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Die Krankenpflegekräfte bilden
gewöhnlich die größte Berufsgruppe im Gesundheitsbereich, ihre Anzahl
übersteigt in den meisten OECD-Ländern bei weitem die der Ärzte.
Krankenpflegekräfte spielen eine entscheidende Rolle bei der Erbringung
medizinischer Leistungen, nicht nur in herkömmlichen Einrichtungen wie
Krankenhäusern und Langzeitpflegeheimen, sondern zunehmend auch bei der
Primärversorgung (vor allem in der Pflege und Betreuung von chronisch
Kranken) und in der häuslichen Pflege. In vielen Ländern herrscht jedoch
Besorgnis über einen Mangel an Krankenpflegekräften, und diese Besorgnis
könnte in Zukunft noch zunehmen, wenn die Nachfrage nach
Krankenpflegekräften weiter steigt und es mit der Alterung der
geburtenstarken Jahrgänge zu einer Verrentungswelle in dieser
Berufsgruppe kommt. Daher wurden in vielen Ländern Maßnahmen
eingeleitet, die darauf abzielen, mehr Nachwuchskräfte auszubilden, was
durch Anstrengungen flankiert wird, um den Verbleib von praktizierenden
Pflegekräften im Beruf zu sichern.
Definition
Als Krankenpflegekräfte gelten alle in
öffentlichen und privaten Einrichtungen der Gesundheitsversorgung
tätigen Kräfte (praktizierende Kräfte), einschließlich freiberuflicher
Kräfte. In den Ländern, in denen es unterschiedliche Kompetenzstufen von
Krankenpflegekräften gibt, beziehen sich die Zahlen auf
"vollqualifizierte Kräfte" , die einen
höheren Bildungsabschluss haben und anspruchsvollere Aufgaben erledigen,
sowie auf "qualifizierte Kräfte" , deren
Ausbildungsniveau geringer ist, bei denen es sich aber ebenfalls um
examinierte, anerkannte Pflegekräfte handelt. Hebammen und Pflegehelfer,
die nicht als Krankenpfleger anerkannt werden, sind in den Zahlen
normalerweise nicht enthalten.
Vergleichbarkeit
In mehreren Ländern (Frankreich,
Griechenland, Island, Irland, Portugal, Slowakische Republik, Türkei und
Vereinigte Staaten) umfassen die Angaben nicht nur Krankenpflegekräfte,
die direkte Patientenleistungen erbringen, sondern auch jene Kräfte, die
in der Verwaltung sowie als Lehrkräfte, Forscher usw. tätig sind. Die
Angaben für Belgien und Italien beziehen sich auf alle
Krankenpflegekräfte, die zur Berufsausübung berechtigt sind (was eine
starke Überzeichnung zur Folge hat). Österreich macht nur Angaben zur
Zahl der in Krankenhäusern beschäftigten Kräfte. Bei den Angaben für
Chile sind nur die Krankenpflegekräfte im öffentlichen Sektor
berücksichtigt.
Etwa die Hälfte der OECD-Länder bezieht
auch die Hebammen ein, da sie als spezialisierte Krankenpflegekräfte
gelten. In den Zahlen für Deutschland sind rd. 250 000 Pflegekräfte
(zusätzliche 30%) nicht enthalten, die eine dreijährige Ausbildung
absolviert haben und in der Altenpflege tätig sind.
Überblick
Im Durchschnitt der OECD-Länder
kamen 2009 8,4 Krankenpflegekräfte auf 1 000 Einwohner. Die Zahl
der Krankenpflegekräfte im Verhältnis zur Einwohnerzahl war mit
14-15 Kräften je 1 000 Einwohner in einigen nordischen Ländern
am höchsten. Sie war auch in Belgien hoch, wenngleich sich die
Daten auf alle Krankenpflegekräfte beziehen, die eine Zulassung
zur Berufsausübung haben, was eine starke Überzeichnung zur
Folge hat. Die Zahl der Krankenpflegekräfte im Verhältnis zur
Einwohnerzahl war unter den OECD-Ländern in Chile am niedrigsten
(wenngleich die Zahl zu niedrig ausgewiesen ist, da nur im
öffentlichen Sektor tätige Krankenpflegekräfte berücksichtigt
sind) ebenso wie in der Türkei, Mexiko und Griechenland. Die
Zahl der Krankenpflegekräfte je Einwohner war im Vergleich zum
OECD-Durchschnitt in den großen aufstrebenden Volkswirtschaften,
wie Indien, Brasilien, Indonesien und China, ebenfalls gering,
wo auf 1 000 Einwohner 2009 weniger als 1,5 Krankenpflegekräfte
kamen. Allerdings ist dieses Verhältnis in einigen dieser Länder
in den letzten Jahren ziemlich rasch gestiegen.
