1887

OECD Multilingual Summaries

Education Policy Outlook 2015

Making Reforms Happen

Summary in German

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Die komplette Publikation finden Sie unter:
10.1787/9789264225442-en

Bildungspolitischer Ausblick 2015

Umsetzung von Reformen

Zusammenfassung in Deutsch

In den OECD‑Ländern fließen über 12% der Staatsausgaben in die Bildung. Wie internationale Erhebungen – etwa die Internationale Schulleistungsstudie der OECD (PISA) – zeigen, bestehen jedoch große Unterschiede im Hinblick darauf, wie diese Mittel verwendet werden und was mit ihnen erreicht wird. Die vorliegende erste Ausgabe des Education Policy Outlook 2015: Making Reforms Happen zielt darauf ab, Bildungspolitikern und anderen Akteuren des Bildungssektors zu zeigen, wie ihre Kollegen in anderen Ländern mit Herausforderungen umgehen, die sich auch ihnen stellen, vom Unterrichten heterogener Schülerpopulationen bis hin zur Einführung von Maßnahmen, mit denen die Schulen für die Qualität des von ihnen angebotenen Unterrichts zur Rechenschaft gezogen werden. Der Bericht gibt einen ausführlichen Überblick über rund 450 Bildungsreformen, die zwischen 2008 und 2014 im OECD‑Raum durchgeführt wurden. Diese Politikmaßnahmen wurden zwar jeweils in einem bestimmten Kontext konzipiert, können jedoch als Inspiration für Politikverantwortliche dienen, die nach wirkungsvollen Möglichkeiten suchen, um ihre eigenen Bildungssysteme zu verbessern.

Trends in der Bildungspolitik

Nahezu jeder fünfte 15‑jährige Schüler im OECD‑Raum erwirbt nicht einmal das Mindestniveau an Kompetenzen, das nötig ist, um voll am Leben der heutigen Gesellschaft teilzuhaben. Bei rd. 16% der in jüngster Zeit durchgeführten Reformen lag das Augenmerk auf der Sicherung von Qualität und Chancengerechtigkeit im Bildungswesen. Viele Länder haben Politikmaßnahmen zur Förderung sozioökonomisch benachteiligter Schülerinnen und Schüler bzw. zur Unterstützung von Schulen mit heterogenen Schülerpopulationen Priorität eingeräumt. Zu diesen Politikmaßnahmen zählen die Förderung der Māori‑ und Pasifika‑Populationen in Neuseeland, die Schülerprämie („Pupil Premium“) in England und das Fördergesetz „Ley de subvención escolar preferencial“ in Chile. Australien und Polen haben sich darauf konzentriert, die Teilnahme an frühkindlicher Betreuung, Bildung und Erziehung sowie deren Qualität zu steigern.

Etwa 29% der im vorliegenden Bericht betrachteten Reformmaßnahmen zielten darauf ab, die Schülerinnen und Schüler besser auf die Zukunft vorzubereiten. Zu diesem Zweck haben zahlreiche Länder das Augenmerk auf die Verbesserung der Qualität sowie der Relevanz ihrer Berufsbildungsgänge bzw. auf die Expansion ihrer betrieblichen Berufsausbildungssysteme gelegt. Portugal setzte eine umfassende Strategie für die berufliche Bildung um, während Dänemark und Schweden ihre Berufsbildungsgänge reformierten. Viele Länder führten ferner Politikmaßnahmen ein, mit denen sichergestellt werden soll, dass die Schülerinnen und Schüler einen Arbeitsplatz bzw. ein Weiterbildungsangebot finden. Die nationalen Qualifikationsrahmen wurden – oftmals in Zusammenarbeit mit der Europäischen Union – ebenfalls überarbeitet, um die Transparenz und Vergleichbarkeit der einzelnen Bildungssysteme zu erhöhen.

Im Blickpunkt der Länder standen darüber hinaus Verbesserungen auf Schulebene (hierauf entfielen 24% der im vorliegenden Bericht betrachteten Reformmaßnahmen) mit dem Ziel, ein positives Lernumfeld zu schaffen und gut ausgebildetes Personal anzuwerben und zu binden. Prioritär waren hierbei Politikmaßnahmen, die auf die Lehrkräfte ausgerichtet waren: Australien richtete das Australian Institute for Teaching and School Leadership ein, und die Niederlande entwickelten ein neues Programm für die Lehrerausbildung. Frankreich und die Vereinigten Staaten konzentrierten sich auf die Verbesserung der Lehrererstausbildung, während Finnland Maßnahmen zur Schaffung eines Fortbildungssystems für das Schulpersonal einführte. Einige nordische Länder und Japan reformierten ihre Lehrpläne.

