2. Die Wirtschaft und der Arbeitsmarkt in Brandenburg

Brandenburg befindet sich im Nordosten der Bundesrepublik. Neben Sachsen, Thüringen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern gehört es zu den ehemaligen DDR-Staaten, den sogenannten neuen Bundesländern. Es umschließt die Bundeshauptstadt Berlin und grenzt im Osten an Polen. Die Brandenburger Hauptstadt Potsdam liegt südwestlich von Berlin.

Die brandenburgische Bevölkerung macht (mit 2,5 Millionen Menschen im Jahr 2019) 3 % der Gesamtbevölkerung der Bundesrepublik aus. Das Durchschnittsalter beträgt 50 Jahre und ist damit höher als der bundesweite Durchschnitt (46 Jahre). Damit ist die brandenburgische Bevölkerung die viertälteste aller 16 Bundesländer.

Trotz eines merklichen Bevölkerungszuwachses im Großraum Berlin und in Potsdam ist Brandenburg das Bundesland mit der zweitniedrigsten Bevölkerungsdichte (86 Einwohner/km2) und sehr ländlich geprägt.

Brandenburgs Bevölkerung wächst nur langsam, was auf eine niedrige Geburtenrate (mit 7,6 % an vorletzter Stelle) und eine überdurchschnittliche Sterberate (an sechster Stelle) zurückzuführen ist. Von 2010 bis 2015 stieg die Zuwanderung durch Geflüchtete aus Syrien, Afghanistan und Irak sprunghaft an, was sich besonders in den Gebieten direkt um Berlin und um Cottbus im Süden des Landes bemerkbar machte. Dennoch wird eine niedrige Nettowanderungsrate über die kommenden zehn Jahre erwartet (Statistik Berlin-Brandenburg, 2021[1]).

Demnach soll die Bevölkerungszahl für den Zeitraum von 2020 bis 2030 gleich bleiben und über das darauffolgende Jahrzehnt um ca. 3 % sinken. Allerdings wird mit einer sich verändernden Altersverteilung in der Bevölkerung gerechnet, was in der Abwanderung vieler junger Menschen begründet ist. So wird es in der Altersgruppe 25 bis 65 Jahre zwischen 2019 und 2030 zu einem Rückgang von 11 % kommen, während der Anteil der über 65-Jährigen im gleichen Zeitraum um mehr als 20 % ansteigen wird. Bis 2030 sollen die über 65-Jährigen knapp 30 % der Landesbevölkerung ausmachen. Derzeit sind es etwa 25 % (siehe Abbildung 2.1).

Dem demografischen Ausblick ist zu entnehmen, dass die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter schrumpft. Gleichzeitig muss die erwerbsfähige Bevölkerung eine höhere Zahl von Kindern und älteren Menschen unterstützen. Mit dem Weggang vieler (wahrscheinlich hochqualifizierter) Menschen im erwerbsfähigen Alter hat der demografische Wandel auch Auswirkungen auf das Qualifikationsprofil der Bevölkerung. Das bringt Unsicherheiten für die Zukunft des brandenburgischen Arbeitsmarktes mit sich und es stellt sich die Frage, wie gut das brandenburgische Hochschulsystem den Arbeitsmarkt und damit auch den Wohlstand des Landes Brandenburg über die nächsten zehn Jahre unterstützen kann.

Mit einem Bruttoinlandsprodukt (BIP) von knapp 75 Milliarden Euro belegt Brandenburgs Wirtschaft im deutschlandweiten Vergleich Platz 11. Unter den neuen Bundesländern befindet sich Brandenburg jedoch auf Platz 2 (nach Sachsen) (Eurostat, 2019[2]) und war 2019 das produktivste Bundesland (gemessen an der Bruttowertschöpfung pro Arbeitskraft) (OECD, 2019[3]). Verglichen mit anderen OECD-Ländern ist Brandenburgs Produktivität kleiner als die der Mittelböhmischen Region um die tschechische Hauptstadt Prag, der polnischen Regionen Schlesien und Niederschlesien, Nord- und Westirlands und der ostniederländischen Provinzen Overijssel und Drenthe. Brandenburgs Bruttoinlandsprodukt pro Kopf ist mit 29.700 Euro das drittniedrigste aller Bundesländer und liegt damit weit unter dem gesamtdeutschen BIP pro Kopf von 41.500 Euro. Das BIP des benachbarten Berlins belegt mit 42.300 Euro pro Kopf den sechsten Platz (Eurostat, 2019[2]). Brandenburgs Exporte werden auf 13,3 Milliarden Euro geschätzt, was 1,3 % der gesamtdeutschen Exporte entspricht (Statistisches Bundesamt, 2019[4]).

Von 2010 bis 2019 stieg Brandenburgs BIP real um fast 20 %, was größtenteils (genau wie in den übrigen Bundesländern) auf einen wachsenden Unternehmensdienstleistungsbereich zurückzuführen war. Immobiliendienstleistungen, Großhandel, Transportwesen, Beherbergung und Nahrungsmittel stellen (mit einem Anteil von 18 % des BIP) die wichtigsten Dienstleistungsbranchen in Brandenburg dar. Informations- und Kommunikationstechnologien, Finanzdienstleistungen sowie freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen machen einen relativ kleinen Teil von Brandenburgs Wirtschaft aus: 8 % insgesamt verglichen mit 15 % im übrigen Deutschland (siehe Abbildung 2.2). Auch die Herstellungsbranche spielte in Brandenburg mit 13 % eine kleinere Rolle als im Rest von Deutschland (22 %). Dennoch befindet sich diese Branche im Aufschwung: Über die letzten zehn Jahre machte sie 14 % des realen Wachstums von Brandenburgs BIP aus.

Der öffentliche Dienstleistungssektor spielt eine wichtige Rolle in Brandenburgs Wirtschaft. Auf die öffentliche Verwaltung, das Bildungswesen sowie das Gesundheits- und Sozialwesen entfällt ein Viertel des BIP. Auch diese Bereiche verzeichnen seit einigen Jahren einen bedeutenden Anstieg. Die traditionell wichtigen Branchen der Landwirtschaft und des Bergbaus sind jedoch rückläufig (ihr Anteil an Brandenburgs BIP beträgt weniger als 2 %). Dieser Rückgang ist teilweise auf die allmähliche Einstellung des Kohleabbaus in Deutschland zurückzuführen (Staatskanzlei Brandenburg, 2020[5]).

In Brandenburg existieren knapp 100.000 Unternehmen, von denen die meisten kleinere und mittlere Unternehmen (KMU) sind: Knapp 90 % dieser KMU haben weniger als zehn Angestellte (Statistisches Bundesamt, 2020[6]).

Einige KMU sind auch jenseits von Deutschland erfolgreich: z. B. die Ortrander Eisenhütte (Hersteller von Eisen-Kohlenstoff-Gusslegierungen für die Automobilindustrie und den Herd- und Ofenbau), Flamm SysComp in Hennigsdorf (Zulieferer der Automobilindustrie) und Reuther STC in Fürstenwalde (Hersteller von Stahlkomponenten für Windkraftanlagen) (MWAE, n.d.[7]). Von den großen internationalen Unternehmen sind u. a. Riva-Stahl, Mercedes-Benz und Rolls Royce Deutschland in Brandenburg niedergelassen. Weitere internationale Unternehmen wie Amazon und Zalando haben kürzlich Standorte in Brandenburg eröffnet (MWAE, n.d.[7]) und auch Teslas Gigafactory soll bald in Betrieb gehen. All das weckt Hoffnungen auf eine neue wirtschaftliche Entwicklung und eine stärkere regionale Integration (siehe Abschnitt Wirtschaftliche Chancen weiter unten).

Die Strahlkraft der Berliner Startup-Szene sowie unternehmerische Aktivitäten im staatlichen Hochschulbereich (mehr dazu im Abschnitt über wirtschaftliche Chancen) könnten dazu beitragen, dass mehr KMU ihre Fähigkeit zum Wachstum und zum Wettbewerb auf den globalen Märkten verbessern.

