OECD Wirtschaftsausblick

Frequency :
Semiannual
ISSN :
1999-0901 (online)
ISSN :
1562-6369 (print)
DOI :
10.1787/19990901
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Die Hauptabteilung Wirtschaft des OECD-Sekretariats stellt in Form eines in sich geschlossenen Berichts ihre eigenen Projektionen für Produktion, Beschäftigung, Preise und Leistungsbilanzen in den jeweils nächsten zwei Jahren vor. Dabei geht sie von den für alle Länder durchgeführten Prüfungen der Wirtschaftslage sowie von den Wirkungen aus, die die internationalen Entwicklungen auf jedes dieser Länder ausüben. Besonderes Augenmerk gilt den Maßnahmen, mit denen die Regierungen die laufenden Wirtschaftsprobleme zu lösen versuchen. Statistiken und Projektionen in Kurzform geben einen Überblick über die Entwicklungen in Nicht-OECD-Ländern, namentlich in Mittel- und Osteuropa, sowie in ausgewählten Volkswirtschaften Asiens. Zusätzlich zu den beiden Druckfassungen haben Abonnenten jetzt überdies die Möglichkeit, bereits sechs bis acht Wochen vor deren Veröffentlichung per Internet online jeweils die vorläufige Ausgabe des Wirtschaftsausblicks zu konsultieren. Jede Ausgabe behandelt im Allgemeinen folgende Themen: Leitartikel/Einleitung Gesamtbeurteilung der Wirtschaftslage Entwicklung in den einzelnen OECD-Ländern Entwicklung in ausgewählten Nicht-OECD-Ländern (3 bis 5 Kapitel über aktuelle Themen und Entwicklungen) Anhangstabellen (60-70 Seiten, nur in englischer Sprache) mit Daten über: Nachfrage und Produktion Löhne, Kosten und Inflation Erwerbsbevölkerung, Beschäftigung und Arbeitslosigkeit Unternehmenssektor Ersparnisbildung Öffentliche Haushaltssalden und Staatsverschuldung Zinsen und Wechselkurse Außenhandel und Zahlungsbilanz Sonstige Hintergrunddaten

Also available in: English, French
 
OECD-Wirtschaftsausblick, Ausgabe 2009/2

OECD-Wirtschaftsausblick, Ausgabe 2009/2 You do not have access to this content

German
Authors:
OECD
Publication Date :
02 Feb 2010
Pages :
300
ISBN :
9789264054677 (PDF) ; 9789264054660 (print)
DOI :
10.1787/eco_outlook-v2009-2-de

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Der OECD-Wirtschaftsausblick analysiert die aktuelle Wirtschaftslage und untersucht, welche wirtschaftspolitischen Maßnahmen in den einzelnen Mitgliedstaaten zur Förderung einer nachhaltigen Erholung erforderlich sind. Die vorliegende Ausgabe behandelt die Aussichten bis Ende 2011 sowohl für die OECD-Länder als auch für ausgewählte Nicht-OECD-Volkswirtschaften. Der Wirtschaftsausblick, der durch ein breites Spektrum ländervergleichender Statistiken ergänzt wird, stellt ein in seiner Art einzigartiges Instrument dar, um sich über die weltwirtschaftliche Entwicklung auf dem Laufenden zu halten.

Neben den in jeder Ausgabe regelmäßig behandelten Themen enthält der Wirtschaftsausblick diesmal ein Sonderkapitel mit dem Titel „Die Automobilindustrie in der Krise und danach". Darin werden folgende Punkte behandelt:

  • Wie eng ist der Konjunkturzyklus der Automobilindustrie mit dem der Gesamtwirtschaft verflochten?
  • Wie wurde die Automobilindustrie von der Krise getroffen?
  • Wie sind die Aussichten für den Automobilabsatz?
Also available in: English, French

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  • Mark
  • Einführung den Ausstieg vorbereiten
    Die Erholung, die im früheren Jahresverlauf in einigen Nicht-OECD-Ländern ihren Anfang genommen hat, weitet sich nun auf den gesamten OECD-Raum aus. In den meisten OECD-Ländern wird sich das Wachstum jedoch noch eine Zeit lang in der Nähe einer bescheidenen Trendrate bewegen. Es wird durch nach wie vor starke gegenläufige Faktoren gebremst, da private Haushalte, Finanzinstitute, Nichtfinanzunternehmen und letztlich auch die Regierungen ihre Finanzlage sanieren müssen. Dies bedeutet auch, dass die Arbeitslosigkeit noch stärker ansteigen dürfte und die bereits niedrige Inflation wohl unter weiteren Abwärtsdruck geraten wird. Erst nach einiger Zeit wird die Erholung stark genug sein, um allmählich einen Rückgang der Arbeitslosigkeit zu bewirken.
