1887

OECD Multilingual Summaries

Economic Policy Reforms 2015

Going for Growth

Summary in German

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Die komplette Publikation finden Sie unter:
10.1787/growth-2015-en

Wirtschaftspolitische Reformen 2015

Das Wachstum fördern

Zusammenfassung in Deutsch

Die Finanzkrise und die weiterhin gedämpfte Erholung haben in den meisten Industrieländern zu einem geringeren Wachstumspotenzial geführt, während sich viele Schwellenländer einem Abschwung gegenübersehen. Zu den politischen Herausforderungen gehören in nächster Zeit eine dauerhaft hohe Arbeitslosigkeit, eine Verlangsamung der Produktivität, ein hohes Staatsdefizit und eine hohe Staatsverschuldung sowie die noch vorhandene Anfälligkeit des Finanzsektors. Die Krise hat die soziale Not noch verschärft, da einkommensschwache Haushalte schwer getroffen wurden, wobei junge Menschen die größten Einkommenseinbußen hinnehmen müssen und einem erhöhten Armutsrisiko ausgesetzt sind. Zu den langfristigen Herausforderungen zählen der Umgang mit der Überalterung der Bevölkerung sowie die Auswirkungen eines höhere Qualifikationen voraussetzenden technologischen Wandels auf die Einkommensungleichheit und die Auswirkungen der Umweltzerstörung auf die Gesundheit und das künftige Wachstum. Zur Bewältigung vieler der kurz‑ und mittelfristigen Herausforderungen, vor denen sowohl Industrieländer als auch Schwellenländer stehen, sind solide strukturpolitische Maßnahmen erforderlich.

Die Publikation „Das Wachstum fördern“ bietet Regierungen eine umfassende Bewertung der Auswirkungen politischer Reformen auf das Wohlergehen ihrer Bürger und unterstützt sie bei der Ausarbeitung politischer Maßnahmenpakete, mit denen sich ihre Zielsetzungen am besten umsetzen lassen. Der Bericht stellt wichtige Reformschwerpunkte vor, um Realeinkommen und die Beschäftigungslage in Industrieländern und großen Schwellenländern zu verbessern. Zu den Schwerpunkten gehören insbesondere die Produkt‑ und Arbeitsmarktregulierung, die allgemeine und berufliche Bildung, Steuer‑ und Sozialleistungssysteme, Handels‑ und Investitionsvorschriften sowie Innovationsmaßnahmen. Der Bericht „Das Wachstum fördern“ hat wesentlich zur Ausarbeitung der Wachstumsstrategien der G20‑Staaten beigetragen, um ihr gemeinsames Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 2% zu erhöhen. Dies war eine der wichtigsten politischen Zielsetzungen der G20 im Jahr 2014, um ein nachhaltiges und ausgewogenes Wachstum zu erreichen.

Der Hauptfokus der Publikation „Das Wachstum fördern“ liegt auf der mittelfristigen Verbesserung des materiellen Lebensstandards; der Bericht gibt jedoch auch Aufschluss über Kompromisse und ergänzende Aspekte zu anderen Zielen im Zusammenhang mit dem Wohlergehen, so beispielsweise die Verringerung der Einkommensungleichheit und die Verminderung der Umweltbelastung. Der Bericht erörtert insbesondere die Auswirkungen wachstumsorientierter Strukturreformen auf das Lohngefälle und die Einkommensungleichheit von Haushalten und prüft, ob spezifische Maßnahmen der letzten Jahrzehnte zur Förderung des BIP‑Wachstums ebenfalls zur Vergrößerung der Ungleichheiten beigetragen haben könnten. Ferner beleuchtet der Bericht die durch das Wirtschaftswachstum bedingte Umweltbelastung. Der Bericht geht in diesem Zusammenhang auf die Rolle von Strukturreformen und Umweltmaßnahmen ein und verweist auf die Wichtigkeit der Entwicklung geeigneter umweltpolitischer Maßnahmen sowie auf ihre Folgen für Produktivitätssteigerungen. Die zehnte Ausgabe von „Das Wachstum fördern“ enthält nicht zuletzt ein eigenes Kapitel über die allgemeinen Entwicklungen bei den Strukturreformen seit Beginn der 2000er Jahre.

Fortschritt bei den Strukturreformen seit 2013

  • In den letzten beiden Jahren hat sich in den meisten Industrieländern der OECD das Tempo der Strukturreformen verlangsamt. Dem ging eine Periode erheblicher Beschleunigung im Anschluss an die Krise voraus, die teilweise auf den Marktdruck im Zuge der schuldenbedingten Turbulenzen in der Eurozone zurückzuführen war.
  • Die Reformtätigkeit ist nach wie vor hoch, wenn auch in Griechenland, Irland, Portugal und Spanien ein Rückgang zu verzeichnen ist, während sie in Japan zugenommen hat. In den meisten nordischen Ländern und den Kernstaaten der Eurozone bleibt sie weiterhin relativ schwach ausgeprägt.
  • Mit Blick auf die Bedeutung von wissensbasiertem Kapital und Arbeitskräften mit ergänzenden beruflichen Qualifikationen als Wachstumsquelle und unter Berücksichtigung der unvermindert hohen Arbeitslosigkeit angesichts einer schwachen Erholung haben Länder in der gesamten OECD den Bereichen Bildung und aktive Arbeitsmarktpolitik Priorität eingeräumt.
  • In großen Schwellenländern hat das Reformtempo zugenommen, was die Sensibilität für Wachstumsengpässe und ‑hemmnisse sowie die Notwendigkeit verdeutlicht, die Anfälligkeit für Fluktuationen bei Rohstoffpreisen und Kapitalströmen zu verringern.