Die einzelnen Brandenburger Regionen tragen je nach ihrer wirtschaftlichen Struktur in unterschiedlichem Maße zum BIP bei. Auf die Region Havelland-Fläming (mit der Landeshauptstadt Potsdam die bevölkerungsreichste Region und der wichtigste Regierungs-, Dienstleistungs- und Geschäftsstandort) entfällt ein Drittel des Brandenburger BIP. Die Lausitz ist die Heimat des Kohlebergbaus und Cottbus, der zweitgrößten Stadt Brandenburgs. Die wirtschaftliche Leistung der Region entspricht knapp einem Viertel des Brandenburger BIP, allerdings ist ihre Bedeutung aufgrund des allmählichen Ausstiegs aus der Kohlegewinnung (und der bevorstehenden Schließung der Kohlelagerstätten) rückläufig. Aktuell sind etwa 8 600 Menschen im Kohlebergbau und in den Kraftwerken der Region angestellt. Deutschlands zweitgrößter Energieproduzent LEAG und seine 7 800-köpfige Belegschaft wird von der Einstellung des Kohleabbaus direkt betroffen sein. Zu den Wirtschaftssektoren, die vom Kohleabbau profitieren und damit ebenfalls von dessen Einstellung betroffen sein werden, gehören das Bauwesen, Unternehmensdienstleistungen und die Fertigungsbranche (MWAE, 2020[9]).

Brandenburgs Transportinfrastruktur ist eng mit der Bundeshauptstadt Berlin vernetzt und auf sie ausgerichtet. Jeden Tag pendeln mehr als 200.000 Menschen von Brandenburg nach Berlin und über 100.000 in die andere Richtung (Berlin-Brandenburg, n.d.[10]). Es wird erwartet, dass diese Zahlen in den nächsten zehn Jahren ansteigen (VBB, 2020[11]). Da viele mit dem Auto pendeln, sind zahlreiche Straßen, insbesondere um Berlin, verstopft. Und obwohl öffentliche Verkehrsverbindungen mit Berlin gut ausgebaut sind, fehlt es in den ländlichen und abgelegenen Regionen an einer angemessenen Transportinfrastruktur. Zudem fehlt es Brandenburg an einer Bahnverbindung zu Polen und an Kanälen für den Gütertransport.

Die Mobilitätsstrategie Brandenburg 2030 hat diese Schwierigkeiten erkannt und drei Ziele zu ihrer Bewältigung festgelegt: i) die verstärkte Zusammenarbeit im Bereich der Mobilität mit Berlin und den angrenzenden polnischen Provinzen durch den Ausbau von grenzüberschreitenden Bahnverbindungen, ii) die Bewältigung der Mobilitätsprobleme in ländlichen Gebieten und iii) die bedarfsgerechte Anpassung, Erhaltung und Entwicklung von Infrastrukturen, etwa durch die Festsetzung von Prioritäten für Planungs- und Investitionsgelder nach dem Bundesverkehrswegeplan (MIL, 2017[12]).

Der weltweite Trend zur Digitalisierung wird zweifellos zunehmen, nicht zuletzt aufgrund der Corona-Pandemie, und Brandenburgs digitale Infrastruktur wird mit dieser Entwicklung mithalten müssen. Die Breitbandverfügbarkeit in Brandenburg liegt unter dem gesamtdeutschen Durchschnitt, aber über dem der übrigen neuen Länder (siehe Tabelle 2.1): Eine Internetverbindung (mit Datenraten von bis zu 50 Mbit/s) wird im Vergleich zu den übrigen neuen Ländern von relativ vielen brandenburgischen Haushalten in Anspruch genommen. Aber dieser Prozentsatz liegt noch unter dem bundesweiten Durchschnitt. Auch hinsichtlich der Haushalte mit Internetverbindungen von bis zu 100, 200, 400 oder 1000 Mbit/s belegt Brandenburg deutschlandweit den vorletzten oder gar letzten Platz (BMDV, 2021[13]).

Obwohl die Breitbandverfügbarkeit in der ersten Hälfte des Jahres 2020 angestiegen ist, fiel dieser Anstieg in Brandenburg niedriger als im Rest von Deutschland aus. Nur 83 % der Haushalte berichten, das Internet zumindest manchmal zu benutzen. Dieser Anteil an Haushalten ist geringer als der von Berlin (89 %), aber höher als der in den übrigen neuen Ländern. Gleiches gilt für die Internetnutzung von Mobilfunkdiensten (Initiative 21, 2021[14]; Gefak, 2019[15]).

Genau wie bei der Transportinfrastruktur bestehen regionale Unterschiede der Bandbreite innerhalb des Landes. Besonders in Randgebieten und in ländlichen Regionen ist die Qualität der Breitbandverbindung niedrig. Diese Problematik muss behoben werden, wenn Brandenburg attraktiver werden möchte für junge Leute aber auch für Unternehmen, die keine Entwicklungsstandorte im Großraum Berlin-Brandenburg finden können.

Brandenburg hat verstärkt Innovation, Digitalisierung und Entrepreneurship gefördert, um den Übergang zu saubereren und fortschrittlicheren Branchen zu gewährleisten. Anhand verschiedener, im Alleingang oder in Zusammenarbeit mit der Stadt Berlin, entwickelter Strategien beabsichtigt Brandenburg, seine Kapazitäten für Forschung, Entwicklung und Innovation im Bereich der Technologien zu verbessern (siehe Kasten 2.1).

Dennoch bleiben die Bereiche Forschung und Entwicklung (F&E) sowie Innovation in Brandenburg im Vergleich zu anderen deutschen Regionen leistungsschwach. Brandenburgs Bruttoinlandsaufwendungen für F&E betrugen 2019 1,8 %, was gerade mal die Hälfte des deutschlandweiten Durchschnitts ausmacht (Eurostat, 2021[18]). Der Anteil der Aufwendungen regionaler Unternehmen für F&E machte nur 36 % der Gesamtausgaben in diesem Bereich aus (im Vergleich zum nationalen Durchschnitt von 69 %) (Eurostat, 2021[18]). Mit 44 % der Gesamtausgaben kommt der Großteil der öffentlichen Ausgaben für die Forschung von der Landesregierung.

2020 reichte Brandenburg 294 internationale Patentanmeldungen nach dem Patentzusammenarbeitsvertrag beim Deutschen Patent- und Markenamt (DPMA) ein. Das entspricht 0,7 % des gesamtdeutschen Anteils. Auf 100.000 Einwohner meldete Brandenburg 12 Patente beim DPMA an, was weniger als ein Viertel des bundesweiten Durchschnitts1 von 51 Patenten ausmachte (DPMA, 2021[19]).

Viele der von Brandenburg angemeldeten Patente konzentrieren sich auf umweltbezogene Technologien im Zusammenhang mit Motoren, Pumpen und Turbinen, elektrischen Maschinen und Geräten, Elektroenergie sowie Verkehr (DPMA, 2021[19]). Brandenburg gilt als Vorreiter im Bereich der erneuerbaren Energien. Die Hauptstadtregion und die Lausitz stellen Testfelder für die Herstellung und Verwendung von Wasserstoff zur Verfügung (Cluster Energy Technology, n.d.[20]). Zudem unterstützt das Land aktiv Innovationen in den Bereichen Biopolymere, Kunststoffrecycling und Leichtbau (WFBB, n.d.[21]).

Die Landesregierung hat zudem die Hürden erkannt, vor denen besonders KMU stehen, und beabsichtigt die Schaffung besserer Wachstums- und Innovationsbedingungen in diesem Segment durch die Unterstützung dieser Unternehmen bei der Digitalisierung der Produktions- und Geschäftsabläufe. Zu diesem Zweck wurde 2015 das Innovationszentrum Moderne Industrie (IMI) Brandenburg gegründet. Es befindet sich an der Brandenburgischen Technischen Universität (BTU) Cottbus-Senftenberg und unterstützt KMU im Umgang mit Herausforderungen in den Bereichen der Automatisierungstechnik, der digitalen Fabriken und der Industrie 4.0. Das Projekt wird teilweise aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) finanziert.

