1887

OECD Multilingual Summaries

Investing in Climate, Investing in Growth

Summary in German

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Die komplette Publikation finden Sie unter:
10.1787/9789264273528-en

Investieren in Klimaschutz, Investieren in Wachstum

Zusammenfassung in Deutsch

Ein stabiles, inklusives und nachhaltiges Wachstum zu schaffen ist heute eines der wichtigsten Ziele für die Politik. Regierungen und Gesellschaft stehen damit vor einer dreifachen Herausforderung: Wachstum zu ermöglichen, den Lebensstandard ihrer Bevölkerung zu heben und das Klima im Einklang mit den Zielen des Pariser Abkommens wirksam und zügig zu schützen. Dieser Bericht „Investieren in Klimaschutz, Investieren in Wachstum“ zeigt, dass Wirtschaftswachstum bei gleichzeitig höherer Produktivität und weniger Ungleichheit nicht zwangsläufig auch mehr Treibhausgas emissionen bedeutet. Worauf es ankommt, ist die Qualität des Wachstums.

Mit den richtigen politischen Maßnahmen und Anreizen, also umfassenden Struktur‑ und Fiskal reformen und einer darauf abgestimmten Klimaschutzpolitik, ließe sich Wirtschaftswachstum stimulieren, das sowohl den Klimawandel verlangsamt als auch kurzfristig positive Effekte auf Wirtschaft, Beschäftigung und Gesundheit hat. Im Vergleich zur Fortsetzung der gegenwärtigen Politik könnte so im G20‑Durchschnitt bis 2050 ein um bis zu 2,8 % höheres BIP erzielt werden. Dies gilt für die Industrie‑ wie auch für die Schwellenländer. Werden zudem die positiven Effekte durch vermiedene Klimaschäden berücksichtigt, können wir 2050 mit einem fast 5 % höherem BIP rechnen.

Entscheidend für ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum in den nächsten zehn Jahren sind Investitionen in moderne, intelligente und umweltfreundliche Infrastruktur. Vor allem aufgrund der globalen Finanzkrise gibt es derzeit einen hohen Investitionsstau. Wir haben nun die Chance, diesen klimagerecht abzubauen. Wie sähe dies in Zahlen aus? Laut den Schätzungen dieses Berichts müssen zwischen 2016 und 2030 zur Deckung des weltweiten Entwicklungsbedarfs durchschnittlich 6,3 Billionen US‑Dollar jährlich in Infrastrukturmaßnahmen investiert werden. Mit weiteren 0,6 Billionen US‑Dollar jährlich im selben Zeitraum können diese Investitionen so gestaltet werden, dass wir eine gute Chance haben, unsere Klimaziele zu erreichen. Der Mehrbedarf an Investitionen ist nur geringfügig, gemessen an den kurz‑ und langfristigen Vorteilen für Wachstum, Produktivität und Lebensqualität. Außerdem würden die zusätzlichen Investitionskosten durch Einsparungen bei Energiekosten sowie durch den Einsatz emissionsarmer Technologien und Infrastruktur mehr als ausgeglichen.

Die derzeit niedrigen Zinsen und der daraus resultierende fiskalische Spielraum in vielen Ländern machen ein solches Investitionspaket noch attraktiver. Auch dort, wo der Spielraum geringer ist, kann durch die Optimierung des Steuer‑ und Ausgabenmix ein stärkeres Wirtschaftswachstum mit einer inklusiven, emissionsarmen und stabilen Entwicklung kombiniert werden. Mit einer besseren Abstimmung der klima‑, fiskal‑ und investitions politischen Maßnahmen können öffentliche Investitionen zudem weitere private Investitionen anregen.

Entscheidend ist die Finanzierung der Investitionen: Dafür gilt es, öffentliches und privates Kapital zu mobilisieren. Hier kann eine Vielzahl geeigneter Finanzinstrumente für Investitionen in eine emissionsarme und robuste Infrastruktur zum Einsatz kommen. So sollten etwa öffentliche Finanzinstitutionen ihr Mandat im Sinne einer klimagerechten Wirtschaftsweise anpassen. Das Finanzsystem selbst muss gleichzeitig auf eine korrekte Bewertung und Berücksichtigung von Klimarisiken hinarbeiten. Entwicklungsbanken und Finanzinstitutionen – multilaterale, bilaterale ebenso wie nationale – spielen dabei ebenso eine entscheidende Rolle. Sie können nicht nur ihre eigenen Mittel nutzen, um weitere Mittel zu mobilisieren, sondern auch Politikmaßnahmen und Kapazitätsaufbau unterstützen, damit geeignete Strukturen zur Förderung grüner Finanzanlagen geschaffen werden.

