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2018 OECD-Wirtschaftsberichte: Deutschland 2018

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Deutschland erfreut sich einer starken Wirtschaftsleistung. Die Exporte profitieren von einem innovativen Verarbeitenden Gewerbe. Eine rekordniedrige Arbeitslosigkeit gibt der Nachfrage der privaten Haushalte Auftrieb. Insgesamt genießt die Bevölkerung einen hohen Lebensstandard. Der Anteil der Bevölkerung, der in relativer Einkommensarmut lebt, ist niedriger als in den meisten OECD-Ländern. Für die politisch Verantwortlichen geht es vor allem darum, sicherzustellen, dass die gute soziale und wirtschaftliche Lage auch in Zukunft Bestand hat und dass Anstrengungen intensiviert werden, um die Ungleichheit der Markteinkommen und das Armutsrisiko zu senken. Neue Technologien müssen umfassender und derart eingesetzt werden, dass ein gesamtgesellschaftlicher Nutzen entsteht und ein starkes Wachstum im Einklang mit dem Ziel einer CO2-armen Wirtschaft erzielt wird. Angesichts des zunehmend raschen technologischen Wandels müssen die Arbeitskräfte während ihres gesamten Lebens bereit für Veränderungen sein. Eine bessere Nutzung der Kompetenzen der Erwerbsbevölkerung und vor allem der Frauen kann ebenfalls produktivitätssteigernd wirken. Die Verbesserung der Bildungschancen von Menschen mit ungünstigem sozioökonomischem Hintergrund eröffnet allen bessere wirtschaftliche Chancen.

SONDERTHEMEN: DIE PRODUKTIVITÄT STEIGERN UND DIE ZUKUNFT DER ARBEIT VORBEREITEN; KOMPETENZEN STÄRKEN UND BESSER NUTZEN

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Kompetenzen stärken und besser nutzen

Kognitive Kompetenzen, z.B. in den Bereichen Lesen und Alltagsmathematik, sind wesentliche Faktoren, die die Löhne, die Beschäftigung und das langfristige Wirtschaftswachstum bestimmen. Gute kognitive Kompetenzen verringern zudem das Armutsrisiko und verbessern das nichtmaterielle Wohlergehen, wie Gesundheit und sozialen Zusammenhalt. Nichtkognitive Kompetenzen, wie die Fähigkeit zur Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien ebenso wie Managementkompetenzen, helfen Arbeitskräften darüber hinaus, sich an neue Technologien und die Globalisierung anzupassen. In Deutschland sind die kognitiven Kompetenzen Erwachsener im OECD-Vergleich überdurchschnittlich hoch, sie sind aber schwächer ausgeprägt als in den führenden Volkswirtschaften, vor allem unter Gering- und Mittelqualifizierten. Große Fortschritte wurden bei der Verbesserung der Lernergebnisse von jungen Menschen mit ungünstigem sozioökonomischem Hintergrund erzielt. Dennoch muss das Angebot an qualitativ hochwertiger Kinderbetreuung, frühkindlicher Bildung und Ganztagsgrundschulen noch weiter ausgebaut werden. Das Berufsbildungssystem ist sehr erfolgreich darin, junge Menschen gut in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Die Stärkung von allgemeinbildenden Inhalten innerhalb des erfolgreichen Berufsbildungssystems könnte dazu beitragen, die Berufsbildungsabsolventen künftig dazu zu befähigen, sich auch mit zunehmendem Alter an den technologischen Wandel anzupassen. Die Teilnahme an lebenslangem Lernen könnte gefördert werden, indem der individuelle Aus- und Weiterbildungsbedarf besser berücksichtigt wird. Dadurch könnten sich die Aussichten von Erwachsenen ohne berufliche Qualifikationen verbessern. Die Kompetenzen der Frauen werden weniger gut genutzt als die der Männer, was Politikmaßnahmen erforderlich macht, um dem Ungleichgewicht zwischen den Geschlechtern am Arbeitsmarkt entgegenzuwirken.

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