copy the linklink copied!Schweden

Die lange Expansion verliert an Dynamik. Das Exportwachstum wird unter dem Einfluss der globalen Verlangsamung stark zurückgehen. Die gestiegene Unsicherheit wird die Unternehmensinvestitionen weiter belasten, die Wohnimmobilieninvestitionen werden dagegen die Talsohle erreichen. Die privaten Haushalte werden sich bei ihren Ausgaben weiterhin zurückhalten, weil die Arbeitslosigkeit steigt und die Lohnzuwächse moderat bleiben. Die Inflation wird den Zielwert von 2% abermals unterschreiten.

Die Geldpolitik wird voraussichtlich weiter akkommodierend bleiben, bis sich klare Anzeichen einer Konjunkturerholung zeigen und die Inflation sich eindeutig ihrem Zielwert annähert. Die Wirtschaft wird durch automatische Stabilisatoren und diskretionäre fiskalpolitische Maßnahmen gestützt, es besteht jedoch noch Spielraum für weitere Impulse, falls sich die Wirtschaftslage stärker als erwartet verschlechtern sollte. Maßnahmen, die den Berufseinstieg erleichtern und die Kompetenzentwicklung fördern, sind in Verbindung mit einer Arbeitsmarktreform von entscheidender Bedeutung, um den Anstieg der Arbeitslosigkeit einzudämmen.

Das Wachstum verlangsamt sich deutlich und die Arbeitslosigkeit steigt

Die schwache Entwicklung der Exporte und der Unternehmensinvestitionen, die auf den globalen Konjunkturabschwung und die gestiegene Unsicherheit zurückzuführen ist, bremst das Wirtschaftswachstum. Der private Verbrauch wird durch das eingetrübte Verbrauchervertrauen und das verhaltene Lohnwachstum gehemmt. Die Wohnungsbauinvestitionen schrumpfen weiter, wenn auch von einem hohen Niveau ausgehend und mit vermindertem Tempo. Die Arbeitslosigkeit nimmt zu, wenn auch wahrscheinlich nicht so stark wie die jüngsten Daten vermuten ließen. Die verhaltene Aktivität, ein langsamerer Anstieg der Energiepreise und der abklingende Effekt der Kronen-Abwertung haben die Inflation unter die Zielvorgabe von 2% fallen lassen.

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Growth, business investment and inflation: Sweden
Growth, business investment and inflation: Sweden

Source: OECD Economic Outlook 106 database; and Statistics Sweden.

 StatLink https://doi.org/10.1787/888934045962

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Sweden: Demand, output and prices
Sweden: Demand, output and prices

 StatLink https://doi.org/10.1787/888934046893

Der Abschwung wird abgefedert und es besteht noch fiskalischer Spielraum

Die Geldpolitik wirkt trotz der für Dezember erwarteten Anhebung der Leitzinsen von -0,25% auf 0% weiter konjunkturstützend. Das verhaltene Wachstum, die hohe Unsicherheit und die unter der Zielvorgabe liegende Inflation werden eine weitere Anhebung der Leitzinsen in den kommenden zwei Jahren voraussichtlich verzögern, weil die Vorteile einer expansiv ausgerichteten Politik größer sind als die möglichen negativen Auswirkungen auf die Verschuldung der privaten Haushalte und die Ressourcenallokation. Der Spielraum, weitere geldpolitische Impulse zu setzen, falls das Wachstum und die Inflation hinter den Erwartungen zurückbleiben sollten, ist begrenzt.

Die Konjunktur wird durch starke automatische Stabilisatoren und die im Haushaltsgesetz für 2020 vorgesehenen diskretionären Maßnahmen in Höhe von 0,5% des BIP gestützt werden. Die Maßnahmen umfassen Steuersenkungen für Haushalte mit höherem Einkommen und Rentner und zusätzliche Fördermittel für umweltfreundliche Investitionen, Gesundheitsversorgung, Schulen und Beschäftigung sowie öffentliche Investitionen, insbesondere in die Instandhaltung von Straßen und Schienen. Da der Haushalt einen Überschuss ausweist und die Bruttostaatsverschuldung nahe bei 35% des BIP liegt, besteht Spielraum für zusätzliche fiskalische Impulse, falls sich die Wirtschaftslage weiter verschlechtern sollte.

Angesichts der Konjunkturverlangsamung wird es schwierig sein, den Anstieg der Arbeitslosigkeit einzudämmen. In den letzten Jahren hat die angespannte Arbeitsmarktlage die Beschäftigung geringqualifizierter Arbeitskräfte und neu eingereister Migranten erleichtert. In Zukunft werden sich die Aussichten für diese Gruppen jedoch wahrscheinlich verschlechtern. Die Regierung hat die Absicht, neue Maßnahmen zu ergreifen. Dazu gehören mit den Sozialpartnern ausgehandelte „Einstiegsverträge“, die Neuzuwanderern und Langzeitarbeitslosen helfen sollen, einen Arbeitsplatz zu finden. Weiterbildungsmaßnahmen werden den Arbeitskräften helfen, sich an die sich verändernden beruflichen Anforderungen anzupassen, und die öffentliche Arbeitsverwaltung wird reformiert werden, um private Anbieter stärker einzubeziehen.

Das Wachstum wird verhalten bleiben und ist mit Abwärtsrisiken verbunden

Die schwache globale Nachfrage, insbesondere nach Vorleistungen und Investitionsgütern, auf die sich Schweden spezialisiert hat, und die weltweite Unsicherheit werden die Exporte und die Unternehmensinvestitionen weiter belasten. Die Wohnungsbauinvestitionen werden die Talsohle erreichen, da der Bestand an unverkauften Wohnungen zurückgeht. Aber obwohl sich die Wohnimmobilienpreise stabilisiert haben und weiterhin ein Mangel an Wohnraum besteht, ist keine rasche Belebung der Bautätigkeit zu erwarten. Ein großer Unsicherheitsfaktor ist die Frage, wie die Beschäftigung auf den Konjunkturabschwung reagiert und inwieweit es der neuen Arbeitsmarktpolitik gelingt, dem Anstieg der Arbeitslosigkeit entgegenzuwirken. Die privaten Haushalte werden angesichts der Unsicherheit über die Entwicklung des Arbeitsmarkts und wegen des moderaten Lohnwachstums trotz der Steuersenkungen bei ihren Ausgaben zurückhaltend bleiben. Die Risiken in Bezug auf das globale Umfeld sind abwärtsgerichtet und die Exporte sowie die Investitionen könnten durch ein schwächeres Wachstum der Weltwirtschaft und verschärfte Handelsspannungen weiter reduziert werden. Die gute Haushaltsposition würde jedoch eine expansivere Fiskalpolitik ermöglichen, um den Abschwung abzuschwächen.

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https://doi.org/10.1787/31045866-de

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