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In den meisten OECD-Ländern sind die
Gesundheitsausgaben als Anteil sowohl an den öffentlichen als auch an
den privaten Ausgaben hoch und im Steigen begriffen. Im Verhältnis zum
BIP variiert das Ausgabenniveau erheblich zwischen den Ländern, was auf
marktbezogene und gesellschaftliche Faktoren sowie Unterschiede in den
Finanzierungs- und Organisationsstrukturen der Gesundheitssysteme der
einzelnen Länder zurückzuführen ist.
Definition
Mit den Gesamtausgaben für die
Gesundheitsversorgung werden der Endverbrauch an Gesundheitswaren und
-leistungen sowie die Kapitalinvestitionen in die
Gesundheitsinfrastruktur gemessen. Erfasst werden damit die Ausgaben
sowohl öffentlicher als auch privater Quellen (darunter auch die
privaten Haushalte) für medizinische Waren und Leistungen, für
öffentliche Gesundheits- und Vorsorgeprogramme sowie
Verwaltungsleistungen.
Für eine umfassendere Beurteilung der
Gesundheitsausgaben eines Landes ist es notwendig, das Verhältnis
Gesundheitsausgaben/BIP (d.h. den Ausgabenquotienten) zusammen mit den
Pro-Kopf-Gesundheitsausgaben zu betrachten. Länder mit verhältnismäßig
hohem Ausgabenquotienten haben u.U. relativ niedrige Pro-Kopf-Ausgaben,
was auch im umgekehrten Fall gilt. Portugal und Schweden gaben z.B.
beide einen ähnlichen Anteil ihres BIP für die Gesundheitsversorgung
aus, etwa 10% des BIP, auf die Einwohnerzahl umgerechnet waren die
Ausgaben (in US-$ KKP) in Schweden jedoch um nahezu 50% höher.
Vergleichbarkeit
Die OECD-Länder haben sich hinsichtlich
der Erfassung der Gesamtgesundheitsausgaben gemäß der Definition, die im
OECD-Handbuch A System of Health
Accounts (SHA) vorgeschlagen wird, unterschiedliche
Fortschritte gemacht. Obgleich sich die Vergleichbarkeit der Daten über
die Gesundheitsausgaben in der letzten Zeit verbessert hat, bestehen
noch gewisse Einschränkungen, beispielsweise hinsichtlich der Messung
der Langzeitpflege.
In den Niederlanden ist eine klare
Unterscheidung zwischen dem öffentlichen und dem privaten Anteil bei den
investi-tionsbezogenen Gesundheitsausgaben derzeit nicht möglich. Für
Belgien sind die Investitionen nicht in den Gesamtausgaben enthalten. In
Luxemburg beziehen sich die Gesundheitsausgaben nicht auf die
gebietsansässige Bevölkerung, sondern auf die versicherte
Bevölkerung.
Überblick
Die Trendentwicklungen des
Verhältnisses Gesundheits-ausgaben/BIP ergeben sich aus dem
kombinierten Effekt der Trendentwicklungen von BIP und
Gesundheitsausgaben. Mit Ausnahme von Luxemburg sind die
Gesundheitsausgaben seit dem Jahr 2000 rascher gestiegen als das
BIP, was dazu geführt hat, dass ein größerer Teil des BIP für
den Gesundheitssektor verwendet wird. 2009 widmeten die
OECD-Länder 9,6% ihres BIP den Gesundheitsausgaben; dieser
Anteil war i-nfolge der Rezession, die in vielen Ländern 2008
eingesetzt hatte und sich 2009 weiter ausbreitete, gegenüber den
2008 verzeichneten 8,8% drastisch gestiegen. Die Erhöhung des
BIP-Anteils der Gesundheitsausgaben war in Irland besonders
deutlich spürbar, wo der für Gesundheitsausgaben aufgewendete
Anteil des BIP zwischen 2007 und 2009 von 7,7% auf 9,5% stieg
sowie im Vereinigten Königreich, wo er im selben Zeitraum von
8,4% auf 9,8% zunahm.
Im Jahr 2009 war der von den
einzelnen OECD-Ländern für Gesundheitsausgaben aufgewendete
BIP-Anteil stark unterschiedlich. Die Vereinigten Staaten gaben
2009 mit 17,4% ihres BIP 5 Prozentpunkte mehr für die Gesundheit
aus als die beiden folgenden Länder, die Niederlande und
Frankreich (die 12,0% bzw. 11,8% ihres BIP für Gesundheit
aufwendeten). Unter den OECD-Ländern gaben Korea und Mexiko
weniger als 7% ihres BIP für die Gesundheit aus. Die rasch
expandierenden Volkswirtschaften China und Indien gaben 2009 für
Gesundheit 4,6% bzw. 4,2% aus, während der auf die
Gesundheitsausgaben entfallende Teil des BIP in Südafrika und
Brasilien 8,5% bzw. 9,0% betrug. Auch der BIP-Anteil der
öffentlichen Gesundheitsausgaben variiert zwischen einem
Höchstwert von 9,8% des BIP in Dänemark und einem Tiefstwert von
3,1% in Mexiko.
Seit 2000 und bis 2009 wurde
nach einer anfänglichen -Wachstumsperiode des BIP-Anteils der
Gesundheitsausgaben eine Phase relativer Stabilität beobachtet.
Die durch den -Konjunkturabschwung bedingte Verringerung des BIP
hat kurzfristig zu einem Anstieg der Gesundheitsausgaben im
Verhältnis zum BIP geführt. Frühere Rezessionsphasen -zeigen,
dass der BIP-Anteil der Gesundheitsausgaben in wirtschaft-lichen
Abschwungphasen in vielen Ländern in der Tendenz stark zunahm
und sich in Phasen des Wirtschaftswachstums dann stabilisierte
oder nur geringfügig sank.
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Quelle
Weitere Informationen:
Analysen
-
OECD (2010), Value for Money in Health Spending, OECD Health Policy Studies,
OECD Publishing.
-
Scherer, P. und M.
Devaux (2010), “The Challenge of Financing Health
Care in the Current Crisis: An Analysis Based on
the OECD Data”, OECD Health Working
Papers, No. 49.
-
Oliveira Martins, J. und
C. Maisonneuve (2007), “The drivers of public
expenditure on health and long-term care: An integrated
approach”, OECD Economic
Studies, Vol. 2006/2.
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