• Strategien für umweltverträgliches Wachstum sind ein logisches und natürliches Instrument zur Bewältigung vieler der vor uns liegenden großen Herausforderungen: höhere Warenpreise, Arbeitslosigkeit, Ressourcenknappheit, Nahrungsmittelmangel, hohes Krankheitsrisiko und zunehmende Instabilität. In diesem Kapitel skizziert der Autor ein solides Geschäftsmodell zur Förderung eines umweltverträglichen Wachstums. Seiner Meinung nach müssen mehrere Bedingungen erfüllt sein: 1. Gewährleistung hinreichender und zeitgerechter Erträge/ Nutzeffekte (finanzieller, politischer und sozialer Natur), damit sich die Investitionen lohnen und nachhaltig sind; 2. Inklusion, d.h. die Zielgruppen werden in die Konzeption der Initiativen für umweltverträgliches Wachstum einbezogen, um sicherzustellen, dass diese in kultureller, technischer und sozialer Hinsicht angemessen sind und das Engagement langfristig ausgerichtet ist; 3. Partnerschaften unterschiedlicher Art, nicht nur öffentlich-private Partnerschaften, die die notwendige finanzielle Hebelwirkung, Risikoteilung, technische Unterstützung und Befähigung zur Übernahme größerer Verantwortung (Empowerment) der Partner bieten. Auf der „Angebots“-Seite der Gleichung für umweltverträgliches Wachstum sollten die Erschließung neuer Märkte, die Ankurbelung der Innovationstätigkeit (häufig in Form einer Anpassung des von der Bevölkerung vor Ort erworbenen Wissens) sowie der Einsatz vor Ort verfügbarer Ressourcen stehen. Diese Grundelemente, die für die Schaffung und Erhaltung eines umweltverträglichen Wachstums erforderlich sind, werden in diesem Kapitel anhand zahlreicher Beispiele erfolgreicher, von der Globalen Umweltfazilität finanziell unterstützter Projekte veranschaulicht.

  • In diesem Kapitel wird über drei Länder berichtet, die verschiedene, für ein umweltverträgliches Wachstum entscheidende Aspekte in die nationalen Politiken und Sektorpläne einbinden, um auf konkrete Ergebnisse hinzuarbeiten: China, Kenia und Korea. In China dient eine umweltfreundliche Wirtschaftspolitik der Armutsbekämpfung und der Förderung des sozialen Fortschritts. Beispielsweise verfolgt China das Ziel, in den kommenden zwei bis drei Jahren durch Energieeinsparungen, die Verringerung der Umweltverschmutzung, die Anpassung der Industriestruktur, technische Innovationen sowie Biogasprojekte mindestens 5,3 Millionen „grüne“ Arbeitsplätze zu schaffen. Kenia hat die traditionellen auf dem BIP beruhenden Wirtschaftsentwicklungsmodelle durch ein neues Modell ersetzt, bei dem soziale Aspekte der Entwicklungsfortschritte berücksichtigt sind. Mit seinem Schwerpunkt auf sektorbezogener Umsetzung unter Aufsicht eines interinstitutionellen nationalen Lenkungsausschusses zielt das Land darauf ab, mittels eines breiten, partizipativen Ansatzes für eine umweltfreundliche, grüne Wirtschaft eine langfristig tragfähige Entwicklung zu erreichen. Korea hat sich zum Ziel gesetzt, auf der Grundlage von Umwelttechnologie und sauberen Energien Wachstumsmotoren und Arbeitsplätze zu schaffen. Konkret möchte Korea bis 2030 die CO2-Emissionen um 30% verringern und die Energieversorgung aus erneuerbaren Quellen vervierfachen. Korea stellt darüber hinaus „umweltbezogene ODA“ bereit, um Partnerländer zu unterstützen.

  • Im Unternehmensbereich findet eine Revolution statt: Soziales und umweltpolitisches Engagement sind für viele führende Unternehmen weltweit nicht mehr nur eine Frage der Einhaltung von Vorschriften und der Ressourceneffizienz, sondern es geht vielmehr darum, die Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern. In diesem Kapitel beschreibt der Autor eine Zukunftsvision, in der die Wirtschaft, der Staat und die Zivilgesellschaft zusammenarbeiten, wobei sich jeder auf seine Stärken konzentriert, um Ziele zu verwirklichen, die nur gemeinsam erreicht werden können. Er gibt viele Beispiele für solche Partnerschaften, namentlich die Water and Development Alliance (WADA) zwischen dem Unternehmen Coca-Cola und der Internationalen Entwicklungsbehörde der Vereinigten Staaten (USAID), von der weltweit mehr als eine halbe Million Menschen profitieren. Dem Unternehmenssektor stehen verschiedene umweltverträgliche Lösungen offen: systematische Integration der Ressourceneffizienz in die Geschäftsabläufe, angemessene Bewertung des Naturkapitals und Mobilisierung von öffentlichen Mitteln durch Mittel des privaten Sektors, um einen Multiplikatoreffekt zu erzielen. Der freie Austausch von kreativem Wissen und Fachkenntnissen durch Partnerschaften ist eine entscheidende Antriebskraft für die sozialen und ökologischen Veränderungen, die erforderlich sind, um eine dynamische und erfolgreiche Zukunft zu sichern.