Die Quoten neu gegründeter Unternehmen (also die Anzahl der Startup-Unternehmen auf 10.000 Menschen im Alter von 18 bis 64 Jahren) sind in Deutschland seit Jahren rückläufig. Da ist auch Brandenburg keine Ausnahme. Zwischen 2011 und 2020 ging die Neugründungsquote um etwa 20 % zurück2. Im selben Zeitraum hat Brandenburg allerdings seine Platzierung im Ländervergleich verbessert. Während es in den Jahren 2014–2016 noch den vorletzten Platz bei den Existenzgründungen belegte, liegt es inzwischen hinter Berlin auf Platz 2 (KFW, 2020[22]). Diese Entwicklung ist darauf zurückzuführen, dass Brandenburg Berlin umschließt, wo die Neugründungsquote weit über dem deutschen Durchschnitt liegt. Brandenburg profitiert offensichtlich von dieser Nähe, denn viele junge unternehmerisch Tätige verlegen tendenziell ihren Wohn- und Unternehmenssitz in die mietgünstigeren Berliner Vororte.

In Brandenburg wird das EXIST-Gründerstipendium (EGS), das Studierende, Absolventen und Wissenschaftler bei der Unternehmensgründung unterstützt, rege in Anspruch genommen. Beinahe zwei Drittel aller zwischen 2007 und 2019 von EGS finanzierten Projekte in Brandenburg führten zur Gründung von Unternehmen (Kulicke, 2017[23]; Lübbers, T. et al., 2021[24]).

In den letzten Jahren sind in Brandenburg verschiedene Standorte entstanden, an denen Innovatoren und Kreative neue Arten zu arbeiten und zu leben erproben können. Diese Standorte können besonders für junge und qualifizierte Arbeitskräfte interessant sein. Dazu gehören: i) das 2011 gegründete SAP Innovation Centre Potsdam (ICP), ii) ein geplantes Digitalzentrum neben der ehemaligen RAW-Halle in Potsdam, iii) Coconat in Klein-Glien im Landkreis Potsdam-Mittelmark und iv) Thinkfarm Coworking-Space in Eberswalde.

Andere zur Attraktivität der Standorte beitragende Netzwerke sind etwa: Silicon Sanssouci, ein Netzwerk, das Potsdam zum IT- und Medienstandort ausbauen möchte, und Havel Valley, eine Initiative in Brandenburg an der Havel, mit der eine nachhaltige lokale Startup-Kultur aufgebaut werden soll.

Mit dem geplanten Kohleausstieg in der Lausitz bis 2038 stellt der Bund beträchtliche Finanzierungsmittel für den Strukturwandel zur Verfügung. Dies ist eine einzigartige Chance für die Lausitz, den Übergang in eine grünere und modernere Wirtschaft zu vollziehen und ihrer Bevölkerung bessere Erfolgsaussichten zu bieten. Im Rahmen des Strukturstärkungsgesetzes Kohleregionen hat Brandenburg einen Anspruch auf ca. 10 Milliarden Euro, was knapp 25 % der nach diesem Gesetz bereitgestellten Bundesstrukturmittel ausmacht (Staatskanzlei Brandenburg, 2020[5]). Die Landesregierung entwickelt eine strategische Agenda, um die Verwendung der Gelder zu steuern (siehe Kasten 2.2). Mit diesen Initiativen soll die Lausitz als Wissenschafts- und Forschungsstandort gestärkt und besonders für junge Leute attraktiver gemacht werden.

Das Herzstück der „Modellregion Gesundheit Lausitz“ ist das Innovationszentrum Universitätsmedizin Cottbus (IUC). Es wird eine medizinische Fakultät an der BTU Cottbus-Senftenberg und ein digital mit den Gesundheitsdienstleistern aus der Region vernetztes Universitätsklinikum umfassen. Das IUC wird sich auf die Erforschung von Gesundheitssystemen und der Digitalisierung des Gesundheitswesens konzentrieren.

Am IUC können Ärzte und Wissenschaftler innovative Gesundheitsversorgungsmodelle unter realen Bedingungen entwickeln, erproben und auswerten. Damit sollen Best-Practice-Modelle erstellt werden und eine deutschlandweite Drehscheibe für die Erforschung von Gesundheitssystemen und deren Weiterentwicklung entstehen. Am IUC sollen Masterstudiengänge, wie Medical Data Science, moderne Pflegepraxis und Health Systems Science angeboten werden. Das bestehende Carl-Thiem-Klinikum Cottbus wird zu einem höchst digitalisierten Universitätsklinikum und zum Zentrum des regionalen digitalen Netzwerks ausgebaut.

Zukünftig sollen damit bis zu 200 Studierende jedes Jahr eine medizinische Ausbildung beginnen und weitere Studierende auf Masterniveau eingeschrieben werden. Am IUC sollen knapp 1600 neue Arbeitsplätze in den Bereichen der Forschung und der Pädagogik, einschließlich 80 Professuren, geschaffen werden. Die Kosten für das IUC werden bis 2038 auf insgesamt knapp 1,9 Milliarden Euro geschätzt. Am IUC sollen Fachkräfte für die Medizin von morgen ausgebildet und an die Region gebunden werden. Zudem soll die Lausitz als Wissenschafts- und Forschungsstandort gestärkt und eine umfangreiche und qualitativ hochwertige medizinische und pflegerische Versorgung sichergestellt werden.

Befragte Akteure räumten dem Lausitz-Fonds großes Potenzial für die Wiederbelebung der lokalen Wirtschaft und die Stärkung der regionalen Forschungsinfrastruktur ein. Dennoch äußerten sie auch Bedenken über die Transparenz im Planungsprozess und die langfristigen Kosten des Innovationszentrums. Sie verwiesen insbesondere auf die geschätzte Zahl der Absolventen in den angebotenen Gesundheitsberufen und die potenzielle Schwierigkeit, diese medizinischen Fachkräfte an Brandenburg zu binden, was immerhin mit dem Aufbau des Innovationszentrums bezweckt wird. Ein strukturierter Dialog mit allen staatlichen brandenburgischen Hochschulen (nicht nur jenen, denen die Fördermittel direkt zugute kommen) erscheint angebracht, um eine Bestandsaufnahme aller dringenden Anliegen zu machen und diese während des gesamten Prozesses zu berücksichtigen.

Vor der Coronakrise ging es der Region um den Flughafen Berlin-Brandenburg prächtig, was aus den Zahlen der Unternehmensgründungen und der neuen Arbeitsplätze ersichtlich wird. Von 2013 bis 2020 kam es in der Region zu 870 Ansiedlungs- und Erweiterungsprojekten, wodurch mehr als 39.000 Arbeitsplätze geschaffen wurden (Airport Region Berlin Brandenburg, 2020[26]). In den vor dem Ausbruch der Pandemie durchgeführten Studien und Prognosen wurde ein erheblicher Beschäftigungsschub vorausgesagt: Bis zu 70.000 Arbeitsplätze sollten im Zusammenhang mit dem Flughafen entstehen (Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg, 2020[27]). Zudem wurde erwartet, dass die Nachfrage nach Industrie- und Gewerbeflächen in Flughafennähe das Angebot übersteigen würde (Agiplan, 2019[28]).

Ungeachtet coronabedingter Unsicherheiten sind sich regionale Akteure sicher, dass der Flughafen die Entwicklung der Region auf lange Sicht positiv beeinflussen wird. Doch der Flughafen stellt nicht die einzige treibende Kraft in dieser Entwicklung dar. Auch die Nähe zu Ballungszentren, das Angebot qualifizierter Arbeitskraft und das Unternehmensnetz spielen eine wichtige Rolle. Einige Schwachstellen müssen allerdings noch behoben werden: unzureichende Langstreckenflugverbindungen, Zug- und Autobahnanbindungen an den Flughafen und seine Umgebung sowie freie Flächen zur Industrie- und Gewerbeentwicklung (Gefak, 2019[15]).