  • Gesamtbeurteilung der Wirtschaftslage
    Das Wachstum im OECD-Raum hat nach der schwersten Rezession seit Jahrzehnten wieder angezogen. Die Erholung wird von außergewöhnlich energischen nachfragestützenden Politikmaßnahmen, staatlichen Interventionen an den Finanzmärkten, einer kräftigen Belebung der Nachfrage im Nicht-OECD-Raum sowie einem positiven Beitrag der Lageranpassungen getragen. Obgleich das Wachstum in den kommenden zwei Jahren durch die jüngsten sowie die antizipierten künftigen Verbesserungen der Finanzierungsbedingungen gestützt wird, ist angesichts der nach wie vor bestehenden Notwendigkeit einer Stärkung der Finanzinstitute, der laufenden Bilanzanpassungen im privaten Sektor und des Abklingens der makroökonomischen Politikimpulse mit einer gedämpften Erholung zu rechnen (Tabelle 1.1). Die Arbeitslosigkeit im OECD-Raum insgesamt wird voraussichtlich bis weit in das Jahr 2010 hinein steigen und 2011 lediglich leicht gegenüber ihrem Höchststand von über 9% der Erwerbsbevölkerung zurückgehen. Die außergewöhnlich großen Kapazitätsüberhänge in der Wirtschaft werden die Trendrate der Inflation in mehreren Ländern weiter auf ein sehr niedriges Niveau drücken, wobei allerdings nur wenige Länder einen Rückgang des Preisniveaus verzeichnen werden.
  • Die Automobilindustrie in der Krise und danach
    Die Automobilindustrie gehört zu den am stärksten von der Rezession getroffenen Sektoren. Die Automobilnachfrage ging drastisch zurück, was die durch Kapazitätsüberhänge bedingten Schwierigkeiten, mit denen die Branche bereits vor der Krise konfrontiert war, noch verschärfte und den Konjunktureinbruch in den wichtigsten Automobilherstellerländern verstärkte. Im Verhältnis zum allgemeinen Konjunkturabschwung war der Rückgang des Automobilabsatzes jedoch nicht einschneidender als in der Vergangenheit zu beobachten war.
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  • Expand / Collapse Hide / Show all Abstracts Entwicklung in den einzelnen OECD-Ländern und ausgewählten Nicht-OECD-Volkswirtschaften

    • Mark
    • Vereinigte Staaten
      Die Wirtschaft kommt allmählich aus der schweren Rezession heraus. Der Rückgang der gesamtwirtschaftlichen Produktion hat im Sommer geendet, obwohl in einigen Bereichen immer noch erhebliche Probleme bestehen. Das Risiko neuer großer Insolvenzen im Bankensektor hat abgenommen, es sind jedoch Eigenkapitalaufstockungen nötig, um finanzielle Verluste auszugleichen. Auch im Sektor der privaten Haushalte vollzieht sich ein signifikanter Korrekturprozess mit einem deutlichen Verschuldungsabbau und Wiederaufbau der Vermögen. Starke makroökonomische Impulse und expansivere Finanzierungsbedingungen werden das Wachstum stützen, das allerdings etwas schwächer ausfallen wird als in früheren Erholungsphasen. Die Arbeitslosigkeit wird langsam abnehmen.
    • Japan
      Die durch die weltweite Krise ausgelöste schwere Rezession hat die Talsohle durchschritten, was z.T. der Belebung bei den Exporten zu verdanken ist, obgleich die Produktion nach wie vor deutlich unter der Kapazitätsgrenze liegt. Zusätzlich werden durch fiskalische Impulse die Auswirkungen der rückläufigen Entwicklung bei Beschäftigung und Löhnen auf die Inlandsnachfrage teilweise wettgemacht. Das Wachstum dürfte – z.T. auf Grund der Pläne der neuen Regierung, die Staatsausgaben zu erhöhen – 2011 allmählich auf rd. 2% anziehen. Indessen wird die Arbeitslosenquote bis Ende 2011 wohl bei rd. 5½% verharren, und die Deflation wird weiter andauern.
