1887

OECD Multilingual Summaries

Agricultural Policy Monitoring and Evaluation 2016

Summary in German

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Die komplette Publikation finden Sie unter:
10.1787/agr_pol-2016-en

Monitoring und Evaluierung der Agrarpolitik 2016

Zusammenfassung in Deutsch

Im vorliegenden Bericht werden die OECD‑Länder und einige aufstrebende Volkswirtschaften untersucht, auf die der größte Teil der weltweiten Wertschöpfung in der Landwirtschaft entfällt. Diese 50 Länder unterscheiden sich im Hinblick auf die Bedeutung der Landwirtschaft in ihren Volkswirtschaften, die Struktur und Ausrichtung des Sektors und die Ausstattung mit natürlichen Ressourcen, auf der die Agrarproduktion basiert. Diese Länder sind in unterschiedlichem Ausmaß mit den gleichen Chancen und Herausforderungen konfrontiert: Befriedigung der wachsenden Nachfrage nach Agrarrohstoffen, die für Ernährungs‑ und andere Zwecke verwendet werden; nachhaltigere Nutzung der verfügbaren Land‑, Wasser‑ und Biodiversitätsressourcen; Anpassung an den Klimawandel und Förderung des Klimaschutzes sowie Bewältigung von häufig unvorhersehbaren Angebots‑, Nachfrage‑ und Politikschocks.

Diese Länder verbinden mit diesem Sektor auch eine Reihe gemeinsamer Ziele: den Konsumenten einen zuverlässigen Zugang zu sicheren, gesunden und nahrhaften Nahrungsmitteln zu ermöglichen; die Erzeuger in die Lage zu versetzen, ihren Lebensstandard durch ihre Geschäftstätigkeit in einem offenen und transparenten globalen Handelssystem zu verbessern; einen nachhaltigen Ressourceneinsatz, die Bereitstellung öffentlicher Güter und Lösungen zur Bekämpfung des Klimawandels zu fördern; einen Beitrag zur Sicherstellung guter Lebensbedingungen für die Landbevölkerung zu leisten, insbesondere durch die Bereitstellung einer Reihe von Ökosystemleistungen; die Widerstandsfähigkeit der landwirtschaftlichen Haushalte gegenüber Risiken zu steigern sowie insgesamt einen Beitrag zu einem breiten inklusiven Wachstum und nachhaltiger Entwicklung zu leisten. Die Länder gewichten diese Ziele unterschiedlich und verfolgen verschiedene Lösungsansätze, was sich in einem unterschiedlichen Politikmix niederschlägt.

Zusammen leisteten die in diesem Bericht untersuchten Länder im Zeitraum 2013‑2015 jahresdurchschnittliche Direktzahlungen an ihre landwirtschaftlichen Erzeuger in Höhe von 585 Mrd. US‑$ (469 Mrd. Euro), und zudem wendeten sie weitere 87 Mrd. US‑$ (69 Mrd. Euro) für allgemeine Dienstleistungen auf, die den Sektor unterstützen. Die Art und Weise, in der die Länder die Landwirte unterstützen, ist aber zweifelsohne genauso wichtig wie das Gesamtstützungsniveau. In den untersuchten 50 Ländern wurde die Agrarstützung im Durchschnitt zu 68% in der Form von Marktpreisstützung oder von Zahlungen auf der Grundlage der Produktion oder des Einsatzes von Vorleistungen ohne Einschränkung vergeben; diese Maßnahmen verzerren die Produktionsentscheidungen und können die Märkte und den Handel erheblich verzerren. Nur ein relativ geringer Anteil der Stützungsmaßnahmen ist direkt auf die identifizierten Chancen und Herausforderungen ausgerichtet, mit denen der Sektor konfrontiert ist

In den OECD‑Ländern insgesamt ist das Niveau der Stützungsmaßnahmen in den letzten 30 Jahren um ungefähr die Hälfte zurückgegangen und beläuft sich heute auf 17% der Bruttoeinnahmen der Landwirtschaft. Gleichzeitig ist das durchschnittliche Stützungsniveau in den aufstrebenden Volkswirtschaften von einem sehr niedrigen oder sogar negativen Niveau auf Werte angestiegen, die sich dem Durchschnittsniveau der OECD‑Länder annähern. Diese Durchschnittswerte verdecken jedoch große Unterschiede in den Stützungsniveaus der in diesem Bericht untersuchten Länder: In Australien, Brasilien, Kanada, Chile, Kolumbien, Israel, Kasachstan, Mexiko, Neuseeland, Südafrika, der Ukraine, den Vereinigten Staaten und Vietnam liegen die Stützungsniveaus – in einigen Fällen deutlich – unter dem OECD‑Durchschnitt; in der Europäischen Union (insgesamt), der Russischen Föderation und der Türkei entsprechen die Stützungsniveaus ungefähr diesem Durchschnitt, während der Wert in China etwas darüber liegt; in Indonesien sind die Stützungsniveaus viel höher, liegen aber immer noch weit unter den höchsten Stützungsniveaus, die in Island, Japan, Korea, Norwegen und der Schweiz gewährt werden.