Im Frühjahr 2020 begann der US-amerikanische Autohersteller Tesla mit dem Bau seiner neuen Gigafactory im etwa 30 km östlich vom Berliner Flughafen gelegenen Grünheide. Das fertige Fabrikgelände wird sich über eine Fläche von insgesamt 300 Hektar erstrecken. Tesla möchte Anfang 2022 mit der Herstellung von E-Autos beginnen. Die Produktionskapazität soll bis zu 500.000 Stück pro Jahr betragen. In einer weiteren Fabrik, die ebenfalls in Grünheide entstehen soll, möchte Tesla die Batteriespeicher für seine E-Autos produzieren. Das Investitionsvolumen überschreitet eine Milliarde Euro. Tesla möchte bei voller Kapazität bis zu 12.000 Mitarbeiter beschäftigen (Land Brandenburg, 2021[29]). In der Endausbauphase könnten bis zu 40.000 Mitarbeiter in der Fabrik angestellt sein. In verschiedenen Bereichen wird ein hoher Bedarf an Fachkräften bestehen: Vom Ingenieurswesen und der Herstellung über Personal- und Rechtswesen bis hin zur Lieferkette sowie Service- und Energieinstallation (Meyer, 2020[30]; Tesla, 2021[31]).

Um seinen Bedarf an qualifizierten Arbeitskräften zu decken, hat Tesla mit der Arbeitsagentur Berlin-Brandenburg und insbesondere mit der Niederlassung in Frankfurt (Oder) zusammengearbeitet (Land Brandenburg, 2021[29]).

Der Bau der Tesla-Fabrik wird voraussichtlich positive Auswirkungen haben: hochqualifizierte Arbeitsplätze, Übertragungseffekte, wie die Ansiedlungen weiterer Fabriken, Lieferanten und Dienstleister sowie die Zusammenarbeit mit dem Hochschul- und Forschungssektor. Tatsächlich hat der US-amerikanische Hersteller von Batteriesystemen Microvast bereits eine neue Fabrik in Ludwigsfelde gebaut, die als europäischer Hauptsitz des Unternehmens fungieren soll. Weitere Unternehmen werden wahrscheinlich nachziehen (Industrie- und Handelskammer Berlin, n.d.[32]).

Einige Sozialpartner erkannten zwar das große Potenzial der Tesla-Fabrik für die wirtschaftliche Entwicklung der Region an, äußerten aber auch Bedenken. Insbesondere KMU sorgen sich über die verschärfte Konkurrenz um qualifizierte Arbeitskräfte. Gewerkschaften wollen gute Arbeitsbedingungen und das Recht auf Mitbestimmung in der Tesla-Fabrik durchsetzen. Auch müssen die brandenburgischen Hochschulen und Forschungseinrichtungen unter den übrigen deutschen und europäischen Hochschulen hervorstechen, um Tesla für eine Zusammenarbeit in Forschung und Bildung zu gewinnen.

Um mögliche Auswirkungen der Tesla-Fabrik in Brandenburg einschätzen zu können, ist es hilfreich, die Entwicklung rund um die erste Tesla-Gigafactory, die 2014 in Reno, Nevada (USA) gebaut wurde, zu betrachten. Heute beschäftigen Tesla und Panasonic knapp 7.000 Mitarbeiter an diesem Standort. Seit 2014 hat sich Reno zu einem attraktiven Standort insbesondere für Technologieunternehmen und junge hochqualifizierte Arbeitskräfte entwickelt. Jeder Vierte, der sich in Reno niederlässt, ist zwischen 20 und 29 Jahren alt. Damit hat die Stadt einen deutlich höheren Anteil an dieser Altersgruppe als der Rest der USA (14 %) (Heuer, 2020[33]).

Der Standort der neuen Tesla-Fabrik in Brandenburg wirft einige Fragen zur Infrastruktur auf: Können die Autobahnen der zusätzlichen Belastung durch Passagiere und Gütertransport Stand halten? Kann die Bahninfrastruktur die zunehmende Zahl von Pendlern verkraften? Der Bahnhof in Grünfelde ist sehr klein: Kann er ausgebaut werden und wenn ja, durch welche Finanzierungsmöglichkeiten?

Im März 2021 hat die Gemeinsame Landesplanungsabteilung Berlin-Brandenburg ein Konzept zur Entwicklung des Umfeldes der Tesla-Gigafactory veröffentlicht (MIL; Stadtentwicklung Berlin; GL Berlin-Brandenburg, 2021[34]).

Viele von Brandenburgs Herausforderungen und Chancen stehen im Zusammenhang mit seiner Nähe zu Berlin oder haben direkte Wirkung auf Berlins wirtschaftliche Entwicklung und andersherum. Daher ist eine starke Kooperation und eine Koordinierung der Maßnahmen beider Länder in verschiedenen Bereichen notwendig. 2020 einigten sich die Regierungen beider Länder darauf, eine umfassende gemeinsame Agenda, den Strategischen Gesamtrahmen der Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg, voranzutreiben. Diese Vereinbarung dient der Formulierung von Leitprinzipien für die Entwicklung der Hauptstadtregion und der Erstellung eines einheitlichen Rahmens für laufende und zukünftige Vorhaben. Innerhalb des Strategischen Gesamtrahmens wurden acht Handlungsfelder festgelegt: i) Siedlungsentwicklung und Wohnungsmarkt, ii) Mobilität, iii) Wirtschaft, Fachkräfte, Energie und Klimaschutz, iv) ehrenamtliches Engagement, Medien und Demokratieförderung, v) natürliche Lebensgrundlagen und Lebensqualität, vi) digitale Transformation, vii) Wissenschaft, Forschung, Kultur und Bildung und viii) Weltoffenheit, internationale Vernetzung und Zusammenarbeit mit Polen (Berlin-Brandenburg, n.d.[35]).

Beispiele für gemeinsame, bereits angelaufene Vorhaben sind das Projekt i2030 zur Verbesserung der Bahninfrastruktur sowie die Innovationsstrategie einschließlich der Gesundheitsversorgung (Berlin-Brandenburg, n.d.[10]). Die beiden Länder verfügen zudem über eine gemeinsame Arbeitsagentur, die Regionaldirektion Berlin-Brandenburg der Bundesagentur für Arbeit, die ihre spezifische wirtschaftliche Situation berücksichtigt und ihre arbeitsmarktpolitischen Herausforderungen anhand eines integrierten Ansatzes angeht.

Bezogen auf das Jahr 2019 ist die Beschäftigungsquote des Landes in Anbetracht der Erwerbsbeteiligungsquote von 80,7 % mit 78,1 % beeindruckend. Einer der Hauptgründe für diese Beschäftigungsquote ist der hohe Anteil an erwerbstätigen Frauen (Eurostat, 2018[36]). Die Teilzeitbeschäftigung und der Geschlechterunterschied in der Teilzeitquote gehören zu den niedrigsten im gesamtdeutschen Vergleich. Die hohe Erwerbsbeteiligung von Frauen in Brandenburg (und den übrigen neuen Ländern) ist u. a. zurückzuführen auf die relativ hohen Bildungsniveaus der Frauen, ausgeprägte Werte der sozialen Gleichheit und unterstützende Maßnahmen zur Kinderbetreuung.

Die Beschäftigungsaussichten für gebildete Menschen fallen in Brandenburg besonders positiv aus. Hier sind knapp 90 % der Universitätsabsolventen, 92 % der Fachhochschulabsolventen und 83 % der Absolventen einer Berufsausbildung im Alter von 18 bis 64 Jahren beschäftigt (siehe Abbildung 2.3). Diese Beschäftigungsquoten nähern sich jenen im gesamtdeutschen Durchschnitt und sind für Universitätsabsolventen sogar etwas höher. Des Weiteren fallen geschlechterspezifische Unterschiede in der Beschäftigung von Absolventen aller drei Kategorien im bundesweiten Vergleich in Brandenburg geringer aus.

Auch Brandenburgs Arbeitslosenquote ist seit 2005 rückläufig, sodass sie sich 2019 mit 3,4 % an den Bundesdurchschnitt von 3,2 % annäherte (Eurostat, 2018[36]). Brandenburgs Arbeitslosenquote ist die niedrigste aller neuen Ländern und liegt seit 2004 auch durchweg unter der von Berlin.

