Alkoholkonsum

Die durch gesundheitsschädigenden Alkoholkonsum bedingte Gesundheitsbelastung ist, sowohl was die Morbidität als auch die Mortalität betrifft, ganz erheblich. Alkoholkonsum geht mit zahlreichen gesundheitsschädigenden Effekten und negativen Folgen für die Gesellschaft einher, wie u.a. einem erhöhten Risiko einer Reihe von Krebserkrankungen sowie von Schlaganfall und Leberzirrhose. Alkoholkonsum während der Schwangerschaft erhöht das Risiko von körperlichen und -geistigen Geburtsschäden beim Kind. Zudem kann Alkoholkonsum auch auf Grund von Unfällen, Verletzungen, tätlichen Angriffen, Gewalt, Mord und Selbstmord zu Tod oder Behinderung führen.

Definition

Der Alkoholkonsum entspricht der jährlich je Einwohner ab 15 Jahren verkauften Menge an Alkohol, gerechnet in Litern reinen Alkohols. Die erhebungsbasierten Schätzungen des Alkoholkonsums, der auf die 20% der Bevölkerung mit dem höchsten Konsum entfällt, beruhen auf der Analyse von Daten aus den letzten verfügbaren nationalen Gesundheitserhebungen für 13 OECD-Länder.

Vergleichbarkeit

Zur Umrechnung der alkoholischen Getränke in reinen Alkohol werden u.U. nicht in allen Ländern dieselben Methoden angewandt. In den amtlichen Statistiken bleibt der nicht -erfasste Alkoholkonsum, wie beispielsweise die Produktion für den Eigenverbrauch, unberücksichtigt.

Überblick

Der jährliche Alkoholkonsum beläuft sich auf Basis der letzten verfügbaren Daten im OECD-Durchschnitt auf 8,9 Liter je Erwachsenen. Der höchste Verbrauch wurde 2013 in Österreich, Estland und der Tschechischen Republik mit jährlich 11,5 Litern oder mehr je Erwachsenen gemessen. Der niedrigste Alkoholkonsum wurde in der Türkei und Israel sowie in Indonesien und Indien verzeichnet, wo religiöse und kulturelle Traditionen den Alkoholkonsum in einigen Bevölkerungsgruppen einschränken.

Zwar ist der durchschnittliche Alkoholkonsum in vielen OECD-Ländern seit 2000 allmählich zurückgegangen, in Polen, Chile, Schweden, Mexiko, Norwegen, den Vereinigten Staaten, Finnland, Kanada, Island und Neuseeland sowie in China, Indien, Indonesien, der Russischen Föderation und Südafrika ist er jedoch gestiegen.

Allerdings lassen national aggregierte Daten keine Identifizierung individueller Konsummuster und gefährdeter Bevölkerungsgruppen zu. OECD-Analysen anhand auf individueller Basis erhobener Daten zeigen, dass riskantes Trinkverhalten und hoher episodischer Alkoholkonsum insbesondere bei jungen Menschen und Frauen zunehmen. Bei Männern mit niedrigem sozioökonomischem Status ist die Wahrscheinlichkeit eines hohen Alkoholkonsums größer als bei Männern mit höherem sozioökonomischem Status, während es bei Frauen umgekehrt ist. Der Alkoholkonsum weist eine starke Konzentration auf, da ein Großteil des Konsums auf die 20% der Bevölkerung mit dem größten Verbrauch entfällt. Allerdings ist dieser Effekt in einzelnen Ländern unterschiedlich ausgeprägt. Die 20% der Bevölkerung mit dem höchsten Alkoholkonsum sind in Ungarn für rd. 90%, in Frankreich dagegen für rd. 50% des Gesamtkonsums verantwortlich.

Quelle

Weitere Informationen

Analysen

Statistiken

Websites

Alkoholkonsum der Bevölkerung ab 15 Jahren
Liter pro Kopf, 2013 oder letztes verfügbares Jahr
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 http://dx.doi.org/10.1787/888933334837

Veränderung des Alkoholkonsums der Bevölkerung ab 15 Jahren
Prozentuale Veränderung des Pro-Kopf-Konsums in Litern, 2000-2013 oder letzter verfügbarer Zeitraum
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 http://dx.doi.org/10.1787/888933335756

Auf die 20% der Bevölkerung mit dem höchsten Alkoholkonsum entfallender Anteil des Gesamtkonsums
Prozentualer Anteil, 2012 oder letztes verfügbares Jahr
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 http://dx.doi.org/10.1787/888933335903