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Die OECD in Zahlen und Fakten 2010: Wirtschaft, Umwelt, Gesellschaft
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branch Vorwort

Die Weltwirtschaft kommt langsam aus der schwersten Krise heraus, die wir zu unseren Lebzeiten gesehen haben. Diese Krise war zweifelsohne auch die erste wirklich globale Krise: Sie erstreckte sich in unterschiedlichem Ausmaß auf alle Länder und Regionen der Welt. Und sie hat uns in Erinnerung gerufen, wie stark vernetzt unsere Volkswirtschaften und Gesellschaftsstrukturen geworden sind und wie rasch Ungleichgewichte in einem Land auf andere Länder übergreifen können. In einer derart dynamischen, globalisierten und vernetzten Welt benötigt die strategische Politikgestaltung geeignete Instrumente, die es politischen Entscheidungsträgern gestatten, Herausforderungen auf regionaler, nationaler und globaler Ebene zu analysieren, auf diese Herausforderungen zu reagieren und sie zu bewältigen.

In diesem Kontext sind vergleichende Statistiken ein unverzichtbares Hilfsmittel für Politikanalyse, Programmaufstellung und politisches Handeln. Ländervergleiche und Beispiele bester Praxis auf der Basis solider empirischer Daten gehören zu den entscheidenden komparativen Vorteilen der OECD. Diese sechste Ausgabe von Die OECD in Zahlen und Fakten enthält vergleichbare Statistiken zu langfristigen Trends wichtiger wirtschaftlicher, sozialer und ökologischer Phänomene. Damit liefert sie eine synthetische Beschreibung der wesentlichen Merkmale der Welt, in der wir leben. Die OECD in Zahlen und Fakten hat sich als die maßgebliche statistische Publikation durchgesetzt und ist dazu gedacht, als Datenquelle und empirische Grundlage für die strategische Politikgestaltung zu dienen.

Die Arbeit der OECD im Bereich der vergleichenden Statistik und deren Funktion als Grundwerkzeug der politischen Entscheidungsfindung sind in einem raschen Wandel begriffen. Ausschlaggebend für diesen Wandel sind vor allem zwei Faktoren:

Erstens hat die Krise eine Debatte über die besten Methoden ausgelöst, um den gesellschaftlichen Fortschritt und Aspekte des Wohlergehens der Menschen zu messen, über die Maße der gesamtwirtschaftlichen Produktion nicht wirklich Aufschluss geben können. Die OECD hat in diesem Bereich Pionierarbeit geleistet und wird bei der Umsetzung auch weiterhin eine Führungsrolle spielen. Bei unserem 3. OECD-Forum über Statistik, Wissen und Politik, das von der koreanischen Regierung ausgerichtet wurde und vom 27. bis 30. Oktober 2009 in Busan stattfand, kamen führende Persönlichkeiten aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft zusammen und bekundeten damit ihr Engagement für dieses Ziel. Die Arbeiten in diesem Bereich werden sich in den kommenden Jahren in einer Vielzahl neuer statistischer Berichte und Indikatoren niederschlagen.

Zweitens war eine der deutlichsten Konsequenzen der Krise die Veränderung der weltweiten Governance-Architektur und die damit einhergehende Zusammenarbeit und das gemeinsame Handeln von fortgeschrittenen und aufstrebenden Volkswirtschaften. Die Rolle der G20-Gipfel als künftiger Rahmen der globalen Wirtschafts-Governance auf Ebene der Staats- und Regierungschefs ist ein wichtiger Aspekt dieses Wandels, aber er ist nicht der einzige. Wir brauchen unterschiedliche Foren für den Dialog zwischen Industrie-, Schwellen- und Entwicklungsländern. Die OECD bezieht wichtige globale Akteure zunehmend in ihre Analysearbeiten und Politikuntersuchungen ein, und sie unternimmt auch Schritte, um diese Länder in ihren Datenbanken zu erfassen. Die vorliegende Ausgabe von Die OECD in Zahlen und Fakten liefert Informationen über die großen aufstrebenden Volkswirtschaften Brasilien, China, Indien, Indonesien und Südafrika. Darüber hinaus arbeitet die OECD an ihrer Erweiterung: Chile hat im Januar die Beitrittsvereinbarung unterzeichnet, und Estland, Israel, Slowenien und die Russische Föderation stehen in Gesprächen, um diesem Beispiel zu folgen. In der vorliegenden Ausgabe von Die OECD in Zahlen und Fakten finden sich auch Daten zu diesen fünf Beitrittsländern.

Angel Gurría

Generalsekretär

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