Aus den Statistiken zur Arbeitslosigkeit in Brandenburg geht hervor, dass diese vielmehr durch Jugendarbeitslosigkeit als durch Langzeitarbeitslosigkeit bedingt ist (siehe Abbildung 2.4). In allen OECD-Ländern ist die Jugendarbeitslosigkeit höher und unbeständiger als die generelle Arbeitslosigkeit, da der Arbeitsmarkt für Jugendliche besonders anfällig auf die gesamtwirtschaftliche Lage reagiert. So werden bei Konjunkturflauten Spitzenwerte in der Jugendarbeitslosigkeit erreicht (OECD, 2021[37]). 2019 betrug die Jugendarbeitslosenquote in Brandenburg 7,3 % im Vergleich zu 5,8 % im gesamtdeutschen Durchschnitt. Zudem hatte Brandenburg mit 9,5 % die fünft höchste Quote an Jugendlichen, die sich weder in einem Beschäftigungsverhältnis noch in irgendeiner Art der Ausbildung befanden, verglichen zum Bundesdurchschnitt von 7,7 % (OECD, 2021[38]). Zwischen 2001 und 2018 stieg die Zahl der Jugendlichen, die ihre schulische oder berufliche Bildung abbrachen. Brandenburgs Abbrecherquote war mit 11,6 % die fünft höchste verglichen mit 10,3 % im gesamtdeutschen Schnitt (diese Quote lag im Jahr 2000 in Brandenburg noch bei 10,4 % und in ganz Deutschland bei 14,6 %) (OECD, 2021[38]).

Aufgrund der besseren Beschäftigungslage ist das verfügbare Einkommen in Brandenburg und den übrigen neuen Ländern gestiegen und nähert sich dem Bundesdurchschnitt an (siehe Abbildung 2.5). Während das durchschnittliche verfügbare Einkommen in Brandenburg im Jahr 2005 noch 86 % des nationalen Durchschnitts ausmachte, stieg es 2018 auf 89 %. Damit näherte sich das verfügbare Einkommen in Brandenburg an das von Berlin an. Dieser Trend ist vor allem auf die im Vergleich zu anderen Bundesländern steigenden Stundenlöhne zurückzuführen. Auch der Anteil der von Armut und sozialer Ausgrenzung bedrohten brandenburgischen Bevölkerung ist 2019 auf 17 % gesunken und liegt damit unter dem Bundesdurchschnitt von 17,4 %.

Indikatoren auf Makroebene verdecken wichtige interne Unterschiede. Die relativ hohe Arbeitslosenquote in bestimmten Regionen Brandenburgs ist auf den Strukturwandel zurückzuführen. In allen brandenburgischen Regionen mit Ausnahme der Region Havelland-Fläming, in der sich die Landeshauptstadt Potsdam befindet und ein Drittel der brandenburgischen Erwerbstätigen wohnt, sind die Arbeitslosenquoten überdurchschnittlich hoch. Insbesondere die Arbeitslosenquote der Uckermark war 1,7 Mal höher als der Landesdurchschnitt und fast doppelt so hoch wie der Bundesdurchschnitt.

Auch in den übrigen drei Regionen Lausitz-Spreewald, Oderland-Spree und Prignitz-Oberhavel sowie in der Stadt Brandenburg an der Havel (Havelland) bestehen regelmäßig überdurchschnittlich hohe Arbeitslosenquoten. In den an den Großraum Berlin angrenzenden Landkreisen und in jenen, wo sich Regionale Wachstumskerne und deren Wirtschaftsstrukturen befinden, sind die Beschäftigungsaussichten überdurchschnittlich hoch (siehe Abbildung 2.7) (VBB, 2020[11]). Diese Landkreise verfügen über einen besonders ausgeprägten Unternehmensdienstleistungssektor (siehe Abbildung 2.6).

Brandenburgs Behörden können sich bei der Arbeitskräfteplanung auf Prognosen zum Arbeitsmarktbedarf stützen, die von verschiedenen öffentlichen Stellen erstellt werden. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit erstellt Prognosen über die Zahl der Beschäftigten nach Wirtschaftszweigen, die in regelmäßigen Abständen aktualisiert werden. Das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg erstellt in unregelmäßigen Abständen Prognosen über die Entwicklung der Bevölkerung im Allgemeinen sowie der Erwerbstätigen. Die Handelskammern führen Befragungen unter ihren Mitgliedern durch und verwenden die Ergebnisse zur Modellierung des Bedarfs beim Fachkräftemonitoring in Brandenburg, mit dem Prognosen speziell für Brandenburg erstellt und deren Ergebnisse auf dem Online-Fachkräfteportal veröffentlicht werden. Das Portal erscheint besonders nützlich, da es den Bedarf und das Angebot für verschiedene Kompetenzen in verschiedenen Wirtschaftsbereichen und Regionen darstellt und ein Fachkräftemangel damit leicht ermittelt werden kann. Es ist jedoch zu beachten, dass die Vorhersagen auf der Grundlage verfügbarer Daten und jüngster Trends erstellt werden und somit dem Strukturwandel und anderen Störungen, die etwa durch die Digitalisierung bedingt sind, nicht gerecht werden.

Das MWAE (2020[9]) sagte voraus, dass die Beschäftigtenzahl für Brandenburgs Fertigungsbranche bis 2040 auf 17 % sinken wird, im Vergleich zu 20 % im gesamtdeutschen Durchschnitt. Zudem wird die IKT-Branche in Brandenburg 2040 wohl gerade mal 1,8 % der Erwerbstätigen beschäftigen, verglichen mit aktuell 1,6 %. Damit rangiert Brandenburg auf dem vorletzten Platz im deutschlandweiten Vergleich. Der relativ niedrige Anteil der IKT-Branche an der derzeitigen Wirtschaft in Brandenburg und die negativen Vorhersagen für diesen Sektor sind bedenklich für Brandenburgs Wirtschaftsentwicklungsagenda. Immerhin ist eine niedrige Durchdringung dieses Sektors ein Zeichen für die geringe Fähigkeit, Nutzen aus der Digitalisierung zu ziehen. Andererseits werden im Bereich der öffentlichen und privaten Dienstleistungen voraussichtlich auch weiterhin neue Arbeitsplätze geschaffen.

Die Prognose des Fachkräfteportals, wonach bis 2030 nur für 16 % aller Arbeitsplätze eine höhere (akademische oder berufliche) Qualifikation, aber für 61 % ein mittlerer postsekundärer/tertiärer Abschluss erforderlich ist, erscheint ein wenig überholt. Sie basiert auf den Mindestbildungsanforderungen für den Eintritt in einen Beruf, geht davon aus, dass sich diese Ausbildungsanforderungen nicht mit der Zeit verändern und erfasst möglicherweise nicht angemessen die neu entstehenden Arbeitsplätze in sich rasch entwickelnden Bereichen oder die Chancen im Zusammenhang mit dem Strukturwandel in der Lausitz sowie die fortschreitende Innovationsagenda und die Ansiedlung von Großunternehmen wie Tesla in der Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg.

Der Marktanalysenanbieter Burning Glass Technologies3 berichtet, dass in fast einem Viertel der in Brandenburg veröffentlichten Stellenanzeigen eine höhere Qualifikation (Fach- und Führungskräfte) vorausgesetzt wird und dass sich dieser Trend verstärkt (siehe Abbildung 2.8, Diagramme A und B). 2019 bestand der höchste Bedarf an hochqualifizierten Fachkräften in den Bereichen Natur- und Ingenieurwissenschaften, Wirtschaft und Verwaltung sowie IKT. Seit 2014 ist die Nachfrage besonders in den beiden letzteren Bereichen gestiegen (siehe Abbildung 2.8, Diagramm C).

