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Die OECD in Zahlen und Fakten 2011-2012: Wirtschaft, Umwelt, Gesellschaft
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branch Öffentliche Finanzen
branch Staatsdefizite und -verschuldung
    branch Staatsverschuldung

Die Staatsverschuldung ist einer der Schlüsselindikatoren für die Beurteilung der Nachhaltigkeit der Staatsfinanzen.

Definition

Je nach Datenverfügbarkeit bezieht sich die Verschuldung auf die konsolidierten Bruttoverbindlichkeiten des Sektors Staat in Prozent des BIP auf der Basis des Systems der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen (SNA 1993) oder des Europäischen Systems Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnungen (ESVG 1995). Der Sektor Staat setzt sich aus Einheiten der Zentralregierung, Regierungen von Bundesländern und -staaten sowie Kommunen und den von diesen Einheiten verwalteten Sozialversicherungsträgern zusammen. Schulden auf und zwischen verschiedenen staatlichen Ebenen werden grundsätzlich konsolidiert. Mit anderen Worten stellt ein Darlehen einer staatlichen Ebene an eine andere für die erste Ebene einen Aktiv- und für die zweite Ebene einen Passivposten dar und hebt sich damit für den Sektor Staat insgesamt auf (ist also "konsolidiert" ). Die SNA/ESVG-Definition weicht von der Schuldendefinition des Maastricht-Vertrags ab. Erstens sind bei der Bruttoverschuldung nach der Maastricht-Definition Handelskredite und Vorauszahlungen sowie Anteilsrechte und -versicherungstechnische Rückstellungen ausgeklammert. Zweitens wird die Staatsverschuldung nach der Maastricht-Definition zum Nominalwert (d.h. zum Ausgabepreis) und nicht zum Marktwert bewertet, wie dies nach dem SNA 1993 erforderlich wäre. Die Vereinigten Staaten und Kanada bewerten Staatsanleihen ebenfalls zu ihrem Nominalwert.

Vergleichbarkeit

Die Vergleichbarkeit der Daten zur Staatsverschuldung kann sowohl zwischen den einzelnen Ländern durch nationale Unterschiede bei der Umsetzung der Definitionen des SNA 93 oder des ESVG 95 als auch innerhalb ein und desselben Landes durch Veränderungen bei der Umsetzung der Definitionen des SNA 93 oder des ESVG 95 im Zeitverlauf beeinträchtigt werden.

Überblick

Der öffentliche Bruttoschuldenstand bezogen auf das BIP ist im OECD-Raum seit den 1970er Jahren schrittweise angestiegen und hat im Jahr 2010 einen Rekordstand von fast 100% erreicht. Der rasche Anstieg der Schulden in den letzten drei Jahren ist hauptsächlich auf krisenbedingte hohe Haushaltsdefizite zurückzuführen. Die OECD-Länder wiesen 2010 sehr unterschiedliche Staatsschuldenquoten auf, die von 12% in Estland bis 200% in Japan reichten.

 

Quelle

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Bruttoverbindlichkeiten des Sektors Staat
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