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Die OECD in Zahlen und Fakten 2011-2012: Wirtschaft, Umwelt, Gesellschaft
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Die Säuglingssterblichkeit spiegelt die wirtschaftlichen und sozialen Bedingungen von Müttern und Neugeborenen, das soziale Umfeld, den individuellen Lebensstil sowie die Merkmale der Gesundheitssysteme wider. In einigen Ländern besteht eine niedrige Säuglingssterblichkeit und zugleich ein niedriges Niveau der Gesundheitsausgaben, was den Schluss nahelegt, dass eine Steigerung der Ausgaben nicht zwangsläufig eine Voraussetzung zur Verbesserung der Ergebnisse in diesem Bereich ist.

Definition

Die Säuglingssterblichkeit ist als Zahl der Todesfälle bei Kindern unter einem Lebensjahr in einem bestimmten Jahr je 1 000 Lebendgeburten definiert. Die neonatale Mortalität bezieht sich auf den Tod von Kindern während der ersten vier Lebenswochen. Die postneonatale Mortalität bezieht sich auf die Todesfälle, die zwischen dem zweiten und dem zwölften Lebensmonat eintreten.

Vergleichbarkeit

Ein Teil der internationalen Unterschiede bei den Säuglings- und neonatalen Sterberaten ist u.U. darauf zurückzuführen, dass zwischen den einzelnen Ländern Differenzen in Bezug auf die Erfassungsmethoden für Frühgeburten bestehen. In den meisten Ländern sind keine an der Schwangerschaftsdauer oder dem Geburtsgewicht ausgerichteten Grenzwerte für die Meldung von Sterbefällen vorgesehen. Solche Grenzwerte gelten allerdings in Norwegen (wo die Schwangerschaftsdauer für die Erfassung als Todesfall nach einer Lebendgeburt mehr als 12 Wochen betragen haben muss) sowie in der Tschechischen Republik, Frankreich, den Niederlanden und Polen (wo sich die Schwangerschaftsdauer auf mindestens 22 Wochen und/oder das Gewicht auf mindestens 500 g belaufen muss).

Überblick

In den meisten OECD-Ländern ist die Säuglingssterblichkeit niedrig, und bei den Sterberaten gibt es kaum Unterschiede. Es gibt jedoch eine kleine Gruppe von OECD- und aufstrebenden Ländern, die Säuglingssterberaten von über 10 Todesfällen je 1  000 Lebendgeburten aufweist. 2009 reichten die Sterberaten in den OECD-Ländern von einem Tiefstand von weniger als 3 Todesfällen je 1 000 Lebendgeburten in nordischen Ländern (Island, Schweden, Finnland), Japan, Slowenien, Luxemburg und der Tschechischen Republik bis zu einem Höchststand von 13 bzw. 15 in der Türkei und Mexiko. Relativ hoch waren die Säuglingssterberaten (mit 6 oder mehr Todesfällen je 1 000 Lebendgeburten) auch in den Vereinigten Staaten und Chile. Der Durchschnitt aller OECD-Länder betrug 2009 4,4%.

Rund zwei Drittel der Todesfälle, die im ersten Lebensjahr -eintreten, sind neonatale Todesfälle (d.h. in den ersten vier Wochen). Geburtsfehler, Frühgeburten und sonstige während der Schwangerschaft auftretende Komplikationen sind die Hauptfaktoren, die in Industrieländern zur neonatalen -Sterblichkeit beitragen. Mit der wachsenden Zahl von Frauen, die eine Mutterschaft aufschieben, und der Zunahme von Mehrlingsgeburten in Verbindung mit Fruchtbarkeits-behandlungen ist die Anzahl der Frühgeburten im Trend -gestiegen. In einer Reihe von Hocheinkommensländern hat dies in den letzten Jahren zu einer Stagnation des rückläufigen Trends bei der Säuglingssterblichkeit geführt. Bei den -Todesfällen nach dem ersten Monat (postneonatale -Mortalität) sind die Ursachen in der Regel vielfältiger: In den meisten Fällen sind es plötzlicher Kindstod (SIDS), -Geburtsfehler, Infektionen und Unfälle.

Alle OECD-Länder haben bei der Reduzierung der Säuglingssterberaten beachtliche Fortschritte im Vergleich zum Stand von 1970 erzielt, als der Durchschnitt bei annähernd 30 Todesfällen je 1 000 Lebendgeburten lag. Das entspricht einer Senkung von insgesamt 85% seit 1970. Portugal, das zuvor die höchste Säuglingssterblichkeit in Europa aufwies, verzeichnet seit 1970 eine durchschnittliche jährliche Verringerung der Säuglingssterberate um nahezu 7% und ist 2009 in die Gruppe der Länder mit den niedrigsten Raten im OECD-Raum aufgerückt. Eine starke Reduzierung der Säuglingssterberaten war auch in Korea, Israel und der Türkei zu beobachten. Langsamer war der Rückgang der Säuglingssterberaten indessen in den Niederlanden und den Vereinigten Staaten. Die Säuglingssterberaten in den Vereinigten Staaten bewegten sich zuvor weit unter dem OECD-Durchschnitt, liegen nun aber darüber.

 

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