Aus den Daten von Burning Glass Technologies geht hervor, dass unter den hochqualifizierten Berufen besonders Ingenieure und Softwareentwickler, Systemanalytiker, Sozialarbeiter und -berater, Fachärzte und -krankenpfleger sowie Experten für Unternehmensentwicklung, Marketing und Rechnungswesen mit Top-Stellenangeboten rechnen können. Arbeitgebende suchen berufsübergreifend zunehmend nach IKT-Kompetenzen und schätzen transversale Kompetenzen wie Zusammenarbeit. Und obwohl Fachkompetenz nach wie vor wichtig ist, nimmt ihre Bedeutung ab (siehe Abbildung 2.8, Diagramm D).

Für viele der Stellen, die (vor der Coronakrise) auf der Liste der 10 am stärksten nachgefragten Arbeitsstellen standen, ist ein postsekundärer Abschluss jedoch nicht unbedingt notwendig. So besteht der höchste Bedarf beispielsweise an Vertriebsassistenten, Arbeitern, Frachtabfertigern und Reinigungskräften. Für keine dieser Positionen ist ein Nachweis einer postsekundären Ausbildung nötig. Dagegen wird für 32 % der Stellen auf der Liste ein postsekundärer Abschluss verlangt (Krankenpfleger, Biologen und Verwaltungsassistenten) und für weitere 22 % ein Hochschulabschluss (Maschinenbauer, Sozialarbeiter und Systemanalytiker).

Ungedeckter Bedarf an hochqualifizierten Fachkräften zeichnet sich bereits in vielen Wirtschaftszweigen Brandenburgs ab. Das Fachkräfteportal berichtet von fehlenden Absolventen mit einem höheren Abschluss in vielen Berufen. Dieser Trend wird sich in Zukunft wohl noch verstärken. 2019 blieben knapp 9.200 Positionen in den Bereichen Ingenieurwesen, Wissenschaft und Technik unbesetzt. Bis 2030 sollen es mehr als 10.000 unbesetzte Stellen sein. Zudem fehlte es an 13.700 Fach- und Führungskräften in Unternehmen, für die die Vorhersage bis 2030 auf 19.000 ansteigt. Die Nachfrage nach IKT-Kompetenzen kann derzeit ebenfalls nicht gedeckt werden. Auch soll es künftig vermehrt an Berufsträgern im medizinischen, krankenpflegerischen und unterrichtendem Bereich fehlen.

Dieser Mangel an Fachkräften birgt sowohl wirtschaftliche als auch soziale Risiken im gesamten Land. Akteure stufen den Fachkräftemangel als größtes Hindernis für das Wirtschaftswachstum Brandenburgs ein. Auch die sozialen Auswirkungen des Fachkräftemangels können akut sein, insbesondere im Gesundheitsbereich. Eine andere Herausforderung besteht für das Land in einer flächendeckenden Ansiedlung von medizinischen Fachkräften. 2018 waren nur 373 Ärzte pro 100.000 Einwohner in Brandenburg niedergelassen, verglichen mit 431 Medizinern im gesamtdeutschen Durchschnitt (OECD, 2021[38]). Auch zwischen den einzelnen Regionen des Landes gibt es Unterschiede. Die Regionen mit der höchsten Anzahl an Kinderbetreuungs- und Schulplätzen befinden sich in der Nähe von Berlin. Entlegenere Regionen verfügen nicht einmal über die Hälfte der notwendigen Plätze in Kindertagesstätten und Schulen (Statistik Berlin-Brandenburg, 2021[41]).

Während die Zahl der Absolventen an Brandenburgs Hochschulen im Zeitraum 2005–2015 stetig angestiegen ist, stagnieren die Zahlen der Studienabschlüsse in den meisten Studiengängen seit fünf Jahren (siehe Abbildung 2.9). 2019 fielen die Zahlen der Studienabschlüsse beinahe auf ihr Niveau von vor zehn Jahren. Lediglich der Bereich der Humanmedizin und des Gesundheitswesens verzeichnet Zuwachs. Trotz des deutlichen Rückgangs in den Rechts-, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften sowie im Ingenieurwesen bleiben diese Bereiche neben den Kunst- und Geisteswissenschaften in Brandenburg am stärksten vertreten. 2019 erwarben 36 % der Absolventen in Brandenburg einen Abschluss in den Rechts-, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften, 14 % im Ingenieurwesen und 14,6% in den Kunst- und Geisteswissenschaften.

In Brandenburg bleibt die Gewährleistung einer ausreichenden Zahl qualifizierter Arbeitskräfte zur Deckung des aktuellen und zukünftigen wirtschaftlichen Bedarfs auch weiterhin von Belang. Wie bereits erwähnt, wird Brandenburgs Bevölkerung bis 2040 vermutlich um 3 % schrumpfen und älter werden. Der Anteil der über 65-Jährigen soll bis 2030 auf 30 % ansteigen, verglichen mit derzeitig 25 %. Dies ist zum Teil in einem erwarteten Rückgang der Bevölkerung im Alter von 25 bis 65 Jahren begründet, der zwischen 2019 und 2030 voraussichtlich 11 % ausmachen wird. Über denselben Zeitraum wird der Anteil dieser Altersgruppe an der Gesamtbevölkerung von 54 % auf 48 % sinken.

Die Abwanderung von Menschen im Alter von 25 bis 65 Jahren wird dazu führen, dass eine schrumpfende Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter mehr ältere Menschen unterstützen muss. Darüber hinaus scheiden hochqualifizierte Arbeitskräfte in der Mitte ihrer Laufbahn aus, wodurch es auf dem Arbeitsmarkt schwerer wird, Chancen auszunutzen (Statistik Berlin-Brandenburg, 2021[1]) (MWAE, 2020[9]).

Fortschritte in digitalen Technologien, Klimaschutzengagement und demografischer Wandel verändern die Wirtschaft und damit auch den Bedarf an Fachkräften in Brandenburg. Neue Wirtschaftszweige und Arbeitsplätze entstehen, während andere, besonders die Kohleindustrie und damit verwandte umweltunfreundliche Branchen, rückläufig sind. Selbst innerhalb der bestehenden Berufe verändern sich die von den Arbeitskräften ausgeführten Aufgaben und die dafür benötigten Qualifikationen erheblich. Der Trend bei den Hochschulabschlüssen kann jedoch eine Schwierigkeit für den wirtschaftlichen Wandel Brandenburgs darstellen.

In den vergangenen 20 Jahren ist das Bildungsniveau der erwachsenen Bevölkerung Brandenburgs relativ stabil geblieben. Mehr als 90 % der Menschen im Alter von 25 bis 65 Jahren verfügen zumindest über einen höheren Schulabschluss (Abitur oder vergleichbarer Abschluss). 2019 hatten 29 % der erwachsenen Bevölkerung in Brandenburg einen Tertiärabschluss (ISCED-Stufen 5–8) inne, was dem gesamtdeutschen Durchschnitt von 30 % sehr nahe war. Dennoch bedeutet dies einen Rückgang über die letzten 20 Jahre (Eurostat, 2018[36]). Während der Anteil der Frauen in Brandenburg mit einem Tertiärabschluss im Jahr 2000 noch ein Drittel ausmachte, verglichen zu 19 % in ganz Deutschland, kam es 2019 zu einem leichten Rückgang auf 30 % bei den Frauen in Brandenburg, aber zu einem deutlichen Anstieg in Deutschland insgesamt auf 27 % (Eurostat, 2018[36]). Gleichzeitig verfügen seit 2009 weniger Männer in Brandenburg über einen Hochschulabschluss als im Bundesdurchschnitt. Allerdings besitzt ein steigender und überdurchschnittlicher Teil unter ihnen einen höheren Sekundär- bzw. einen nicht-tertiären postsekundären Abschluss, wie etwa einen Berufsabschluss (Eurostat, 2018[36]).