    • Euroraum
      Der drastische Rückgang der Wirtschaftstätigkeit im Euroraum scheint auf Grund weiterer Verbesserungen der Finanzierungsbedingungen, der fiskalischen Stimulierungsmaßnahmen und der Stabilisierung der Exportnachfrage früher zu Ende gegangen zu sein als erwartet. Die vom Fremdkapitalabbau im Finanzsektor und der steigenden Arbeitslosigkeit ausgehenden Bremseffekte deuten allerdings darauf hin, dass die Erholung nur allmählich vonstatten gehen wird. Trotz der besseren Aussichten dürfte die Kerninflation unter dem Einfluss des erheblichen Kapazitätsüberhangs bis Ende 2010 weiter nachgeben.
    • Deutschland
      Nach dem drastischen Rückgang im ersten Quartal 2009 stieg das reale BIP im zweiten Quartal, was u.a. dem vorübergehenden, durch Stimulierungsmaßnahmen ausgelösten Wachstumsschub beim privaten Verbrauch zuzuschreiben war. Die Erholung setzte sich unter dem Einfluss einer Verbesserung des Welthandels sowie der Lageraufstockungen im dritten Quartal fort. In der kommenden Zeit, und vor allem bis Mitte 2010, könnte die Belebung der Wirtschaftstätigkeit relativ langsam voranschreiten. Die Arbeitslosigkeit verharrt auf einem ungewöhnlich niedrigen Niveau, was nicht zuletzt dem staatlich geförderten Modell für Kurzarbeit zu verdanken ist, das es Unternehmen ermöglicht, ihr Arbeitsvolumen ohne Entlassungen zu reduzieren. Wenngleich die Arbeitslosigkeit den Projektionen zufolge im Jahresverlauf 2010 rasch steigen wird, dürfte der Gesamtbeschäftigungsrückgang im Vergleich zur Tiefe der Rezession moderat ausfallen.
    • Frankreich
      Nach einem Rückgang um 2,2% im Jahr 2009 dürfte das reale BIP unter dem Einfluss der Unternehmensinvestitionen und der Exporte langsam wachsen, zunächst um 1,4% im Jahr 2010 und dann 2011 um 1,7%. Dies wird nicht ausreichen, um einen Anstieg der Arbeitslosenquote bis Anfang 2011 zu verhindern, durch den die Inflationsrate unter 1% jährlich sinken wird.
    • Italien
      Die schwere Rezession setzte in Italien früher ein als andernorts, im dritten Quartal belebte sich die Wirtschaftstätigkeit jedoch wieder. Die verbesserten Finanzierungsbedingungen haben zur Wiederherstellung des Vertrauens und zur Stützung der Inlandsnachfrage beigetragen. Die Erholung des Welthandels wird die Exporte zusätzlich fördern. Höhere Lohnstückkosten (trotz einer gewissen Abnahme der Lohnkosten) werden zusammen mit dem Anstieg des Ölpreises den Rückgang der Inflation bremsen, obwohl die Arbeitslosigkeit etwas weiter steigen wird.
    • Vereinigtes Königreich
      Unterstützt von sich verbessernden Finanzierungsbedingungen, einer expansiven Geldpolitik und einem stärkeren Wachstum im Ausland, dürfte sich die Wirtschaft erholen. Es wird jedoch mit einer langsamen Belebung gerechnet, wobei das BIP den Projektionen zufolge 2010 um etwas über 1% wachsen wird, was auf starke Belastungsfaktoren in Form von Bilanzanpassungen, einer sich nach wie vor abschwächenden Arbeitsmarktlage und einer Straffung der Fiskalpolitik zurückzuführen ist. 2011 wird die Erholung an Fahrt gewinnen, die Kapazitätsauslastung wird jedoch niedrig bleiben, und die Arbeitslosenquote wird voraussichtlich 9,5% erreichen. Die Inflationsrate dürfte über einen längeren Zeitraum unter der Zielvorgabe von 2% verharren.
    • Kanada
      Die Kontraktion, die im letzten Quartal 2008 einsetzte, scheint im zweiten Halbjahr 2009 zum Stillstand gekommen zu sein. Die Auslandsnachfrage und die inländischen Investitionen sind nun offenbar wieder angesprungen, sie stellen aber auch das größte Risiko für die Nachhaltigkeit der Konjunkturbelebung dar. Die Arbeitslosigkeit wird den Projektionen zufolge bis Ende 2009 weiter steigen, und der tendenzielle Inflationsabbau wird unter dem Einfluss des hartnäckig fortbestehenden Kapazitätsüberhangs noch mehrere Quartale lang andauern.
