des BIP lag.
  • Zwischen 2007 und 2012 gingen die Direktinvestitionen pro Kopf durch nachgeordnete Gebietskörperschaften im OECD‑Raum drastisch zurück (etwa ‑7%). Dies war Folge von Sparmaßnahmen, mit denen die Haushaltsdefizite gesenkt und die Aufwendungen für Sozialleistungen, Gesundheit und Bildung sichergestellt werden sollten. Im selben Zeitraum stieg die Bruttoverschuldung nachgeordneter Gebietskörperschaften auf Pro‑Kopf‑Basis um 14%, was einem Anstieg von etwa 1 000 US‑$ pro Kopf entspricht.
  • Bei Haushaltsplanung und Ausgabenbeschlüssen bedarf es zur Koordinierung der Ziele und Politikmaßnahmen auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene einer Zusammenarbeit aller Regierungsebenen.

Metropolräume als Motor für Wirtschaftswachstum, nachhaltige Entwicklung und soziale Inklusion

  • 70% der Gesamtbevölkerung des OECD‑Raums leben in Städten unterschiedlicher Größe und auf die Metropolregionen allein entfallen 50% der Gesamtbevölkerung des OECD‑Raums.
  • 2008 wurden in 16 OECD‑Ländern 65% aller Patente in großstädtischen Ballungsgebieten erteilt.
  • Die Wirtschaftskrise hatte Auswirkungen auf die Metropolregionen: In 26 der 28 betrachteten OECD‑Länder fiel der Anstieg der Arbeitslosenquote in den Metropolregionen in den letzten vier Jahren stärker aus als im vorangegangenen Zehnjahreszeitraum.
  • Das Phänomen des Urban Sprawl nimmt in vielen Metropolregionen rascher zu als das Bevölkerungswachstum.
  • Diese großstädtischen Ballungsgebiete weisen einen hohen Energieverbrauch und hohe CO2‑Emissionen auf. Allerdings sind in der Hälfte der OECD‑Länder die CO2‑Emissionen pro Kopf in den Metropolregionen niedriger als in weniger dicht besiedelten Regionen.

© OECD

Übersetzung durch den Deutschen Übersetzungsdienst der OECD.

Die Wiedergabe dieser Zusammenfassung ist unter Angabe der Urheberrechte der OECD sowie des Titels der Originalausgabe gestattet.

Zusammenfassungen in Drittsprachen enthalten auszugsweise Übersetzungen von OECD-Publikationen, deren Originalfassungen in englischer und französischer Sprache veröffentlicht wurden.

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© OECD (2013), OECD Regions at a Glance 2013, OECD Publishing.
doi: 10.1787/reg_glance-2013-en

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