Allerdings können die jungen Menschen in Brandenburg mit diesen Werten nicht mithalten: 2019 hatten 12 % der 25–34 Jährigen nicht einmal einen mittleren Schulabschluss inne. Dieser Anteil betrug vor 20 Jahren nur 6 % und hat sich also verdoppelt. Der Anteil der jungen Männer ohne mittleren Bildungsabschluss betrug 15 % in Brandenburg und 14 % im gesamtdeutschen Durchschnitt. Jeder fünfte junge Brandenburger verfügte 2019 jedoch über einen Hochschulabschluss. Dieser Anteil hat sich in den letzten 20 Jahren zwar nicht verändert, liegt aber unter dem deutschlandweiten Durchschnitt von 34 %. Bei den jungen Frauen in Brandenburg sind die Abschlussquoten seit 2009 unter den Bundesdurchschnitt gefallen Eurostat (Eurostat, 2018[36]).

Der Anteil an älteren Lernenden, die an Weiterbildungsprogrammen teilnehmen, ist auch niedrig, was besorgniserregend für die künftige Leistung von Brandenburgs Arbeitskräften auf dem Arbeitsmarkt ist. Allerdings gibt es je nach Bildungsniveau deutliche Unterschiede. Sowohl in Brandenburg als auch in ganz Deutschland nehmen durchschnittlich etwa 37 % der Menschen mit einem Hochschulabschluss an formellen oder informellen Weiterbildungsmaßnahmen teil (siehe Abbildung 2.10). Unter Personen mit einem Berufs- oder einem Schulabschluss ist der Anteil weitaus geringer. Für diese Personengruppen fällt die Teilnahmequote an Weiterbildungsmaßnahmen in Brandenburg niedriger aus als im Rest von Deutschland. Es ist besorgniserregend, dass nur so wenige Menschen an Weiterbildungsmaßnahmen teilnehmen. Das Streben nach Wissen und Fähigkeiten während des gesamten Lebens und der gesamten beruflichen Laufbahn ist der Schlüssel zum Erfolg in der modernen wissensbasierten Wirtschaft von heute. Dadurch wird dem Einzelnen die Anpassung an einen rasch wechselnden Bedarf an Kompetenzen und an die zunehmende Flexibilität am Arbeitsmarkt erleichtert. Zudem scheint die Höher- und Umqualifizierung der Arbeitskräfte in Brandenburg von wesentlicher Bedeutung, um dem aufkommenden Qualifikationsbedarf zu begegnen, da das Reservoir an jungen Arbeitskräften mit den aktuellsten Kompetenzen stetig kleiner wird.

Der in einer alternden Gesellschaft und in branchenspezifischen Veränderungsprozessen begründete Strukturwandel in Brandenburg erweist sich als eine zentrale und zukunftsorientierte Aufgabe des Landes. Das Land sollte es sich mit seiner Forschungs- und Bildungspolitik zum obersten Ziel machen, langfristig Wachstum und Innovation zu schaffen sowie qualifizierte Arbeitskräfte hervorzubringen. Dies kann nur durch ein national und international attraktives Hochschulsystem bewerkstelligt werden. Somit spielt die staatliche Hochschulpolitik eine entscheidende Rolle bei der Gestaltung von Brandenburgs Zukunft.

Brandenburgs Chancen liegen größtenteils in Forschung, Innovation und Qualifikation. Der Austausch zwischen dem Hochschulbereich und der Arbeitswelt in privaten Unternehmen und dem öffentlichen Bereich spielt eine wichtige Rolle in der Agenda zur wirtschaftlichen Umgestaltung des Landes. KMU und unternehmerisch Tätige sind größtenteils auf lokale Arbeitsmärkte angewiesen, um wachsen und auf internationalen Märkten auftreten zu können. Daher muss das Bildungssystem ein Reservoir an hochqualifizierten Fachkräften schaffen. Wenn die lokale Wirtschaft jedoch mit niedrig qualifizierten Arbeitskräften funktionieren muss und die Fähigkeiten der verfügbaren Arbeitskräfte nicht nutzbringend verwerten kann, wird sie keine Chance auf Wachstum und Entwicklung haben.

Als Motor der Kompetenzentwicklung und der Forschung wird das brandenburgische Hochschulsystem daher maßgeblich zur Wahrnehmung dieser Chancen beitragen. Ein leistungsfähiger Hochschulbereich hat das Potenzial, eine aktivere Rolle bei der wirtschaftlichen Entwicklung des Landes in vielen Bereichen zu spielen:

  • Die Nähe zu Berlin: Die Regierungen von Brandenburg und Berlin haben eine gemeinsame Entwicklungsagenda auf den Weg gebracht. Der Strategische Gesamtrahmen der Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg soll einen kohärenten Rahmen für Initiativen schaffen und umfasst unter anderem die Schwerpunktbereiche Kompetenzentwicklung sowie Forschung und Innovation. Daraus ergeben sich folgende Chancen für Brandenburgs Hochschulen: eine verbesserte Zusammenarbeit mit dem umfangreichen Forschungs- und Innovationsbereich in der Hauptstadt (mit Berlins Hochschulen und ganz besonders den dort ansässigen unabhängigen Forschungsinstituten), der Austausch von Expertise und die gemeinsamen Nutzung von Forschungsinfrastrukturen und schließlich gemeinsame Bemühungen für die Gewinnung internationaler Forschungstalente. Die zahlreichen in Berlin entstehenden Startups könnten sich durch Regierungsinitiativen auch in Brandenburg niederlassen. Diese Initiativen könnten etwa aus verschiedenen Dienstleistungen (in den Bereichen Ausbildung, Forschung und Innovation) des Hochschulsektors bestehen.

  • Bundesfinanzierung für den Strukturwandel: Die Bundesregierung wird erhebliche Mittel aus den Strukturfonds bereitstellen, um den allmählichen Ausstieg aus der Kohleindustrie in der Lausitz zu unterstützen. Die Pläne der Landesregierung für die Verwendung der Mittel sind auf die Stärkung der Lausitz als Wissenschafts- und Forschungsstandort ausgerichtet. Daraus ergibt sich die Chance für die Landesregierung, die Expertise des gesamten Hochschulsektors (und nicht nur der Hochschulen in der Lausitz) zu nutzen, um anhand der Übergangsfinanzierung Exzellenzzentren für Hochschulbildung und Forschung in der Region aufzubauen.

  • Neuartiges Arbeiten (und Studieren): Mit der Corona-Pandemie sind neue Arbeitsweisen entstanden, die es Unternehmen (und Hochschulen) ermöglichen, ihren Betrieb flexibler zu gestalten, bei dem die Angestellten (und Studierenden) weniger an ihren Arbeits- (und Studien-)Ort gebunden sind. An den Hochschulen werden hybride Lehrformate angeboten, was es auch auswärtigen Studierenden ermöglicht, an brandenburgischen Hochschulen zu studieren. Genauso sind in Brandenburg wohnhafte Angestellte von Berliner Unternehmen (und umgekehrt) nicht mehr zum täglichen Pendeln gezwungen. Damit die Hochschulen in vollem Umfang von diesem Trend profitieren können, müsste allerdings die Qualität der Breitband-Internetverbindung verbessert werden.

  • Wie geht es mit Tesla weiter: Teslas umfangreiche Investitionen in das neue Werk in Grünheide werden voraussichtlich große Vorteile für die Wirtschaft, den Arbeitsmarkt und die Infrastruktur dieser Region mit sich bringen. Als Unternehmen an der Spitze einer neuen Technologie wird Tesla vermutlich Partnerunternehmen in die Region bringen. Dadurch ergibt sich potenziell zusätzlicher Bedarf an anspruchsvollen Dienstleistungen in den Bereichen Technik, Analyse und Forschung sowie weiteren Dienstleistungen, für die Hochschulen die besten Ansprechpartner sind. Hochschulen in ganz Deutschland stellen sich als bevorzugte Lieferanten von Tesla und seinen Partnern auf. Für die brandenburgisch Hochschulen besteht die Chance, sich in ihren Beziehungen zu Tesla von anderen deutschen Hochschulen dadurch abzuheben, dass sie sich als ein Hochschulsystem präsentieren, das (unterstützt von den Ministerien der Landesregierung, anstatt als einzelne unzusammenhängende Einrichtungen) gebündelte Dienstleistungen in den Bereichen Forschung und Talententwicklung anbieten kann.