    • Australien
      Da Australien weniger stark von der Krise getroffen wurde als die meisten anderen OECD-Länder, wird das Land wahrscheinlich eine vergleichsweise robustere Erholung verzeichnen. Das Wachstum wird sich den Projektionen zufolge 2010 auf 2½% und 2011 auf 3½% beschleunigen, wobei die Arbeitslosigkeit 2010 mit etwa 6¼% einen Höchststand erreichen und die Inflation nachlassen dürfte.
    • Österreich
      Im Jahr 2010 wird sich Österreich dank des verbesserten außenwirtschaftlichen Umfelds und konjunkturstützender Politiken voraussichtlich von seiner schlimmsten Rezession der letzten Jahrzehnte erholen. Falls diese Bedingungen weiter fortbestehen, dürfte sich das Wachstum im Jahr 2011 bis auf seine Potenzialrate beschleunigen. Dennoch wird die Arbeitslosigkeit bis Ende 2010 voraussichtlich steigen, und die Inflation wird trotz einer leichten Aufwärtsbewegung verhalten bleiben.
    • Belgien
      Die Konjunktur begann sich im zweiten Halbjahr 2009 dank einer Lockerung der Geld- und Finanzpolitik und Beschleunigung des Welthandels langsam zu erholen. Das Wachstum dürfte nicht ausreichen, um bis Mitte 2011 einen weiteren Anstieg der Arbeitslosigkeit zu verhindern, so dass das ohnehin bereits hohe Niveau der strukturellen Arbeitslosigkeit wahrscheinlich noch weiter nach oben gedrückt wird.
    • Tschechische Republik
      Sinkende Investitionen und die Rezession auf den wichtigsten Absatzmärkten tschechischer Produkte trugen Anfang des Jahres 2009 zu einem drastischen Abschwung bei. Das reale BIP ist im zweiten Quartal leicht positiv ausgefallen, was hauptsächlich durch eine Belebung der Exporte und anhaltendes, wenngleich schwaches Konsumwachstum bedingt war. Eine allmähliche Erholung, angeführt durch höhere Investitionen und eine stärkere Auslandsnachfrage, wird für die Jahre 2010 und 2011 projiziert, wenngleich der schwache Verbrauch das Wachstum bremsen wird. Die Teuerung ist während eines Teils des Jahres 2009 negativ gewesen, dürfte jedoch stufenweise bis auf 2% im Jahr 2011 steigen.
    • Dänemark
      Die dänische Wirtschaft wurde von der Weltwirtschaftskrise zwar erst spät, aber heftig getroffen, wird sich jedoch den Projektionen zufolge in dem Maße allmählich erholen, wie der Welthandel an Dynamik gewinnt und sie von den großen automatischen Stabilisatoren, einer wesentlichen fiskalpolitischen Lockerung sowie niedrigen Zinssätzen Unterstützung bezieht.
    • Finnland
      Die gesamtwirtschaftliche Produktion ging in Finnland im ersten Halbjahr 2009 weiter zurück, da sich der drastische Einbruch der Exporte verschärfte. Indessen dürfte gegen Ende des Jahres 2009 eine Erholung in Gang kommen, in deren Verlauf sich die Exporte gegenüber ihrem derzeit sehr niedrigen Niveau erholen und die Lagerbestände wieder erheblich aufgestockt werden. Der harmonisierte Verbraucherpreisauftrieb verharrt auf Grund der ausgehandelten massiven Lohnerhöhungen über dem Durchschnitt des Euroraums. Die Arbeitslosenquote ist drastisch nach oben geklettert und wird voraussichtlich weiter steigen, eine Entwicklung, die durch die signifikanten Arbeitsmarktrigiditäten noch verstärkt wird.
    • Griechenland
      Das reale BIP schrumpfte 2009, als die Auswirkungen der weltweiten Krise allmählich auf die griechische Volkswirtschaft übergriffen. Die Verbesserung des außenwirtschaftlichen Umfelds in jüngster Zeit dürfte eine langsame Belebung der Wirtschaftstätigkeit begünstigen, und das Wachstum könnte 2011 an Dynamik gewinnen. Die Arbeitslosenquote wird während des Projektionszeitraums voraussichtlich ein Niveau im zweistelligen Bereich erreichen. Das Leistungsbilanzdefizit dürfte hoch bleiben.