Um die richtigen Anreize zu setzen, ist es wichtig, dass die klimapolitischen Weichenstellungen stimmen. Es gilt, ineffiziente Subventionen für fossile Brennstoffe schneller abzubauen und die CO2‑Bepreisung auszuweiten. Wichtig ist dabei auch, dass die Auswirkungen der ergriffenen Maßnahmen überprüft und der Erfahrungsaustausch verstärkt wird. Eine stärkere Nutzung des öffentlichen Auftragswesens für Investitionen in emissionsarme Infrastruktur kann über die Schaffung von Leitmärkten zu innovativen Geschäftsmodellen führen.

Nachhaltiges Wachstum muss inklusiv gestaltet werden. Das heißt, eine kohärente Klima‑ und Investitionspolitik, effektive fiskal‑ und strukturpolitische Weichenstellungen und die dafür nötigen Reformen müssen zusammen darauf hinwirken, dass die Transformation hin zu einer klimafreundlichen Wirtschaft für Unternehmen wie für private Haushalte leichter zu bewältigen ist. Dies gilt insbesondere in strukturschwachen Regionen und Gemeinden. Je früher dieser Transformationsprozess beginnt, desto eher lässt sich verhindern, dass Investitionen in Branchen getätigt werden, die stark von fossilen Brennstoffen abhängig sind und damit in finanzielle oder wirtschaftliche Krisen geraten können. Dies gilt auch für Berufsgruppen, die in besonders emissionsintensiven Branchen arbeiten oder von diesen abhängig sind.

Nicht nur Energieerzeugung und Energieverbrauch müssen klimagerecht gestaltet werden. Auch andere Wirtschaftssektoren wie Land‑ und Fortwirtschaft müssen sich anpassen. Es gilt, die bestehenden Kohlenstoffspeicher wie Regenwälder und andere Ökosysteme zu schützen und ihre Fähigkeit, als Kohlenstoffsenken zu wirken, wo immer möglich auszubauen. Forschung und Entwick lung müssen deutlich ausgeweitet werden. Erforderlich ist eine rasche Erprobung und Verbreitung technologischer Innovationen, die die Treibhausgasemissionen aus Energieerzeugung, Industrie und Verkehr senken sowie die landwirtschaftliche Produktion und die Widerstandsfähigkeit von Nutzpflanzen erhöhen. Große Unsicherheit besteht nach wie vor zum Potential „negative Emissionen“, obwohl diese ein wichtiges Element der meisten auf die Ziele des Pariser Abkommens ausgerichteten Szenarien ist.

Die Bewältigung der Klimarisiken ist ohne die internationale Zusammenarbeit nicht möglich. Die derzeit von den Ländern vorgesehenen Beiträge zur Emissionsminderung nach 2020 werden dem Temperaturziel im Pariser Abkommen nicht gerecht und müssen rasch nachgebessert werden. Dafür ist es wichtig, die Entwicklungsländer bei der Umsetzung ihrer Maßnahmen zum Klimaschutz zu unterstützen. Dies gilt nicht nur für die Emissionsminderung, sondern auch zur Verstärkung der Resilienz und Anpassungskapazität insbesondere der Länder, die die größten Schäden durch den Klimawandel werden tragen müssen. Diese Schäden werden zunehmen, selbst wenn wir das Pariser Temperaturziel erreichen. Um die Widerstandsfähigkeit gegenüber diesen Risiken zu erhöhen, bedarf es flexibler und vorausschauender Entscheidungen. Dabei müssen die wechselseitigen Abhängigkeiten zwischen Klima, Ernährungssicherheit und biologischer Vielfalt berücksichtigt werden. Dies ist entscheidend für die Verwirklichung der Ziele einer nachhaltigen Entwicklung und der Sicherung eines langfristigen und stabilen Wachstums.

© OECD

Übersetzung durch den Deutschen Übersetzungsdienst der OECD.

Die Wiedergabe dieser Zusammenfassung ist unter Angabe der Urheberrechte der OECD sowie des Titels der Originalausgabe gestattet.

Zusammenfassungen in Drittsprachen enthalten auszugsweise Übersetzungen von OECD-Publikationen, deren Originalfassungen in englischer und französischer Sprache veröffentlicht wurden.

OECD

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© OECD (2017), Investing in Climate, Investing in Growth, OECD Publishing.
doi: 10.1787/9789264273528-en

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