Neue Reformprioritäten

  • Die Arbeitsproduktivität ist die Hauptantriebskraft für ein langfristiges Wachstum. Reformen, die auf die Entwicklung von beruflichen Qualifikationen und wissensbasiertem Kapital ausgerichtet sind, sollte Priorität eingeräumt werden. Die Verbesserung der Qualität und Integrationsfähigkeit der Bildungssysteme trägt dem Rechnung.
  • Der Schlüssel zu einem höheren Wachstum liegt in der Umverteilung von Ressourcen infolge notwendiger Anpassungen. Die Regierungen müssen ihre Wettbewerbs‑ und Innovationspolitik verbessern, um neuen Firmen den Markteintritt und eine reibungslose Umverteilung von Kapital und Arbeitskräften hin zu den Firmen und Sektoren mit der größten Produktivität zu erleichtern. In den südlichen Ländern der Eurozone sind vor allem im Dienstleistungsbereich Produktmarktreformen vonnöten, um die Vorteile der in den vergangenen Jahren eingeleiteten Arbeitsmarktreformen auszunutzen.
  • Durch die Beseitigung von Hindernissen für eine höhere Beschäftigung und die Beteiligung von unterrepräsentierten Gruppen wie Frauen, Jugendlichen, geringqualifizierten und älteren Arbeitnehmern am Arbeitsmarkt kann Wachstum integrativer gestaltet werden. Eine schnellere Umverteilung auf neue Arbeitsplätze und die Möglichkeit für Arbeitnehmer, ihre berufliche Qualifikation zu verbessern, würde der Beschäftigung weiter Auftrieb geben und die Integration fördern.

Wachstumsorientierte Strukturreformen und Einkommensverteilung

  • Einige wachstumsorientierte Maßnahmen, die das BIP durch eine erhöhte Produktivität steigern, können zu technologiebedingter Ungleichheit führen. Reformen, die beispielsweise die Innovation fördern, können zu einer breiteren Lohnskala der Beschäftigten führen.
  • Auch andere Maßnahmen, die die Beteiligung der Arbeitnehmer und die Schaffung von Arbeitsplätzen fördern, vergrößern das Lohngefälle. Da diese Maßnahmen jedoch zu einer Erhöhung der Beschäftigung beitragen, nicht zuletzt unter den gering qualifizierten Arbeitnehmern, wirken sich solche Reformen neutral auf die Verteilung des verfügbaren Einkommens der Haushalte aus.
  • Angesichts der in vielen Ländern bestehenden Notwendigkeit, wachsende Ungleichheiten und Härten zu bekämpfen, sollten die Regierungen wachstumsorientierten Maßnahmenpaketen, die Gleichheit und Integrationsfähigkeit fördern, Vorrang einräumen. Dabei ist es vor allem wichtig, die Verdienstmöglichkeiten von Geringqualifizierten zu verbessern und Frauen den Zugang zum Arbeitsmarkt zu erleichtern.

Wachstumsorientierte Strukturreformen, Umwelt und Umweltmaßnahmen

  • Wirtschaftswachstum geht gewöhnlich mit einer höheren Umweltbelastung einher. Das Verhältnis zwischen Wachstum und Umwelt wird dabei sowohl von Umweltmaßnahmen als auch von dem strukturpolitischen Rahmen beeinflusst, innerhalb dessen die Maßnahmen umgesetzt werden.
  • Einige wachstumsfördernde Reformen wie höhere Umweltsteuern, die Einführung von Straßenbenutzungsgebühren oder die Beseitigung schädlicher Subventionen können positiv für die Umwelt sein. Andere Reformen verbessern die Wirksamkeit von Umweltmaßnahmen. Dies trifft auf die Verbesserung von Rechtsvorschriften oder der Wettbewerbspolitik zu.
  • Umweltmaßnahmen, die in Bezug auf die Wahl von Technologien flexibel und neutral sind und Wettbewerbsbeschränkungen verringern, können die Umwelt wirksam schützen, ohne die gesamtwirtschaftliche Produktivität wesentlich zu beeinträchtigen.

Entwicklungen bei Reformen seit 2005

  • Seit der ersten Ausgabe von „Das Wachstum fördern“ im Jahr 2005 ist das Tempo der Strukturreformen in den OECD‑Ländern im Durchschnitt mehr oder weniger konstant geblieben, wobei nach der Krise eine merkliche Beschleunigung zu verzeichnen war.
  • Die Reformtätigkeit hat in einigen Politikbereichen zu einer erheblichen Verbesserung geführt. Dies trifft auf die Produktmarktregulierung, die Gestaltung der Rentensysteme und Programme für Einkommensbeihilfen bei Arbeitslosigkeit zu.
  • Die seit Beginn der 2000er Jahre umgesetzten Strukturreformen haben insgesamt in den Ländern zu einer Erhöhung des potenziellen Pro‑Kopf‑BIP um durchschnittlich rund 5% beigetragen, wobei der Großteil der Zuwächse aus einer höheren Produktivität resultiert.
  • Durch weitere Reformen, mit denen auf aktuell bereits bekannte bewährte Verfahren hingearbeitet wird, könnte das Pro‑Kopf‑BIP in den OECD‑Ländern langfristig um durchschnittlich bis zu 10% erhöht werden. Dies entspricht einem durchschnittlichen Zuwachs von rund 3 000 USD pro Person.

© OECD

Diese Zusammenfassung ist keine offizielle OECD-Übersetzung.

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© OECD (2015), Economic Policy Reforms 2015: Going for Growth, OECD Publishing.
doi: 10.1787/growth-2015-en

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