    • Ungarn
      Nach einer erheblichen Kontraktion im Jahr 2009 dürfte das BIP-Wachstum 2010 allmählich wieder anziehen und unter dem Einfluss einer kräftigeren Auslandsnachfrage und lockererer Kreditbedingungen im Jahr 2011 an Tempo gewinnen. Sofern es im bevorstehenden Wahljahr nicht zu einer Wiederholung der in Wahljahren der Vergangenheit beobachteten Ausgabenfreude kommt, dürften die geplanten haushaltspolitischen Sparmaßnahmen die Binnennachfrage drosseln. Die Arbeitslosenquote wird 2010 bei über 10% ihren Höchststand erreichen, bevor sie leicht zurückgeht. Die große Produktionslücke und die jüngste Wechselkursaufwertung haben den Inflationsdruck gedämpft, der nicht zunehmen dürfte, bevor die Erholung an Dynamik gewinnt.
    • Island
      Die Rezession, in die die isländische Wirtschaft nach dem Zusammenbruch der drei größten Banken des Landes im Oktober 2008 gestürzt ist, dauert weiter an. Die Inlandsnachfrage ist drastisch zurückgegangen, und die Wirtschaft wird den Projektionen zufolge bis Anfang 2010 weiter schrumpfen. Danach dürfte das Wachstum zurückkehren, zunächst gestärkt durch die erwartete Normalisierung der Finanzierungsbedingungen sowie in der Folge durch Investitionen in große energiebezogene Projekte. Die Arbeitslosenquote dürfte bis Mitte 2010 auf rd. 7% steigen und danach allmählich wieder zurückgehen. Das Regierungsprogramm wird die Verringerung der wirtschaftlichen Ungleichgewichte unterstützen, wobei die Inflationsrate bis 2011 auf rd. 2½% sinken und das Leistungsbilanzdefizit 2011 auf 1½% des BIP schrumpfen dürfte.
    • Irland
      Im Zuge einer Korrektur der erheblichen binnenwirtschaftlichen Ungleichgewichte befindet sich die Wirtschaft in einer schweren Rezession, doch deuten jüngste Anzeichen darauf hin, dass sich die Kontraktion verlangsamt. Irland dürfte vom Aufschwung im Welthandel und von der infolge einer Abwärtskorrektur der Löhne und Preise wiederhergestellten Wettbewerbsfähigkeit Impulse beziehen. Die zurzeit stattfindende binnenwirtschaftliche Anpassung wird sich jedoch fortsetzen, und die Konjunkturerholung wird schwach ausfallen.
    • Korea
      Nach der starken Kontraktion Ende 2008 gelang Korea unter dem Antrieb der Exporte und einer expansiven Fiskalpolitik eine der frühesten und stärksten Erholungen im OECD-Raum. Während der Effekt der fiskalischen Impulse 2010 abklingen wird, dürfte die anhaltende Zunahme der Exporte dazu beitragen, das Wachstum der gesamtwirtschaftlichen Produktion auf 4-4½% in den Jahren 2010 und 2011 zu erhöhen, was mit einer Belebung der Inlandsnachfrage und einem merklichen Rückgang der Arbeitslosigkeit einhergehen wird.
    • Luxemburg
      Die Wirtschaft ist auf Grund ihrer Abhängigkeit von Finanzdienstleistungen und Handelsbeziehungen von der internationalen Finanzkrise schwer getroffen worden. Es sind aber Anzeichen dafür vorhanden, dass die Konjunktur dank erneut dynamischer Aktienmärkte und konjunkturstützender Maßnahmen die Talsohle durchschritten hat. In der Zukunft dürfte die allmähliche Erholung von sich verbessernden Finanzierungsbedingungen und einer Expansion des Welthandels gestützt werden.
    • Mexiko
      Mexiko hat die schwerste Rezession seit der Währungskrise des Jahres 1994 erlebt. Das BIP ist im zweiten Quartal 2009 im Vorjahresvergleich real um 9,7% gesunken, was auf niedrigere Ölpreise und Exporte, den Ausbruch der Grippeepidemie sowie die Abnahme der Fremdenverkehrseinnahmen und der Rücküberweisungen im Ausland beschäftigter Arbeitskräfte zurückzuführen war. Unter dem Einfluss wieder steigender Ölpreise und expandierender Exporte in die Vereinigten Staaten verlangsamte sich der Konjunkturrückgang anschließend, und inzwischen beginnt sich die Wirtschaftstätigkeit zu erholen. Da die geld- und fiskalpolitischen Impulse zunehmend Wirkung zeigen, dürfte die Talsohle der Rezession im dritten Quartal 2009 durchschritten sein, so dass 2010 mit einem allmählichen Anstieg des BIP-Wachstums zu rechnen ist.