Bei ihren Reformbemühungen stützen sich die Schulsysteme auf Evaluierungen und Beurteilungen. Etwa 12% der erörterten Politikmaßnahmen zielten auf diesen Aspekt des Bildungswesens ab. Chile und Mexiko stärkten beispielsweise ihre Evaluierungsinstitutionen. Italien hat im Rahmen seines Projekts VALES Politikmaßnahmen zur Entwicklung von Instrumenten und Verfahren eingeführt, um interne und externe Evaluierungen der Schulen zu fördern.

Da die Governance der Bildungssysteme zunehmend komplexer wird (9% der Reformen, über die Informationen vorliegen, betreffen solche Fragen), haben einige Länder eine Gesamtvision für ihr Bildungssystem erarbeitet (so z.B. Dänemark im Rahmen seiner Folkeskole‑Reform und Kanada mit seinen auf nationaler Ebene vereinbarten Strategien und Prioritäten), oder Funktionen und Verantwortlichkeiten durch die Schaffung neuer Institutionen bzw. die Neuorganisation der lokalen Governance‑Strukturen (Estland) klarer definiert. Weit verbreitet waren darüber hinaus Finanzierungsreformen (11% der im vorliegenden Bericht betrachteten Reformmaßnahmen) auf Systemebene („Race to the Top“ in den Vereinigten Staaten und Zukunftsinvestitionsgesetz in Deutschland), auf institutioneller Ebene („Escuelas Dignas“ in Mexiko und Reform der Schulfinanzierung in Belgien) sowie auf der Ebene der Schülerinnen und Schüler (Neuseeland).

Erfolgreiche Umsetzung von Politikmaßnahmen

Bildungsreformen können nur dann Wirkung entfalten, wenn die entsprechenden Politikmaßnahmen sinnvoll umgesetzt werden. Dies bedeutet, dass für erfolgreiche Reformen der Evaluierungs‑ und Beurteilungsverfahren z.B. ein kohärenter Rahmen sowie ausreichende Kapazitäten gegeben sein müssen, um Evaluierungen auf allen Ebenen des Bildungssystems durchzuführen und auszuwerten. Innovationen im Lernumfeld müssen, um erfolgreich eingeführt werden zu können, wiederum konkret auf spezifische Fragen des Unterrichtens und Lernens eingehen. Und um die Qualität der von den Schulen vermittelten Bildung zu verbessern, muss das Augenmerk darauf gerichtet werden, die Unterrichtspraktiken zu verändern, das richtige Gleichgewicht zwischen Druck und Unterstützung von außen zu schaffen und langfristige Ziele festzulegen und zu verfolgen.

Die Analyse ausgewählter Reformen zeigt generell, dass diejenigen Maßnahmen am wirkungsvollsten sind, die die Schülerinnen und Schüler wie auch das Lernen in den Mittelpunkt rücken, die die Kapazitäten der Lehrkräfte vergrößern und die alle beteiligten Akteure einbeziehen. In den meisten OECD‑Ländern werden insbesondere Lehrer‑ und Arbeitgeberverbände zunehmend in die Umsetzung der Politikmaßnahmen eingebunden. Die Lehrerverbände fordern einen strukturierteren Dialog mit den staatlichen Stellen, während der Unternehmenssektor sehr daran interessiert ist, engere Beziehungen zu den Bildungssystemen zu knüpfen.

Ebenso wichtig ist allerdings die aus der Analyse gezogene Erkenntnis, dass neue Politikmaßnahmen, wenn sie erst einmal eingeführt wurden, nur selten einer Erfolgskontrolle unterzogen werden. Lediglich 10% der hier betrachteten Politikmaßnahmen sind auf ihre Auswirkungen hin untersucht worden. Eine entschiedenere und konsistentere Messung der Wirkung von Politikmaßnahmen ist nicht nur langfristig kosteneffizient, sondern auch von entscheidender Bedeutung, damit die jeweils nützlichsten, umsetzbarsten und erfolgreichsten bildungspolitischen Optionen weiterentwickelt werden können.

© OECD

Übersetzung durch den Deutschen Übersetzungsdienst der OECD.

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© OECD (2015), Education Policy Outlook 2015: Making Reforms Happen, OECD Publishing.
doi: 10.1787/9789264225442-en

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