Die Zahl der Krankenpflegekräfte
im Verhältnis zur Einwohnerzahl hat im vergangenen Jahrzehnt in
nahezu allen OECD-Ländern zugenommen. Im OECD-Raum ist die Zahl
der Krankenpflegekräfte je 1 000 Einwohner zwischen 2000 und
2009 um durchschnittlich 1,8% pro Jahr gestiegen. Den größten
Anstieg verzeichnete in diesem Zeitraum Chile mit einer Zunahme
von 12% jährlich, wenngleich die Zahl der Krankenpflegekräfte im
Verhältnis zur Einwohnerzahl nach wie vor sehr niedrig ist.
Stark gestiegen war die Zahl der Krankenpflegekräfte auch in
Portugal und Korea. In Israel hingegen ging die Zahl der
Krankenpflegekräfte im Verhältnis zur Einwohnerzahl zwischen
2000 und 2009 zurück. In Australien und den Niederlanden war die
Zahl der Krankenpflegekräfte im Verhältnis zur Einwohnerzahl
zwischen 2000 und 2007 rückläufig, steigt seither aber
wieder.
Die Relation Pflegekräfte/Ärzte
reichte 2009 von 5 Pflegekräften je Arzt in Irland bis zu
weniger als einer Pflegekraft je Arzt in Chile, Griechenland und
der Türkei. Auch in Italien, Mexiko, -Israel, Portugal und
Spanien ist die Zahl der Krankenpflege-kräfte im Verhältnis zur
Zahl der Ärzte relativ gering. Der -Durchschnitt liegt im
OECD-Raum bei knapp unter drei -Krankenpflegekräften je Arzt,
wobei sich das Verhältnis in der Mehrzahl der Länder bei zwei
bis vier Krankenpflegekräften je Arzt bewegt. In Griechenland
und Italien gibt es Belege für eine Überversorgung mit Ärzten
und eine Unterversorgung mit Krankenpflegekräften, was sich in
einer ineffizienten Mi-ttelallokation niederschlägt.
Als Reaktion auf den Ärztemangel
und auch um einen sicheren Zugang zur medizinischen Versorgung
zu gewährleisten, haben einige Länder in den letzten Jahren
weiterführende Studien-gänge für Krankenpflegekräfte
eingerichtet. Untersuchungen der Tätigkeit von
Krankenpflegekräften in den Vereinigten Staaten, Kanada und dem
Vereinigten Königreich haben -ergeben, dass diese
Krankenpflegekräfte mit höherem -Fachabschluss bei qualitativ
gleichwertiger Versorgung wie -durch Ärzte für eine Reihe von
Patienten den Zugang zu -Gesundheitsleistungen verbessern und
die Wartezeiten -reduzieren können, insbesondere für jene mit
leichteren -Erkrankungen und jene, die Routineversorgung
benötigen. Die meisten Untersuchungen lassen auf eine hohe
Patientenzu-friedenheit schließen, während die Auswirkungen auf
die Kosten entweder kostensenkend oder kostenneutral sind.
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Quelle
-
OECD (2011), OECD Health Statistics, OECD
Publishing.
-
WHO/Europa für die Russische
Föderation und nationale Quellen für andere
Nicht-OECD-Länder.
Weitere Informationen
Analysen
-
Buchan, J. und S.
Black (2011), “The Impact of Pay Increases on Nurses'
Labour Market: A Review of Evidence from Four OECD
Countries”, OECD Health Working
Papers, No. 57.
-
Colombo, F. et al. (2011), Help Wanted?: Providing and Paying for Long-Term Care, OECD Health Policy
Studies, OECD Publishing.
-
Delamaire, M. und G.
Lafortune (2010), “Nurses in Advanced Roles: A
Description and Evaluation of Experiences in
12 Developed Countries”, OECD
Health Working Papers, No. 54.
-
OECD (2008), The Looming Crisis in the Health
Workforce: How Can OECD Countries
Respond?, OECD Health Policy Studies,
OECD Publishing.
Statistiken
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