    • Niederlande
      Nach einer drastischen Rezession scheint das Wirtschaftswachstum unter dem Einfluss einer Erholung des Welthandels, fiskalischer Impulse und expansiverer monetärer Bedingungen wieder anzuspringen. Es wird jedoch zu schwach sein, um zu verhindern, dass die Arbeitslosenquote, die eine der niedrigsten im OECDRaum ist, bis Ende 2010 weiter steigt.
    • Neuseeland
      Neuseeland kommt dank dynamischer inländischer und globaler Konjunkturimpulse endlich aus seiner fünf Quartale langen Rezession heraus. Jedoch könnte die Erholung durch den hohen Schuldenüberhang des privaten Sektors, die anhaltende Kreditverknappung, die jüngste Stärke des neuseeländischen Dollar und die steigende Arbeitslosigkeit behindert werden.
    • Norwegen
      Die Konjunkturerholung hat in Norwegen bereits eingesetzt, wobei die starken fiskalischen und monetären Impulse den Konsum erhöhen und die Beschäftigung stützen. Die wieder anziehenden Wohnimmobilienpreise sind ein Zeichen dafür, dass diese Impulse die privaten Haushalte eher zu Ausgaben veranlassen als zu einer Konsolidierung ihrer Vermögensposition. Die privaten Investitionen werden im nächsten Jahr wieder zu expandieren beginnen, sobald das Konsumwachstum festen Tritt gefasst hat und sich die Lage auf den Kreditmärkten normalisiert.
    • Polen
      Trotz der tiefen Rezession in allen OECD-Ländern ist die polnische Wirtschaft im Jahr 2009 dank mehrerer Faktoren weiter gewachsen, darunter: eine Lockerung der Geldpolitik, eine Wechselkursabwertung, eine relativ geringe Außenhandelsabhängigkeit, ein gesunder Bankensektor und ein kaum verschuldeter privater Sektor, Steuersenkungen sowie weitere fiskalische Maßnahmen und Infrastrukturinvestitionen in Verbindung mit EU-Transferzahlungen und der Fußball-Europameisterschaft 2012. Den Projektionen zufolge wird sich die Wirtschaftstätigkeit hauptsächlich unter dem Einfluss von Anlageinvestitionen beleben, jedoch für einige Zeit weit unter der Potenzialrate verharren. Die Gesamtinflation lag zwar bis vor kurzem über der offiziellen Zielvorgabe, dürfte jedoch im Zuge der steigenden Kapazitätsüberhänge stetig sinken.
    • Portugal
      Das Wachstum kam im zweiten Halbjahr 2009 wieder in Gang, wird jedoch gedrückt bleiben, weil der Fremdkapitalabbau im privaten Sektor der Konjunkturerholung Grenzen setzt. Infolgedessen dürfte sich die Arbeitslosigkeit bis 2010 auf rd. 10% erhöhen. Das Haushaltsdefizit, das 2009 auf Grund des kombinierten Effekts der fiskalischen Impulse und der Rezession wesentlich gestiegen ist, wird sich 2010 und 2011 voraussichtlich weiter vergrößern. Die Kerninflation könnte, nachdem sie nahe null gesunken ist, im Verlauf des Projektionszeitraums relativ langsam steigen.
    • Slowakische Republik
      Die Wirtschaftstätigkeit belebte sich im zweiten Quartal nach dem zuvor verzeichneten drastischen Rückgang. Ungeachtet des anhaltenden positiven Wachstums im dritten Quartal wird das BIP auf das Gesamtjahr bezogen 2009 voraussichtlich um nahezu 6% sinken. Die Wirtschaftstätigkeit wird sich 2010 dank erfreulicherer Aussichten für das Welthandelswachstum und neuerlicher Zuflüsse an ausländischen Direktinvestitionen (ADI) allmählich erholen, und das Wachstum dürfte 2011 eine Jahresrate von über 4% erreichen. Der starke Anstieg der Arbeitslosigkeit dürfte allmählich nachlassen. Angesichts der erheblichen Kapazitätsüberhänge in der Wirtschaft wird die Verbraucherpreisinflation voraussichtlich relativ niedrig bleiben.
