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Kürzere Arbeitszeiten sind eine der
Möglichkeiten für die Bevölkerung, an den Vorteilen des
Produktivitätswachstums teilzuhaben. Die Regierungen einiger OECD-Länder
haben in den vergangenen Jahren auch Maßnahmen ergriffen, um es Eltern
zu erleichtern, Berufs- und Familienleben miteinander zu vereinbaren,
und z.T. führten diese Maßnahmen zu einer Verkürzung der
Arbeitszeiten.
Definition
Die durchschnittlich geleisteten
Jahresarbeitsstunden werden berechnet als Gesamtzahl der tatsächlich
geleisteten Jahresarbeitsstunden dividiert durch die Durchschnittszahl
der Beschäftigten. Die Zahlen berücksichtigen abhängig und selbstständig
beschäftigte Arbeitskräfte sowie Vollzeit- und Teilzeitbeschäftigte.
Die Erwerbstätigkeit wird in der Regel
mittels Haushaltserhebungen über die Erwerbsbevölkerung gemessen. Nach
dem ILO-Konzept gelten als Erwerbstätige die Personen im Alter von
15 Jahren oder darüber, die angeben, dass sie in der Vorwoche mindestens
eine Stunde erwerbstätig oder vorüber-gehend von ihrer Arbeit beurlaubt
waren.
Die Schätzungen der effektiv geleisteten
Arbeitsstunden basieren in den meisten Ländern ebenfalls auf nationalen
Erhebungen über die Erwerbsbevölkerung, während in anderen
Unternehmenserhebungen, administrative Quellen oder eine Kombination von
Quellen verwendet werden. Die tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden
berücksichtigen die regulären Arbeitsstunden von Vollzeit- und
Teilzeitarbeitskräften, (bezahlte und unbezahlte) Überstunden, ie in
Nebentätigkeiten geleisteten Stunden sowie die Zeiten, in denen wegen
gesetzlicher Feiertage, bezahlten Jahresurlaubs, Kranken- und
Mutterschafts- bzw. Erziehungsurlaubs, Streiks und Arbeitskämpfen,
Schlechtwetters, wirtschaftlicher Bedingungen sowie aus verschiedenen
anderen untergeordneten Gründen nicht gearbeitet wurde.
Vergleichbarkeit
Die Statistiker der einzelnen Länder und
die OECD bemühen sich sicherzustellen, dass Daten über geleistete
Arbeitsstunden soweit wie möglich vergleichbar sind. Diese Daten
basieren jedoch auf einem Spektrum von Quellen mit unterschiedlicher
Verlässlichkeit. So beruhen z.B. für mehrere EU-Länder die Daten auf
Schätzungen der OECD anhand von Ergebnissen der jeweils im Frühjahr
durchgeführten Europäischen Arbeitskräfteerhebung. Diese Ergebnisse
gehen auf eine einzelne Beobachtung im Jahr zurück und müssen durch
Informationen aus anderen Quellen ergänzt werden, insbesondere in Bezug
auf gesetzliche Feiertage und bezahlten Jahresurlaub. Die für die
anderen Länder angegebenen Jahresarbeitsstunden werden von nationalen
Statistikämtern geliefert und unter Verwendung der besten verfügbaren
Quellen geschätzt. Diese nationalen Daten sollen Vergleichen von
nationalen Trends zu Produktivität und Arbeitsinput dienen, sie sind
aber auf Grund divergierender Quellen und sonstiger Ungewissheiten
bezüglich ihrer internationalen Vergleichbarkeit für Ländervergleiche
der Zahl der geleisteten Arbeitsstunden nicht in vollem Umfang
geeignet.
Überblick
In der überwiegenden Mehrheit
der OECD-Länder war die durchschnittliche Zahl der geleisteten
Arbeitsstunden pro Beschäftigten im Zeitraum 2000-2010
rückläufig. Jedoch war dieser Rückgang in den meisten Ländern im
Vergleich zur Abnahme in früheren Jahrzehnten eher begrenzt.
Teilweise könnte der beobachtete Rückgang der durchschnittlich
geleisteten Arbeitsstunden zwischen diesen beiden Jahren auf
konjunkturbedingte Effekte zurückzuführen sein.
Die durchschnittliche Zahl der
Jahresarbeitsstunden je -Beschäftigten verringerte sich für den
gesamten OECD-Raum im Zeitraum 2000-2010 von 1 818 auf 1 749,
was einer -Reduzierung der Arbeitszeit um rund eineinhalb
Stunden -innerhalb einer 40-Stunden-Woche entspricht. Die Zahl
der Jahresarbeitsstunden ist in den meisten Ländern
zurück-gegangen; zugenommen hat sie nur in Belgien und
Griechenland. Besonders ausgeprägt war die
Jahresarbeits--zeitverkürzung in diesem Zeitraum in Chile,
Island, der Tschechischen Republik und Estland, wo sie über 100
Stunden betrug, während Korea mit 319 Stunden den stärksten
-Rückgang verzeichnete.
Wenn bei Ländervergleichen der
Niveaus auch Vorsicht angebracht ist, liegt die Zahl der
effektiv geleisteten Arbeitsstunden in Korea, Griechenland,
Chile, Ungarn, der Tschechischen Republik, Polen, Estland, der
Türkei und Mexiko doch signifikant über dem Durchschnitt der
OECD-Länder insgesamt und in den Niederlanden, Norwegen,
Deutschland, Belgien, Österreich, Luxemburg und dem Vereinigten
Königreich weit unter dem OECD-Durchschnitt. Die Russische
Föderation liegt mit 227 Mehrstunden ebenfalls deutlich über dem
OECD-Durchschnitt.
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Quelle
Weitere Informationen
Analysen
-
Durand, M., J. Martin
und A. Saint-Martin (2004), “The 35 Hour Week: Portrait
of a French Exception”, OECD Observer, No. 244,
September, OECD Publishing.
-
Evans, J.M., D. Lippoldt
und P. Marianna (2001), “Trends in Working Hours in OECD
Countries”, OECD Labour Market
and Social Policy Occasional Papers, No.
45.
Zur Methodik
-
OECD (2004), “Recent
Labour Market Developments and Prospects: Clocking In
(and Out): Several Facets of Working Time”, OECD Employment Outlook 2004, OECD Publishing. Vgl. auch Anhang
I.A1.
Websites
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| Indicator in PDF |
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| Table |
| Durchschnitt der effektiv
geleisteten Arbeitsstunden |
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| Durchschnitt der effektiv geleisteten Arbeitsstunden |
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