  • Die Strategie für lebenslanges Lernen in der Bundesrepublik Deutschland: Weiterbildung/lebenslanges Lernen ist für die Entwicklung von Unternehmen weltweit enorm wichtig, da hochentwickelte Technologien die Arbeitsweisen verändern und die Komplexität der Arbeitsprozesse und der für die Arbeit benötigten Kompetenzen erhöhen. Dadurch kann es Menschen ermöglicht werden, länger erwerbstätig zu sein – eine Notwendigkeit angesichts der steigenden Lebenserwartungen, der besseren Gesundheit und Mobilität älterer Leute und des sinkenden Anteils der traditionellen erwerbstätigen Bevölkerung an der Gesamtbevölkerung.

Quellennachweise

[28] Agiplan (2019), Gewerbeflächenkonzept im Umfeld des Flughafens Berlin Brandenburg ‘Willy Brandt‘ (BER), https://www.airport-region.de/fileadmin/redaktion/Praesentationen_GeFlaeko/01_Flashlights_agiplan.pdf (accessed on 15 April 2021).

[26] Airport Region Berlin Brandenburg (2020), Steinbach: “Airport region boom growing ever stronger”, https://www.airport-region.com/news/business/flughafenregion-boomt-immer-staerker/.

[16] Berlin-Brandenburg (2019), innoBB 2025: Joint Innovation Strategy of the States of Berlin and Brandenburg, Land Brandenburg und Land Berlin, https://innobb.de/sites/default/files/2020-01/innobb_2025_-_joint_innovation_strategy_of_the_states_of_berlin_and_brandenburg_0.pdf.

[10] Berlin-Brandenburg (n.d.), Strategischer Gesamtrahmen: Mobilität, https://www.berlin-brandenburg.de/zusammenarbeit/strategischer-gesamtrahmen/mobilitaet/ (accessed on 5 February 2022).

[35] Berlin-Brandenburg (n.d.), Überlegungen zu einem Strategischen Gesamtrahmen, https://www.berlin-brandenburg.de/zusammenarbeit/strategischer-gesamtrahmen/.

[13] BMDV (2021), Aktuelle Breitbandverfügbarkeit in Deutschland (Stand Mitte 2021), Bundesministerium für Digitales und Verkehr, https://www.bmvi.de/SharedDocs/DE/Publikationen/DG/breitband-verfuegbarkeit-mitte-2021.pdf?__blob=publicationFile.

[43] Burning Glass Technologies (n.d.), Burning Glass Technologies - Home, https://www.burning-glass.com/ (accessed on 5 October 2021).

[20] Cluster Energy Technology (n.d.), Hydrogen | Energy of the future, https://energietechnik-bb.de/en/topics/hydrogen-energy-future (accessed on 5 January 2022).

[19] DPMA (2021), Aktuelle Statistiken: Patente, Deutsches Patent- und Markenamt, https://www.dpma.de/english/our_office/publications/statistics/patents/index.html.

[18] Eurostat (2021), GERD by sector of performance and NUTS 2 regions, https://appsso.eurostat.ec.europa.eu/nui/show.do?dataset=rd_e_gerdreg (accessed on 30 October 2021).

[2] Eurostat (2019), Gross domestic product (GDP) at current market prices by NUTS 3 regions [NAMA_10R_3GDP__custom_832187], https://appsso.eurostat.ec.europa.eu/nui/show.do?dataset=nama_10r_3gdp&lang=en (accessed on 18 April 2021).

[36] Eurostat (2018), Regional Statistics, https://ec.europa.eu/eurostat/web/regions/data/database (accessed on 2 November 2021).

[15] Gefak (2019), Unternehmensbefragung 2019, Wirtschaftsförderung Brandenburg GmbH.

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[32] Industrie- und Handelskammern, B. (ed.) (n.d.), Willkommen in Berlin, https://www.berliner-wirtschaft.de/schwerpunkt/wirtschaftsfaktor-ber/ (accessed on 14 April 2021).

[14] Initiative 21 (2021), D21 Digital Index 2020/2021: Jährliches Lagebild zur Digitalen Gesellschaft, https://initiatived21.de/app/uploads/2021/02/d21-digital-index-2020_2021.pdf.

[22] KFW (2020), KfW-Gründungsmonitor 2020: Gründungstätigkeit in Deutschland 2019: erster Anstieg seit 5 Jahren – 2020 im Schatten der CoronaPandemie, KfW Bankengruppe, https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/Konzernthemen/Research/PDF-Dokumente-Gr%C3%BCndungsmonitor/KfW-Gruendungsmonitor-2020.pdf.

[23] Kulicke (2017), EXIST-Gründerstipendium – Gründungsquote und Entwicklung der neuen Unternehmen: – Gründungsvorhaben mit Förderbeginn September 2007 bis Dezember 2014 (nach alter Richtlinie), Fraunhofer Institut für System und Innovationsforschung, Karlsruhe, https://www.isi.fraunhofer.de/content/dam/isi/dokumente/ccp/exist/EXIST-Gruenderstipendium-Gruendungsquote-und-Entwicklung-der-jungen-Unternehmen_2017.pdf.

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[12] MIL (2017), Mobilitätsstrategie Brandenburg 2030, Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburg, https://mil.brandenburg.de/sixcms/media.php/9/Mobilit%C3%A4tsstrategie_bf.pdf.

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[38] OECD (2021), Regional Statistics, https://www.oecd.org/regional/regional-statistics/ (accessed on 15 March 2021).

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[5] Staatskanzlei Brandenburg (2020), Das Lausitzprogramm 2038. Prozesspapier zum Aufbau von Entscheidungs- und Begleitstrukturen im Transformationsprozess, Lausitz-Beauftragter des Ministerpräsidenten, https://lausitz-brandenburg.de/wp-content/uploads/2020/09/Lausitzprogramm-2038_20200914.pdf.

[1] Statistik Berlin-Brandenburg (2021), Bevölkerungsvorausberechnung für das Land Brandenburg 2020 bis 2030, Statistik Berlin-Brandenburg, https://download.statistik-berlin-brandenburg.de/2d433971f996bdf4/ec5cead7539c/SB_A01-08_2021_BB.pdf (accessed on 2 November 2021).

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[6] Statistisches Bundesamt (2020), Unternehmen (Unternehmensregister-System): Bundesländer, Jahre, Wirtschaftszweige (Abschnitte), Beschäftigtengrößenklassen.

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[31] Tesla (2021), Jobs Portal, https://www.tesla.com/de_DE/careers/search/?country=DE (accessed on 6 May 2021).

[27] Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg (2020), Spät, aber oho: Der Flughafen BER nimmt endlich den Betrieb auf. Schon heute sorgt er für einen Boom in der Region, https://www.uvb-online.de/de/spaet-aber-oho (accessed on 15 April 2021).

[11] VBB (2020), Mobilität in der wachsenden Hauptstadtregion – Chancen und Herausforderungen, Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg, https://www.i2030.de/wp-content/uploads/2020/02/i2030-Metropolbroschuere.pdf (accessed on 4 February 2021).

[21] WFBB (n.d.), Brandenburg – Sustainable Today, Wirtschaftsförderung Brandenburg GmbH, https://innovatives-brandenburg.de/en/sustainable-today.

Anmerkungen

← 1. Dabei ist zu beachten, dass Patentierungsquoten in Gebieten mit hoher Bevölkerungsdichte, in Großstädten und in Städten, in denen große, leistungsstarke Forschungseinrichtungen angesiedelt sind, tendenziell höher ausfallen. Verglichen mit anderen Bundesländern bleibt Brandenburg hinsichtlich einiger dieser Kriterien zurück.

← 2. Hierbei ist jedoch zu beachten, dass die Unternehmensgründungsquote in Brandenburg zwischen 2016 und 2019 angestiegen ist, die Covid-19-Pandemie aber im Zeitraum von 2019 bis 2020 einen Rückgang auf allen Ebenen verursacht hat.

← 3. Burning Glass Technologies (n.d.[43]) sammelt Daten aus Stellenanzeigen aller Online-Jobbörsen.

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