    • Spanien
      Die gesamtwirtschaftliche Produktion wird den Projektionen zufolge 2009 um 3½% und 2010 nochmals um ¼% zurückgehen, bevor sie sich 2011 langsam erholen wird. Die Arbeitslosenquote dürfte 2010 einen Höchststand von nahezu 20% erreichen. Die Inflation könnte 2010 infolge der höheren Ölpreise und der geplanten Mehrwertsteueranhebung vorübergehend steigen, wird 2011 aber voraussichtlich auf nahe null zurückgehen.
    • Schweden
      In Schweden ist es infolge der weltweiten Wirtschaftskrise zu einer starken Kontraktion der Wirtschaft gekommen. Inzwischen hat zwar eine allmähliche Erholung begonnen, die Kapazitätsüberhänge sind jedoch sehr groß, und auch die Arbeitslosigkeit wird noch eine Zeit lang auf hohem Niveau liegen.
    • Schweiz
      cUnter dem Antrieb der steigenden Nachfrage der Handelspartner sowie der sich belebenden Finanzmarktaktivität dürfte das Wachstum ab Ende 2009 wieder im positiven Bereich liegen. Die Arbeitslosigkeit könnte auf rd. 5% ansteigen, während die Inflation auf niedrigem Niveau, aber im positiven Bereich verharren dürfte.
    • Türkei
      Es wird damit gerechnet, dass die gesamtwirtschaftliche Produktion 2009 im Vorjahresvergleich einen beispiellosen Rückgang von 6½% verzeichnet. Vier Quartale negativen Wachstums endeten jedoch mit einer kräftigen Belebung im zweiten Quartal 2009. Nach einer moderateren Erholung im weiteren Jahresverlauf dürfte das BIP 2010 um 3¾% und 2011 um 4½% expandieren.
    • Brasilien
      Das BIP ist im zweiten Quartal nach dem Rückgang in den beiden Vorquartalen gestiegen. Unter dem Einfluss des robusten privaten Verbrauchs und des derzeitigen Aufschwungs der Industrieproduktion, die in den Vormonaten drastisch geschrumpft war, belebte sich die Wirtschaftstätigkeit stark. Die Kapazitätsauslastung nähert sich in einer Reihe von Sektoren des Verarbeitenden Gewerbes dem Vorkrisenniveau. Die Investitionstätigkeit muss sich indessen erst noch erholen. Die Inlandsnachfrage wird den Erwartungen zufolge im letzten Quartal 2009 und bis ins Jahr 2010 hinein, unterstützt von einem nach wie vor akkommodierenden Policy Mix, kräftig wachsen.
    • China
      Dank sehr umfangreicher geld- und fiskalpolitischer Impulse hat China wieder zu einem kräftigen Wachstum zurückgefunden. Im zweiten Quartal beschleunigte sich diese Dynamik, und das BIP-Wachstum wird den Projektionen zufolge auf Jahresbasis 2009 bei über 8% liegen und sich 2010 auf 10% erhöhen, bevor es 2011 dann infolge des Wegfalls der Effekte der fiskalischen Impulse leicht nachgeben wird. Die durch die Politikimpulse ausgelöste starke Expansion der Inlandsnachfrage ließ die Importe steigen, während die Exporte schwach ausfielen und ihr Vorkrisenniveau möglicherweise nicht wieder erreichen werden. Daher wird der Leistungsbilanzüberschuss 2010 voraussichtlich drastisch auf 5½% zurückgehen und erst 2011 im Zuge einer Abschwächung des Wachstums der Inlandsnachfrage wieder etwas ansteigen. Die inflationären Spannungen dürften gedämpft bleiben.
    • Indien
      Die indische Wirtschaft hat den weltweiten Abschwung relativ gut überstanden. Nach einem starken Konjunkturrückgang Ende des Jahres 2008 erholte sich das Wachstum im ersten Halbjahr 2009, und die jüngsten Kurzzeitindikatoren deuten darauf hin, dass sich die Dynamik verstärkt. Kurzfristig wird die derzeitige Erholung nur gering von den schwachen Monsun-Niederschlägen gebremst. Für das Jahr 2010 rechnen die Projektionen mit einem Wachstum von über 7% und für 2011 mit 7½%. Die Teuerungsrate steigt seit Mitte des Jahres 2009 und dürfte über den gesamten Projektionszeitraum hoch bleiben.
