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Die Lebenserwartung bei der Geburt ist
nach wie vor einer der am häufigsten verwendeten Indikatoren für den
Gesundheitszustand der Bevölkerung. Die Zuwächse an Lebenserwartung bei
der Geburt, die während der letzten Jahrzehnte in den OECD-Ländern
verzeichnet wurden, sind einer Reihe von Faktoren zu verdanken, darunter
einem steigenden Lebensstandard, einer gesünderen Lebensweise und
besseren Bildung wie auch einem breiteren Zugang zu hochwertigen
Gesundheitsleistungen. Weitere Faktoren wie bessere Ernährung, sanitäre
Versorgung und Wohnverhältnisse spielten ebenfalls eine Rolle, vor allem
in aufstrebenden Volkswirtschaften.
Definition
Die Lebenserwartung bei der Geburt ist
die durchschnittliche Zahl der einem Neugeborenen unter Annahme
unveränderter aktueller Mortalitätsraten verbleibenden Lebensjahre.
Allerdings sind die tatsächlichen altersspezifischen Mortalitätsraten
einer beliebigen Geburtenkohorte im Voraus nicht bekannt. Gehen die
Mortalitätsraten zurück (wie dies in den vergangenen Jahrzehnten in den
OECD-Ländern der Fall war), wird die tatsächliche Lebensdauer länger
sein als die unter Zugrundelegung der aktuellen Sterberaten berechnete
Lebenserwartung.
Vergleichbarkeit
Die zur Berechnung der Lebenserwartung
angewandten Methoden können in den einzelnen Ländern geringfügig
voneinander abweichen. Diese Abweichungen können die Vergleichbarkeit
der übermittelten Lebenserwartungsschätzungen beeinträchtigen, da sie
die Schätzungen für ein Land um den Bruchteil eines Jahres verändern
können. Die Lebenserwartung bei der Geburt für die Gesamtbevölkerung
wird vom OECD-Sekretariat für alle Länder unter Verwendung ungewichteter
Durchschnitte der Lebenserwartung von Männern und Frauen berechnet.
Überblick
Im Durchschnitt der OECD-Länder
lag die Lebenserwartung bei der Geburt für die Bevölkerung
insgesamt 2009 bei 79,5 -Jahren, was seit 1960 einem Anstieg um
mehr als elf Jahre -entspricht. Japan führt eine große Gruppe an
(der nahezu zwei Drittel der OECD-Länder angehören), in der die
Gesamtlebens-erwartung bei der Geburt derzeit über 80 Jahre
beträgt. In einer zweiten Gruppe, bestehend aus Portugal, den
Vereinigten Staaten und einer Reihe mittel- und osteuropäischer
Länder, liegt die Lebenserwartung derzeit bei 75-80 Jahren. Am
-geringsten ist die Lebenserwartung unter den OECD-Ländern in
der Türkei, gefolgt von Ungarn. Während jedoch in Ungarn die
Lebenserwartung seit 1960 nur moderat zugenommen hat, ist sie in
der Türkei drastisch gestiegen und dem OECD--Durchschnitt rasch
näher gekommen.
Nahezu alle OECD- und
aufstrebenden Länder verzeichneten in den vergangenen 50 Jahren
starke Zugewinne bei der Lebenserwartung. Die Lebenserwartung
bei der Geburt ist in Korea, der Türkei und Chile im Zeitraum
1960-2009 um zwanzig Jahre oder mehr gestiegen. In Mexiko,
Portugal und Japan sowie aufstrebenden Ländern wie Indonesien,
China, Indien und Brasilien hat sich die Lebenserwartung
ebenfalls stark erhöht. Andere Länder, wie die Russische
Föderation und Südafrika, zeichnen sich weiterhin durch hohe
Mortalitätsraten und eine deutlich unter dem OECD-Durchschnitt
liegende Lebensspanne aus.
Die Geschlechterdifferenz bei
der Lebenserwartung belief sich im Durchschnitt aller
OECD-Länder 2009 auf 5,5 Jahre, wobei die Lebenserwartung für
Männer 76,7 und für Frauen 82,2 Jahre erreichte. Während der
Geschlechterunterschied bei der Lebenserwartung in den 1960er
und 1970er Jahren erheblich zunahm, hat er sich in den letzten
30 Jahren auf Grund der deutlicheren Zunahme der Lebenserwartung
bei Männern als bei Frauen in den meisten OECD-Ländern
verringert. Das lässt sich zumindest z.T. auf eine Nivellierung
der Unterschiede im Risikoverhalten von Männern und Frauen, wie
z.B. in Bezug auf das Rauchen, sowie auf einen drastischen
Rückgang der durch Herz-Kreislauferkrankungen bedingten
Sterberaten unter Männern zurückführen.
Ein höheres Volkseinkommen
(gemessen am Pro-Kopf-BIP) wird generell mit einer höheren
Lebenserwartung bei der Geburt assoziiert, obwohl der
Zusammenhang bei höheren Einkommensniveaus weniger ausgeprägt
ist.
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Quelle
Weitere Informationen
Analysen
-
Colombo, F. et al. (2011), Help Wanted?: Providing and Paying for Long-Term Care, OECD Health Policy
Studies, OECD Publishing.
-
OECD (2010), Health Care Systems: Efficiency and Policy Settings, OECD Publishing.
-
OECD (2009), Achieving Better Value for Money in Health Care, OECD Publishing.
-
OECD (2004), The OECD Health Project: Towards High-Performing Health Systems, OECD
Publishing.
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