Empfehlungen

Auf der OECD‑Tagung der Agrarminister, die vom 7.‑8. April 2016 stattfand, verabschiedeten 46 Länder und die Europäische Union eine Erklärung betreffend „Better Policies to Achieve a Productive, Sustainable and Resilient Global Food System“ (Bessere Strategien zur Verwirklichung eines produktiven, nachhaltigen und widerstandsfähigen globalen Ernährungssystems). . Die Minister kamen überein, dass die Strategien folgenden Anforderungen gerecht werden müssen:

  • Kohärenz mit gesamtwirtschaftlichen Maßnahmen, insbesondere im Hinblick auf Wachstum, Entwicklung, Handel, Investitionstätigkeit, Beschäftigung, Lebensqualität und Umwelt.
  • Transparenz (mit expliziten Zielen und intendierten Nutznießern), zielgenaue Ausrichtung (auf konkrete Ergebnisse), Angemessenheit (im Verhältnis zum gewünschten Ergebnis), Flexibilität (im Hinblick auf unterschiedliche zeitliche und räumliche Umstände und Prioritäten), Konsistenz (mit multilateralen Regeln und Verpflichtungen) und Ausgewogenheit (innerhalb der Länder und zwischen den Ländern) bei gleichzeitiger Gewährleistung eines guten Kosten‑Nutzen‑Verhältnisses beim Einsatz knapper öffentlicher Mittel.
  • Förderung eines besser funktionierenden multilateralen Handelssystems, das eine weitere Integration des Sektors ermöglicht, so dass wettbewerbsfähige Anbieter dazu in der Lage sind, Marktchancen auf einer ausgewogenen, transparenten, marktorientierten und diskriminierungsfreien Basis zu nutzen.
  • Fokussierung auf Innovation, um ein nachhaltiges Produktivitätswachstum zu erreichen.
  • Unterstützung von Produktionssystemen, die die verfügbaren Wasser‑, Land‑, Wald‑, Energie‑, Boden‑ und Biodiversitätsressourcen nachhaltig nutzen und die tierische, pflanzliche und menschliche Gesundheit fördern.
  • Stärkung der Widerstandsfähigkeit der Landwirte gegenüber Risiken, um sie in die Lage zu versetzen, häufiger auftretende unvorhersehbare Ereignisse wie witterungsbedingte Schocks, Krankheitsausbrüche und Marktvolatilität zu bewältigen.

Es wurden allmähliche, wenn auch ungleichmäßige Fortschritte dabei erzielt, die Stützungsniveaus insgesamt zu senken und einen größeren Teil davon auf weniger verzerrende Maßnahmen zu verlagern. Dieser Bericht kommt aber dennoch zu dem Schluss, dass in vielen Ländern eine weitere Neuausrichtung der gegenwärtigen Ernährungs‑ und Agrarpolitik erforderlich ist. Insgesamt wird Folgendes festgestellt:

  • Die Länder sollten den Schwerpunkt ihrer Agrarpolitik darauf verlagern, die neuen Chancen und Herausforderungen, mit denen der Sektor konfrontiert ist, anzugehen: um das Produktivitätswachstum, die nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen und die Widerstandsfähigkeit der landwirtschaftlichen Haushalte zu steigern. Erforderlich sind insbesondere Investitionen in Menschen (Bildung, Kompetenzen und, in einigen Fällen, Gesundheitsdienste), strategische physische Infrastruktur und landwirtschaftliche Innovationssysteme, die auf die Bedürfnisse der Erzeuger und der Verbraucher reagieren.
  • Die Länder sollten ihre Politikmaßnahmen im Bereich des Risikomanagements klären und straffen. Die Grenzlinien zwischen normalen Geschäftsrisiken, Risiken, die durch marktbasierte Instrumente bewältigt werden können, und Katastrophenrisiken müssen transparent und operationell definiert werden.
  • Um die Effizienz von Direktzahlungen zu verbessern, sollten die Länder ihre spezifischen Politikziele, wie beispielsweise die Verbesserung der Umweltleistung, die Förderung der Einkommen in der Landwirtschaft oder die Verbesserung der Lebensbedingungen für die Landbevölkerung definieren, die intendierten Nutznießer dieser Fördermaßnahmen bestimmen und die Politikmaßnahmen entsprechend darauf ausrichten.
  • Die Marktpreisstützung sollte schrittweise abgebaut werden. Sie ist nicht zielgenau und erreicht die intendierten Nutznießer nicht; sie ist mit erheblichen Kosten für die Nahrungsmittelindustrie und die Verbraucher verbunden, was sich besonders schädlich auf die Länder der unteren Einkommensgruppe auswirkt.
  • An die Produktion gekoppelte Zahlungen sollten ebenfalls schrittweise abgeschafft oder auf spezifische Ziele und intendierte Nutznießer ausgerichtet werden. Subventionen für Vorleistungen, die nicht an Auflagen gebunden sind, sollten schrittweise abgeschafft werden; ein erheblicher Teil dieser Zahlungen versickert außerhalb des Landwirtschaftssektors, und es kann zu negativen Umweltauswirkungen kommen, wenn die Fördermaßnahmen zu einem übermäßigen Einsatz von Vorleistungen führen.

© OECD

Übersetzung durch den Deutschen Übersetzungsdienst der OECD.

Die Wiedergabe dieser Zusammenfassung ist unter Angabe der Urheberrechte der OECD sowie des Titels der Originalausgabe gestattet.

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© OECD (2016), Agricultural Policy Monitoring and Evaluation 2016, OECD Publishing.
doi: 10.1787/agr_pol-2016-en

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