    • Russische Föderation
      Nach einer anfangs starken Belebung im Anschluss an die tiefe Rezession des Vorjahres wird sich das reale BIP-Wachstum voraussichtlich seiner Potenzialrate nähern. Der seit Anfang 2009 verzeichnete Inflationsrückgang wird sich 2010 zunächst fortsetzen und dann nachlassen. Infolge günstigerer Terms of Trade wird der Leistungsbilanzüberschuss 2010 steigen, 2011 im Zuge der Verfestigung des starken tendenziellen Einfuhrwachstums aber wieder zurückgehen. Die privaten Nettokapitalströme werden wohl expandieren und so eine Wiederaufstockung der Devisenreserven ermöglichen.
    • Chile
      Als kleine offene Volkswirtschaft mit einer starken Abhängigkeit von Bergbau und Agrarexporten wurde Chile vom Einbruch des Welthandels und der Rohstoffpreise hart getroffen. Die gesamtwirtschaftliche Produktion ist drastisch gesunken, und das jahresdurchschnittliche Wachstum dürfte 2009 negativ ausfallen. Ein großer Teil des vorherigen Rückgangs der Kupferpreise bis Ende 2008 wurde jedoch seither wieder wettgemacht, und die Wirtschaftstätigkeit hat nicht zuletzt dank erheblicher makroökonomischer Impulse gegen die Jahresmitte die Talsohle erreicht. Das Wachstum wird sich voraussichtlich im Jahresverlauf 2010 allmählich beschleunigen und 2011 Werte über der Potenzialrate erreichen.
    • Estland
      Das reale BIP wird den Projektionen zufolge dieses Jahr um 14,4% sinken, um sich im Jahr 2010 weitgehend zu stabilisieren, bevor es sich im Jahr 2011 erholt, so dass dann mit einem Wachstum von 3,9% zu rechnen ist. Diese Projektion hängt wesentlich von den Entwicklungen auf den wichtigsten Exportmärkten, von dem Tempo der Reallokation von Ressourcen in Richtung expandierender Exportaktivitäten und von der Fähigkeit des Landes ab, im Zuge der sich stabilisierenden Erholung neue ausländische Direktinvestitionen für den Exportsektor anzuziehen.
    • Indonesien
      Das BIP-Wachstum hat sich im zweiten und dritten Quartal 2009 deutlich beschleunigt. Hauptantriebskraft war der private Konsum. Die Investitionstätigkeit sprang im dritten Quartal wieder kräftig an, wird aber nach wie vor durch den Kreditmangel beeinträchtigt. Da die Exporte rascher zunehmen als die Importe, bleiben die Überschüsse in der Handels- und Leistungsbilanz erhalten. Die Inflation ist im ersten Halbjahr rasch gesunken. Unter dem Antrieb steigender Investitionen und lockererer Kreditvergabebedingungen wird die Wirtschaftstätigkeit den Projektionen zufolge in gewissem Umfang weiter an Dynamik gewinnen.
    • Israel
      Mit einem wenn auch nur leicht positiven Wachstum begann im zweiten Quartal 2009 eine Konjunkturerholung. Die Wirtschaftstätigkeit wird voraussichtlich über den Projektionszeitraum hinweg an Dynamik gewinnen. Die tendenziellen inflationären Spannungen dürften gering bleiben, doch bestehen Aufwärtsrisiken.
    • Slowenien
      Obwohl Slowenien bereits im zweiten Quartal 2009 aus der Rezession herausgekommen ist, war der abrupte Abschwung der zwei vorhergehenden Quartale stark genug, um 2009 einen Produktionsrückgang von fast 8% im Vorjahresvergleich zu verursachen. Eine von der Auslandsnachfrage getragene leichte Belebung hat eingesetzt und dürfte im Jahresverlauf 2010 andauern, bevor sich das Wachstum im Jahr 2011 mit Hilfe zunehmender Investitionen weiter verstärkt. Die Teuerung wird auf Grund der negativen Produktionslücke und der hohen Arbeitslosigkeit wahrscheinlich moderat bleiben.
    • Südafrika
      Das reale BIP-Wachstum wird 2009 negativ sein, dürfte sich aber im vierten Quartal in den positiven Bereich bewegen und sich im ersten Halbjahr 2010 unter dem Einfluss der Fußballweltmeisterschaft beschleunigen. Die Inflation wird 2010 in Anbetracht der großen Produktionslücke und der Weitergabe der vorangegangenen Aufwertung des Rand voraussichtlich wieder in den Zielkorridor zurückkehren. Das Leistungsbilanzdefizit wird dieses Jahr abnehmen, dürfte sich danach aber ausweiten, da die Importe die Exporte übertreffen werden.
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