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Die OECD in Zahlen und Fakten 2011-2012: Wirtschaft, Umwelt, Gesellschaft
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branch Arbeitsmarkt
branch Beschäftigung und geleistete Arbeitsstunden
    branch Teilzeiterwerbstätigkeit

Gelegenheiten zur Teilzeiterwerbstätigkeit sind besonders wichtig für Personen, deren Familienverpflichtungen sie an der Ausübung einer Vollzeittätigkeit hindern, wie zum Beispiel Frauen mit kleinen Kindern und Personen, die sich um ältere Angehörige kümmern. Tatsächlich zeigen jüngste Erhebungen in einer großen Zahl von OECD-Ländern, dass die meisten Personen, die einer Teilzeitbeschäftigung nachgehen, dies aus freien Stücken tun. Das lässt vermuten, dass Länder mit geringer Teilzeiterwerbstätigkeit eine höhere Beschäftigung durch Maßnahmen fördern könnten, die für ein größeres Angebot an Teilzeitstellen sorgen.

Definition

Der Begriff Teilzeiterwerbstätigkeit bezieht sich auf Personen, die gewöhnlich weniger als 30 Wochenstunden an ihrem Hauptarbeitsplatz verbringen. Diese Definition hat den Vorteil, länderübergreifend vergleichbar zu sein, da nationale Definitionen der Teilzeiterwerbstätigkeit sich von einem Land zum nächsten stark unterscheiden. Als Teilzeitkräfte können sowohl abhängig Beschäftigte als auch Selbstständige gelten.

Die Erwerbstätigkeit wird in der Regel mittels Haushaltserhebungen über die Erwerbsbevölkerung gemessen. Nach dem ILO-Konzept gelten als Erwerbstätige die Personen im Alter von 15 Jahren oder darüber, die angeben, dass sie in der Vorwoche mindestens eine Stunde erwerbstätig waren oder während der Referenzwoche in einem Beschäftigungsverhältnis standen, auch wenn dieses im fraglichen Zeitraum nicht ausgeübt wurde. Die hier dargestellten Quoten beziehen sich auf die Zahl der Personen mit einer normalen Arbeitszeit von weniger als 30 Wochenstunden, ausgedrückt in Prozent der Gesamtbeschäftigtenzahl.

Vergleichbarkeit

Alle OECD-Länder verwenden für die Messung der Erwerbs-tätigkeit das ILO-Konzept. Den nationalen Arbeitskräfteerhebungen liegen allerdings möglicherweise leicht abweichende operationale Definitionen zu Grunde. Die Beschäftigungs-niveaus werden wahrscheinlich auch durch Veränderungen in der Gestaltung und Durchführung der Erhebungen beeinflusst. Trotz dieser Veränderungen sind die hier dargestellten Beschäftigungsquoten im Zeitverlauf jedoch relativ konsistent. Informationen über die Zahl der normalerweise geleisteten Arbeitsstunden werden im Rahmen von Haushaltserhebungen über die Erwerbsbevölkerung gesammelt. Die hier dargestellten Quoten gelten als gut miteinander vergleichbar.

Überblick

Die Inzidenz der Teilzeitbeschäftigung lag im Jahr 2010 für den gesamten OECD-Raum bei 17%. Diese Inzidenz wies jedoch von Land zu Land erhebliche Unterschiede auf. In den Niederlanden und der Schweiz arbeiteten über 25% der Erwerbstätigen in Teilzeit, während der Anteil in einem Drittel der OECD-Länder unter 10% lag und in Ungarn, der Slowakischen Republik sowie der Tschechischen Republik, ebenso wie in Estland und Slowenien, besonders niedrig ausfiel. In der Russischen Föderation belief sich der Anteil auf rd. 5%.

In den vergangenen Jahren war die Teilzeitarbeit in vielen OECD-Ländern für einen bedeutenden Anteil des gesamten Beschäftigungswachstums verantwortlich. Im gesamten OECD-Raum ist die Inzidenz der Teilzeitarbeit zwischen 2000 und 2010 um 5 Prozentpunkte gestiegen. Die Teilzeitquoten stiegen in Österreich, Irland, Mexiko und den Niederlanden um über 5 Prozentpunkte, wobei der höchste Anstieg mit 13% in Chile zu verzeichnen war. In Island und Polen sowie in der Russischen Föderation sanken die Teilzeitquoten um über 1 Prozentpunkt.

Das Wachstum der Teilzeitarbeit ist besonders für auf dem Arbeitsmarkt oft unterrepräsentierte Gruppen bedeutsam gewesen, wie Frauen - über 5 Prozentpunkte in Chile, Österreich, Korea, Italien, Spanien, Irland und Griechenland -, Jugendliche - über 15 Prozentpunkte in Korea, Spanien, Irland und Chile - und, in geringerem Maße, ältere Arbeitnehmer.

 

Quelle

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