/content/chapter/factbook-de-2011-2012-104-en
 
Die OECD in Zahlen und Fakten 2011-2012: Wirtschaft, Umwelt, Gesellschaft
Previous page 147/157 Next page
branch Gesundheit
branch Gesundheitszustand
    branch Lebenserwartung

Die Lebenserwartung bei der Geburt ist nach wie vor einer der am häufigsten verwendeten Indikatoren für den Gesundheitszustand der Bevölkerung. Die Zuwächse an Lebenserwartung bei der Geburt, die während der letzten Jahrzehnte in den OECD-Ländern verzeichnet wurden, sind einer Reihe von Faktoren zu verdanken, darunter einem steigenden Lebensstandard, einer gesünderen Lebensweise und besseren Bildung wie auch einem breiteren Zugang zu hochwertigen Gesundheitsleistungen. Weitere Faktoren wie bessere Ernährung, sanitäre Versorgung und Wohnverhältnisse spielten ebenfalls eine Rolle, vor allem in aufstrebenden Volkswirtschaften.

Definition

Die Lebenserwartung bei der Geburt ist die durchschnittliche Zahl der einem Neugeborenen unter Annahme unveränderter aktueller Mortalitätsraten verbleibenden Lebensjahre. Allerdings sind die tatsächlichen altersspezifischen Mortalitätsraten einer beliebigen Geburtenkohorte im Voraus nicht bekannt. Gehen die Mortalitätsraten zurück (wie dies in den vergangenen Jahrzehnten in den OECD-Ländern der Fall war), wird die tatsächliche Lebensdauer länger sein als die unter Zugrundelegung der aktuellen Sterberaten berechnete Lebenserwartung.

Vergleichbarkeit

Die zur Berechnung der Lebenserwartung angewandten Methoden können in den einzelnen Ländern geringfügig voneinander abweichen. Diese Abweichungen können die Vergleichbarkeit der übermittelten Lebenserwartungsschätzungen beeinträchtigen, da sie die Schätzungen für ein Land um den Bruchteil eines Jahres verändern können. Die Lebenserwartung bei der Geburt für die Gesamtbevölkerung wird vom OECD-Sekretariat für alle Länder unter Verwendung ungewichteter Durchschnitte der Lebenserwartung von Männern und Frauen berechnet.

Überblick

Im Durchschnitt der OECD-Länder lag die Lebenserwartung bei der Geburt für die Bevölkerung insgesamt 2009 bei 79,5 -Jahren, was seit 1960 einem Anstieg um mehr als elf Jahre -entspricht. Japan führt eine große Gruppe an (der nahezu zwei Drittel der OECD-Länder angehören), in der die Gesamtlebens-erwartung bei der Geburt derzeit über 80 Jahre beträgt. In einer zweiten Gruppe, bestehend aus Portugal, den Vereinigten Staaten und einer Reihe mittel- und osteuropäischer Länder, liegt die Lebenserwartung derzeit bei 75-80 Jahren. Am -geringsten ist die Lebenserwartung unter den OECD-Ländern in der Türkei, gefolgt von Ungarn. Während jedoch in Ungarn die Lebenserwartung seit 1960 nur moderat zugenommen hat, ist sie in der Türkei drastisch gestiegen und dem OECD--Durchschnitt rasch näher gekommen.

Nahezu alle OECD- und aufstrebenden Länder verzeichneten in den vergangenen 50 Jahren starke Zugewinne bei der Lebenserwartung. Die Lebenserwartung bei der Geburt ist in Korea, der Türkei und Chile im Zeitraum 1960-2009 um zwanzig Jahre oder mehr gestiegen. In Mexiko, Portugal und Japan sowie aufstrebenden Ländern wie Indonesien, China, Indien und Brasilien hat sich die Lebenserwartung ebenfalls stark erhöht. Andere Länder, wie die Russische Föderation und Südafrika, zeichnen sich weiterhin durch hohe Mortalitätsraten und eine deutlich unter dem OECD-Durchschnitt liegende Lebensspanne aus.

Die Geschlechterdifferenz bei der Lebenserwartung belief sich im Durchschnitt aller OECD-Länder 2009 auf 5,5 Jahre, wobei die Lebenserwartung für Männer 76,7 und für Frauen 82,2 Jahre erreichte. Während der Geschlechterunterschied bei der Lebenserwartung in den 1960er und 1970er Jahren erheblich zunahm, hat er sich in den letzten 30 Jahren auf Grund der deutlicheren Zunahme der Lebenserwartung bei Männern als bei Frauen in den meisten OECD-Ländern verringert. Das lässt sich zumindest z.T. auf eine Nivellierung der Unterschiede im Risikoverhalten von Männern und Frauen, wie z.B. in Bezug auf das Rauchen, sowie auf einen drastischen Rückgang der durch Herz-Kreislauferkrankungen bedingten Sterberaten unter Männern zurückführen.

Ein höheres Volkseinkommen (gemessen am Pro-Kopf-BIP) wird generell mit einer höheren Lebenserwartung bei der Geburt assoziiert, obwohl der Zusammenhang bei höheren Einkommensniveaus weniger ausgeprägt ist.

 

Quelle

Weitere Informationen
Analysen
Statistiken
Online-Datenbanken
Websites
Indicator in PDF Acrobat PDF page

Tables
Lebenserwartung bei der Geburt: Gesamtbevölkerung
    Table in Excel
Lebenserwartung bei der Geburt: Männer
    Table in Excel
Lebenserwartung bei der Geburt: Frauen
    Table in Excel

Figures
Lebenserwartung bei der Geburt: Gesamtbevölkerung Figure in Excel
Lebenserwartung bei der Geburt: Gesamtbevölkerung
Lebenserwartung bei der Geburt: Männer Figure in Excel
Lebenserwartung bei der Geburt: Männer
Lebenserwartung bei der Geburt: Frauen Figure in Excel
Lebenserwartung bei der Geburt: Frauen